Fastenaktion 2010
Die diesjährige MISEREOR-Fastenaktion "Gottes Schöpfung bewahren, damit alle leben können" richtet den Blick auf den Zusammenhang von Energieverbrauch, Klimawandel und Armutsbekämpfung. Wie hängt die Armut in der Welt mit unserem Energiehunger zusammen? Wie kommt es, dass viele Länder arm sind, obwohl sie doch reich an jenen heiß begehrten energetischen Rohstoffen sind? Welche Perspektiven bieten die sog. Agro-Treibstoffe für das Klima, für uns und für die Menschen im Süden?
Drei beispielhafte Projekte
Misereor hat aus drei Ländern Projekte ausgewählt, die diese Zusammenhänge beispielhaft aufzeigen und hat Informationen dazu zusammengetragen:
Tschad: Trotz seiner Rohstoffe gehört der Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt. MISEREOR-Partner CPPN tritt dafür ein, dass die Bevölkerung aus der Erdölförderung Nutzen zieht.
Brasillien: Die grüne Lunge unseres Planeten, der immergrüne Tropenwald, weicht Kuhweiden und Sojaplantagen. Was für die einen Profit ist, bedeutet für zahlreiche Kleinbauern und Landlose den Ruin. Und hat drastische Folgen für das Weltklima. Der MISEREOR-Partner CPT in Brasilien kämpft für die Rechte der Ärmsten und tritt dabei für den Regenwaldsschutz ein.
Indien: Aus erneuerbarer Energie Strom gewinnen – wie das auch in extrem abgelegenen Gebieten der Welt gelingt, zeigen Indiens Ureinwohner, die Adivasi. MISEREOR-Projektpartners LAYA untersützt sie dabei.
Mehr über die Misereor-Projekte: www.misereor.de/fr/aktionen-kampagnen/fastenaktion/projekte.html
"Kreuzweg der Schöpfung"
Im Rahmen der MISEREOR-Fastenaktion 2010 lädt das Bistum in Zusammenarbeit mit evangelischen und katholischen Kirchengemeinden aus der Region Wolfenbüttel und Salzgitter zu einem "Kreuzweg der Schöpfung" ein. In Stationen von der Asse zum Schacht Konrad wird an jedem Sonntag in der Fastenzeit ab 15.00 Uhr eine Teiletappe des Weges mit dem Kreuz zurückgelegt.
Podiums-Veranstaltung "Reichtum, der arm macht"
Auf der Podiums-Veranstaltung "Reichtum, der arm macht" (pdf, 257 KB) in Zusammenarbeit mit dem Agenda 21-Büro der Landeshauptstadt Hannover am Freitag, 5. März, 18 bis 20 Uhr im Neuen Rathaus, Hannover, werden die zwei MISEREOR-Gäste aus dem Tschad über die Situation in ihrem Land berichten und mit Menschenrechts- und Wirtschaftsexperten über Unternehmensethik und Gemeinwohl diskutieren. Ob das interne Gespräch der MISEREOR-Gäste mit ExxonMobil stattfinden wird, hat Exxon derzeit noch nicht entschieden. Beteiligen Sie sich daher an der Aktion "Briefe an Exxon" über die Misereor-Website www.misereor.de/aktionen-kampagnen/fastenaktion/fastenaktion.html
Wie bringen wir diese scheinbar so verschiedenen Dinge zusammen? Unseren Energiehunger stillen auch wir z.B. im Tschad unter menschenunwürdigen Bedingungen. Unser Lebensstil steht weiterhin unter dem Leitbild der Vergeudung. Sind wir wenigstens in unseren Gemeinden und als Christen in unserem persönlich Umfeld wach genug, um auf Energieeffizienz zu achten? Werden Gemeinden bei der Energieinitiative 2020 des Bistums mitmachen?
In Zentralafrika wird an vielen Stellen unter Ausschluß der Weltöffentlichkeit unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen Uran abgebaut. In der Asse erleben wir das desaströse Ende des "Urankreislaufs". Am Schacht Konrad erfahren wir, dass wir den Belastungen und Lasten unserer Zivilisation nicht entfliehen können, solange diese nicht nachhaltig geworden ist. Die Botschaft des Papstes zum diesjährigen Weltfriedenstag "Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung" (pdf, 61 KB) sagt dazu das Nötige.
Zum Schluß: die Anregungen zur Fastenaktion 2009 bleiben "im Angebot". Vielleicht verstehen ja in diesem Jahr schon ein paar Christen mehr "die Zeichen der Zeit" und üben sich im Lebenstilwandel unter dem für Christen ja eigentlich nicht neuen Leitbild der Nachhaltigkeit in Gerechtigkeit.
