Kerncurriculum
Die Teilnahme an den vier Bausteinen des Kerncurriculums wird durch einen so genannten Studienbegleitbrief dokumentiert, den interessierte Studierende über das Mentorat bzw. bei einer Informationsveranstaltung der Hauptabteilung Bildung erhalten. Darin bescheinigt der Mentor die Teilnahme an den entsprechenden Veranstaltungen oder die Anerkennung äquivalenter Leistungen.
Diese rein formale Dokumentation enthält keine persönliche, fachliche oder kirchliche Beurteilung. Die Vertraulichkeit bleibt gewährleistet.
Mit der Einführung des Studienbegleitbriefs und des Kerncurriculums entfallen die bisher erforderlichen kirchlichen Referenzen als Voraussetzung für die Erteilung der Kirchlichen Unterrichtserlaubnis.
Zu den verpflichtenden Bausteinen des Studienbegleitbriefes im Einzelnen:
1. Informationsveranstaltung der Hauptabteilung Bildung
Ziel: Klärung der Fragen: Warum gibt es ein Mentorat? Und warum muss ich daran teilnehmen?
Inhalt:
- die Aufgabenverteilung von Staat und Kirche für den konfessionellen Religionsunterricht;
- die Sendung des Religionslehrers durch die Kirche: Kirchliche Unterrichtserlaubnis und Missio Canonica
Form:
- ca. zweistündige Abendveranstaltung mit einem Vertreter der Hauptabteilung Bildung in der jeweiligen KHG vor Ort in Hildesheim oder Hannover;
- Informationsvermittlung mit Gelegenheit zu Nachfrage und Gespräch
Die Informationsveranstaltungen finden jeweils im Sommersemester statt.
2. Orientierungsgespräch mit dem Mentor
Ziel: Die Studierenden sollen sich im Laufe ihres Studiums mit ihrer eigenen Rolle als Religionslehrerin / -lehrer auseinandersetzen im Spannungsfeld zwischen Person, Kirche und Schule, persönlichem Glauben und Erwartungen von Schule und Kirche. Bei der Klärung der Auseinandersetzung mit der persönlich-religiösen Seite und der künftigen Rolle als Religionslehrerin / -lehrer will das Orientierungsgespräch behilflich sein.
Inhalt:
- Wozu will ich Religion unterrichten? Was erwarte ich?
- Will ich überhaupt Religion unterrichten? Was brauche ich für die Entscheidung?
- Was bedeutet für mich, glaub-würdig Religion zu unterrichten? Wie stehe ich zum Glauben und zur Kirche – was ist mir wichtig, was (noch) fremd?
- Gelegenheit zu (An-)Fragen an den Mentor und zu Anerkennung und Klärung verschiedener Bausteine des Kerncurriculums.
Form:
- Ca. einstündiges Einzelgespräch mit dem Mentor, das anschließend im Studienbegleitbrief bescheinigt wird.
- Gespräch im „forum internum“, d.h. die Vertraulichkeit ist gewährleistet.
Die Termine für die Orientierungsgespräche können hier online vereinbart werden mit dem Mentor für Hannover und dem Mentor für Hildesheim.
3. Spirituelle Erfahrungszeit
Ziel: Durch die spirituelle Erfahrung und Auseinandersetzung mit ihrer Beziehung zu Gott, zu den Menschen und zu sich selbst, sollen die Studierenden ihr religiöses Bewusstsein entwickeln und stärken.
Inhalt:
- Praktische Einführungen in verschiedene Formen christlicher Spiritualität;
- Betrachtung der eigenen religiösen Biographie;
- Einübungen in das persönliche Gebet und in gemeinschaftliche liturgische Vollzüge.
Form:
- Besinnungstage mit spirituellem Schwerpunkt im Umfang von mindestens fünf Tagen oder zwei Wochenenden;
- Angebote durch die Hochschulpastoral, sowie bei kirchlichen Einrichtungen, Ordensgemeinschaften usw.;
- Werden Bescheinigungen formell oder entsprechende Teilnahmebescheinigung im Sekretariat des Mentorats nachgewiesen, erfolgt der Eintrag ins Studienbegleitbuch.
Nähere Informationen: s. Infoblatt "Spirituelle Erfahrungszeit" (pdf, 64 KB)
4. Praktische Kirchenerfahrung
Ziel: Die Studierenden sollen durch praktisches Engagement Erfahrungen mit gelebter Kirche und mit sich als aktivem Teil von Kirche sammeln und auswerten. Dabei sollen sie die Erfahrung machen, wie es ist, als Repräsentant der Kirche wahrgenommen zu werden, um sich ihrer künftigen Rolle zu vergewissern.
Inhalt:
- Hospitation und Mitarbeit in einer kirchlichen Einrichtung: Gemeinde, Verbände, Bildungswesen, Medien, Caritas, usw.;
- Eigenverantwortliche Durchführung eines kleinen Projekts;
- Zentraler Gegenstand ist das Erleben und die Reflexion der eigenen Rolle als „Kirchenmensch“.
Form:
Bei der Absolvierung geht es um die Qualität und Intensität der Kirchenerfahrung. Auch mit Blick auf die Mehrfachbelastung der BA- und MA-Studierenden wird bewusst kein zeitlicher Rahmen festgesetzt. Drei unterschiedliche Formen sind denkbar:
a) Ein vierwöchiges Praktikum in einer Pfarrei oder kirchlichen Einrichtung, das gleichzeitig kompatibel sein kann mit einem außerschulischen Praktikum im Studiengang. Auf einen gesonderten Reflexionsbericht wird verzichtet. Zur eigenen Orientierung können die Leitfragen für den Reflexionsbericht verwendet werden. Der Mentor ist für eine Nachbesprechung ansprechbar.
Nähere Informationen: s. Infoblatt "Praktische Kirchenerfahrung" (pdf, 76 KB)
Oder b) Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement durch den Mentor bei Nachweis durch eine kirchliche Stelle. Auch hier wird auf einen Reflexionsbericht verzichtet, wenn der/die Studierende ab dem 16. Lebensjahr für mindestens ein Jahr in der aktiven Rollenerfahrung eines „Kirchenmenschen“ stand und selbst schon Verantwortung übernommen hat. Der Leitfragen zum Reflexionsbericht mag zur eigenen Orientierung hilfreich sein. Bei Bedarf kann der Mentor für eine Nachbesprechung angefragt werden.
Nähere Informationen: s. Infoblatt "Kirchliches Engagement" (pdf, 73 KB)
Oder c) Anerkennung eines Einzel-Projekts durch den Mentor, nach vorheriger Absprache. Hier wird ein 3-5seitiger Reflexionsbericht erwartet, der die eigene Rollenerfahrung betrachtet (z.B. eigenverantwortliche Mitarbeit bei Tagen religiöser Orientierung, während einer Firmvorbereitung oder im Rahmen liturgischer Dienste). Eine Reaktion auf den eingereichten Reflexionsbericht erfolgt durch den Mentor schriftlich oder in einem Reflexionsgespräch mit abschließender Eintragung in das Studienbegleitbuch. Über die Anrechenbarkeit entscheidet der Mentor.
Nähere Informationen: s. Infoblatt "Kirchliches Projekt" (pdf, 70 KB)