St. Andreaskapelle
Aufgabe war es, die Verwendung als Hauskapelle für Altbischof Dr. Josef Homeyer einer Grundrenovierung und damit verbunden einer Neueinrichtung im Sinne der Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils zu gestalten.
Wesen des christlichen Gottesdienstes ist die Verherrlichung Gottes durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Wie Gott zu uns Menschen gesprochen hat und spricht, sprechen wir mit ihm. Die feiernde Gemeinde verweist auf den ganz Anderen, auf Gott. Daher ist auch nicht einfach Christus die Mitte des Gottesdienstes, sondern die wechselseitige Begegnung von Gott und Mensch durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Mitte des Gottesdienstes ist die heilige Handlung, der gnadenhafte Wesensaustausch zwischen Gott und Mensch. Dies geschieht in unterschiedlichen Vollzügen (Stundegebet, Messfeier, Sakramentliche Feiern). Die Gemeinde bildet den Raum, Gottes heiligen Tempel, in dem der Geist wohnt (1 Kor 3,16), die Versammlung, in der Christus gegenwärtig wird (Mt 18,20), um den priesterlichen Dienst der Vermittlung zu leisten. Gegenwärtig ist Christus auf verschiedene Weise: in der versammelten Gemeinde und ihrem geweihten Vorsteher, in den Gestalten des Wortes und der eucharistischen Gaben (Liturgiekonstitution Nr. 7).
Dieses theologische Konzept galt es bei der Neuordnung der St. Andreaskapelle deutlich zu machen. Dazu wurde das sog. Ellipsenmodell gewählt, das in zwei Brennpunkten - Altar und Ambo - und dem umgebenden Gestühl der Gemeinde dies in besonderer Weise bei der Feier der Liturgie erfahrbar macht.
Da im Hinblick auf die liturgische Funktion der Kapelle die Aufbewahrung der Eucharistie zum Zweck der Gläubigenkommunion nicht erforderlich ist, wurde auf einen Tabernakel verzichtet. Das eucharistische Brot wird für die Anbetung in einer sog. "Eucharistischen Taube" über dem Altare hängend aufbewahrt.
Die Baugeschichte der St. Andreaskapelle ist noch nicht detailliert untersucht worden. Sie stammt in den Überresten (Chorwände), die bei der Kriegszerstörung 1945 erhalten blieben, aus dem 14. Jahrhundert und wurde im Laufe der Geschichte im Inneren mehrfach umgestaltet.
In den Jahren 1961/62 wurde die sog. Domdechanei mit der Kapelle auf den alten Grundrissen wieder aufgebaut. Vorübergehend wurde in der Kapelle der neuromanische Altaraufsatz des Krypta-Altares des Mariendomes aufgestellt. In dieser Form (ab 1983 mit einem zusätzlichen freistehenden Zelebrationsaltar) diente die Kapelle dem Domdechanten Johannes Stuke (bis 1978) und ab 1983 dem Altbischof Heinrich Maria Janssen für gottesdienstliche Feiern.



