Klimawandel und Gerechtigkeit
Klimapolitik als Baustein einer gerechten Globalisierung und nachhaltigen Armutsbekämpfung
Präsentation von Dagmar Schumann, Misereor (PDF, 2,9 MB)

Folgen des Klimawandels in Bolivien

oder: Warum es immer die Ärmsten trifft

„Klimawandel und Gerechtigkeit - Klimapolitik als Baustein einer gerechten Globalisierung und nachhaltigen Armutsbekämpfung“ – unter diesem Titel lässt das bischöfliche Hilfswerk Misereor derzeit vom renommierten Postdam-Institut für Klimafolgenforschung und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesellschaftspolitik der Münchner Jesuiten sowie der Münchner Rück Stiftung eine Studie erarbeiten, welche unter anderem am Beispielland Bolivien die Folgen der globalen Erderwärmung untersucht. Parallel dazu versucht Misereor, lokale Partnerorganisationen, die in Bolivien zu den Folgen des Klimawandels arbeiten, zu sensibilisieren und miteinander zu vernetzen.

Bereits jetzt sind die Folgen des Klimawandels in Bolivien deutlich zu spüren. Die Termine von Regenzeiten und Trockenperioden verschieben sich massiv. Dies trifft vor allem die Kleinbauern. Wenn sie ihre Saat nicht zur richtigen Zeit auszubringen, ist die gesamte Ernte gefährdet. Durch Veränderungen in den pazifischen Meeresströmungen und das Abschmelzen der Anden-Gletscher nimmt die Regenmenge und die Heftigkeit der Niederschläge zu. Dies führt in der Täler-Region zu vermehrter Bodenerosion und im Tiefland werden die gewohnten Frühjahrsüberschwemmungen immer heftiger und massiver.

Das ohnehin schon wenige Hab und Gut ist im Hochwasser versunken

So fehlten im letzen Jahr nur wenige Zentimeter, und die Wassermassen hätten den Damm, der die Provinzhauptstadt Trinidad im Beni sonst schützt, überschritten. Die Armen, die außerhalb des Dammes siedeln, haben trotzdem alles verloren. 

Dieses Beispiel macht überdeutlich, dass die Ärmsten in Bolivien unter den Folgen des Klimawandels am meisten zu leiden haben. Und wenn wir als Kirche die Option für die Armen ernst nehmen, dann darf uns das, was unseren Schwestern und Brüdern in Bolivien widerfährt, nicht kalt lassen.
(Dietmar Müßig)