Braunfirnis

Zur Herstellung von Braunfirnis wird ein blank geschliffenes Kupferblech mit Leinöl bestrichen und erwärmt, bis die flüssigen Bestandteile des Öls verdampft sind. Dieser Prozess wird wiederholt, bis die Fläche lackähnlich glänzt. Die Farbigkeit, von honigfarben bis fast schwarz, ist abhängig von der Abdampftemparatur.

Auf die mit Braunfirnis überzogene Fläche wird das später goldene Motiv mit einer Reissnadel vorgezeichnet. Der Firnis wird mechanisch von den zu vergoldenden Flächen entfernt, die blanken Kupferflächen verquickt und mit Goldamalgam überzogen. Nach Abdampfen des Quecksilbers wird die Feuervergoldung angerieben.

Die dunklen Ornament- und Schriftflächen an dem Leuchter gelten als vermeintliche Braunfirnisarbeiten. Ein Großteil des Braunfirnisses wurde allerdings wohl bei früheren Restaurierungen entfernt oder ging dabei verloren.

Als Hinweise auf ursprüngliche Braunfirnisarbeiten sind heute insbesondere Spuren zu werten, die zu dem beschriebenen Herstellungsprozess passen: So ist an einer Bodenplatte eine fehlerhafte Vorzeichnung erkennbar, bei der die Vergoldung nicht aus der Risslinie in der geschwärzten Fläche entfernt werden konnte.

Naturwissenschaftliche Analysen vermutlicher Braunfirnisfragmente mittels energiedispersiver Röntgenfluoreszenz-Analyse und Infrarot-Spektroskopie haben weitere Hinweise geliefert. Ein eindeutiger Nachweis ist jedoch erst im Vergleich mit anderen Objekten möglich.

Vermeintliches Braunfirnisfragment

Vermeintliches Braunfirnisfragment

Hinweise auf Braunfirnis an der Bodenplatte eines Turmes

Hinweise auf Braunfirnis an der Bodenplatte eines Turmes