Ökumenischer Kreuzweg der Schöpfung 2011
"Dein Reich komme, ..."
Der Ökumenische Kreuzweg der Schöpfung 2011 verbindet ganz unterschiedliche Orte in Niedersachsen, die aber alle in der Diözese Hildesheim liegen.
An fünf Sonntagen in der Fastenzeit wird das Asse-Kreuz schweigend und betend durch Hannover, Bremerhaven, Gorleben, Salzgitter und Remlingen getragen. Evangelische und katholische Christen wollen damit auf die akute und massive Bedrohung der Schöpfung weltweit aufmerksam machen. Dabei stehen die geplanten, genehmigten bzw. faktischen Atommüll(end)lager für den Energiehunger unserer Konsumgesellschaft bzw. für die nach wie vor ungeklärte Entsorgungsfrage dieser Energienutzung durch Atomkraft. Die Offshore-Parks in der Nordsee vor Bremerhaven rücken dagegen ein gelungenes Beispiel für eine neue Möglichkeit der regenerativen Energiegewinnung ins Bewusstsein. Entscheidend bleiben politische Entscheidungen, auch auf Landesebene wie in Hannover. Eine demokratisch verfasste Gesellschaft kann sich für nachhaltige Energiegewinnung entscheiden. 25 Jahre nach Tschernobyl ist es an uns, die richtigen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen. Indem wir während des Ökumenischen Kreuzweges der Schöpfungung selbst das Kreuz tragen, bekennen wir uns zu unserer Verantwortung, zu unserer Mitschuld und zu unserem Versagen. Wir selbst tragen durch unseren Lebensstil dazu bei, dass der Raubbau an der Natur wirtschaftlich lukrativ bleibt. Als Christen stellen wir uns dieser Verantwortung.
Der Ökumenische Kreuzweg der Schöpfung 2011 steht unter dem Leitwort "Dein Reich komme, ..." Die Vaterunser-Bitte wird an allen fünf Sonntagen immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise aufgegriffen. In Hannover wird Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert seine eigene Übersetzung auslegen: "Dein Reich kommt, wenn Dein Wille geschieht". Der Kreuzweg beginnt am Neuen Rathaus mit Propst Martin Tenge, mit der Leiterin der Diözesanstelle Weltkirche, Dr. Katharina Bosl von Papp und dem Umweltbeauftragten der Diözese Hildesheim, Jürgen Selke-Witzel.
An jedem Sonntag wird am Kreuz mit dem Holz aus der Asse eine Tontafel mit dem jeweiligen Ort befestigt. Damit wird am 10. April 2011 deutlich sein, dass die strahlende Altlast in der Asse, das Versagen der Wissenschaftler und Politiker, die Ängste der Menschen nicht isoliert zu betrachten sind. Der verantwortliche Umgang mit den 140.000 Fässern schwach- und radioaktiven Mülls verbindet uns mit den Menschen in Hannover, Bremerhaven, Gorleben und Salzgitter. Erst das Schweigen, Vertuschen und Wegsehen lässt die Menschen sich allein und isoliert fühlen.
Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur - bzw. wie wir Christen glauben wollen mit Gottes guter Schöpfung - verbindet uns im 21. Jahrhundert mit allen Menschen auf dieser Erde. Der globale Klimawandel ist nur gemeinsam zu steuern und zu bewältigen. Deshalb lenken wir besonders auch den Blick auf die Menschen in Bolivien, die schon heute von diesem Klimawandel in ihrem Alltag durch Wassermangel bzw. Überschwemmungen betroffen sind. Der Bischof von Aiquile, Jorge Herbas ofm, ist in diesen Tagen in Bremerhaven und Gorleben, um sich mit den Menschen vor Ort auszutauschen und sich zu solidarisieren. Auch dafür soll dieser Ökumenische Kreuzweg der Schöpfung stehen: Bewusstsein schaffen über die eigene Betroffenheit hinaus hin zu einer globalen Soldarität und Vernetzung.
Veranstaltet von der Diözese Hildesheim (Der Umweltbeauftragte, Bolivienkommission, Diözesanrat der Katholiken, Diözesanstelle Weltkirche, Hauptabteilung Pastoral) mit evangelischen und katholischen Christen und Kirchengemeinden vor Ort. Anfragen beantwortet gern Jürgen Selke-Witzel per E-Mail: umwelt@bistum-hildesheim.de oder telefonisch: 0170 6152027.
Stationen
- Hannover, 13. März um 15.00 Uhr
Verantwortung übernehmen
Trammplatz vor dem Neuen Rathaus - Umweltministerium – Basilika St. Clemens
Ansprache: Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, Thema: "Dein Reich kommt, wenn Dein Wille geschieht"
Ansprache - Texte - Bildergalerie - Pressemitteilungen - Bremerhaven, 20. März um 15.00 Uhr
Globale Gerechtigkeit schaffen
Edith-Stein-Schule – Alfred-Wegener-Institut - Klimahaus – kath. Kirche St. Marien
Ansprache: Prälat Dr. Werner Schreer, Generalvikar der Diözese Hildesheim
Texte - Bildergalerie - Pressemitteilungen - Gorleben, 27. März um 14.00 Uhr
Zukunft gewinnen
Gorlebener Kreuze (zwischen Forschungsbergwerk und Zwischenlager an der K2 ) – alter Trebeler Kirchweg – ev. Kirche in Trebel
Ansprache: Rebecca Harms, Mitglied des Europäischen Parlaments
Texte - Bildergalerie - Pressemitteilungen - Salzgitter, 3. April um 15.00 Uhr
Lasten tragen
Kath. Kirche St. Joseph – ev. Kirche St. Andreas – Bundesamt für Strahlenschutz – kath. Kirche St. Michael
Ansprache: Elisabeth Eicke, Vorsitzende des Landeskatholikenausschusses Niedersachsen
Ansprache - Texte - Video - Bildergalerie - Pressemitteilungen - Remlingen, 10. April um 15.00 Uhr
Zerrissenheit aushalten
Ev. Kirche in Remlingen (am Bahnhof) – Schulzentrum – Asse-Schacht – Asse-Informationszentrum
Ansprache: Prof. Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig
Texte - Bildergalerie - Pressemitteilungen
(Stand: 14. April 2011)

