Abnahme der Wachsschicht
Alle Sichtseiten der Bauteile waren mit einer Wachsschicht überzogen. Aus Archivalien ging hervor, dass die Schicht wohl nach der Reinigung des Leuchters in der Nachkriegszeit 1949 als Schutz aufgetragen wurde. Dies konnte durch Befragung eines Zeitzeugen bestätigt werden.
Durch Einbindung von Staub- und Schmutzpartikeln wirkte der Überzug milchig grau; die Schlieren des Pinselauftrags waren sichtbar. Der optische Eindruck der Metallbauteile wurde durch die Verschmutzung stark beeinträchtigt.
Bei einer eingehenden Untersuchung der Wachsschicht wurde zudem eine Chloridbelastung durch den aufliegenden bzw. eingebundenen Staub festgestellt. Da diese ein Gefährdungspotential für die Metallbauteile darstellt, wurde im Verlauf der Voruntersuchungen eine komplette Abnahme des schädigenden Überzuges beschlossen.
Die Zusammensetzung der Wachsschicht wurde analysiert: demzufolge handelte es sich um ein Wachsgemisch überwiegend aus Esterwachsen und Stearin.
Benzine mit geringen Verdunstungsgeschwindigkeiten erwiesen sich bei unterschiedlichen Bearbeitungsproben als besonders wirkungsvoll für die Abnahme der Wachsschicht, ohne die Metalloberfläche zu beeinträchtigen. Mit einem in Petroleumbenzin getränkten Pinsel oder Wattestäbchen wurde die Wachsschicht gelöst und ließ sich leicht entfernen. Die Korrosionsprodukte auf der Metalloberfläche wurden durch die Reinigung freigelegt und konnten im nächsten Arbeitsschritt mechanisch entfernt werden.

Eine Bodenplatte mit Wachsschicht vor der Reinigung...

...und nach der Reinigung
