Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus
Herkunft und Selbstverständnis
Unsere Gemeinschaft wurde im 19. Jahrhundert von Franziska Schervier, einer Aachener Fabrikantentochter, gegründet. Mit wachem Herzen erkannte sie die Probleme der sozialen Randgruppen in der aufstrebenden Industriegesellschaft und versuchte zu helfen, wo sie konnte. Doch es genügte ihr nicht, nur äußere Not zu lindern. In ihrer konkreten Lebenssituation sah sie Christus auf sich zukommen, dem sie sich ganz zur Verfügung stellte. Seine Liebe durfte durch Franziska die Menschen erreichen. Vom Auftrag Christi: “Ihr sollt meine Wunden heilen!” getroffen, gründete sie 1845 mit einigen Gefährtinnen die Ordensgemeinschaft der Armen-Schwestern v. hl. Franziskus. Im armen und leidenden Menschen Christus zu dienen, war eine der Hauptaufgaben der jungen Gemeinschaft. Die Schwestern arbeiteten in Suppenküchen, kümmerten sich um Fabrikarbeiterkinder und Prostituierte, pflegten Kranke in ihren Wohnungen, Cholera- und Pockenkranke und verwundete Soldaten.
Ihre geistliche Prägung erhielt die Gemeinschaft durch das Vorbild des Armen von Assisi, der das Evangelium zum Maßstab seines Lebens gemacht hatte. 1974 wurde Franziska Schervier von Papst Paul VI. seliggesprochen. Als Franziskanische Gemeinschaft wollen wir uns vom Evangelium prägen lassen. Eine jede von uns weiß sich von Jesus Christus in seine Nachfolge gerufen. Auf diesem Weg helfen uns die Gelübde der ehelosen Keuschheit, der Armut und des Gehorsams, Gott und den Menschen ungeteilten Herzens zur Verfügung zu stehen. Ein solches Leben ist nur möglich in intensivem hörenden Kontakt mit Christus. Mitten in dem oft fordernden Alltag brauchen wir deshalb einen geschützten Raum, der das ermöglicht. Zeiten der Stille und ein abgesonderter Lebensraum (Klausur) gehören wesentlich zu unserem Leben. Ein weiteres wichtiges Element ist die schwesterliche Gemeinschaft. Wir nennen uns Schwestern und wollen als solche gegenseitig Stütze und Ermutigung auf unserem gemeinsamen Weg sein.
Aufgabenbereiche
Ausdruck und Pflege findet unsere Gottesbeziehung durch tägliche Eucharistiefeier Mitvollzug des kirchlichen Stundengebetes Lesen der Heiligen Schrift Meditation Anbetung persönliches Gebet Maßstab für unser Leben und unseren Dienst ist die menschgewordene Liebe Gottes. Wie Franziska Schervier versuchen wir, in der Begegnung mit allen Menschen Christus zu erkennen und seine Liebe weiterzuschenken. Gemäß dem Auftrag: “Ihr sollt meine Wunden heilen!” wenden wir uns besonders den Menschen zu, die in irgendeiner Weise verwundet oder benachteiligt sind. Wir sind in folgenden Arbeitsbereichen tätig:
- Krankenhäuser
- Altenheime
- Kinderheime und Kindergärten
- Sozialstationen
- Einrichtungen der Nichtsesshaftenhilfe
Ausbildung
Eine bestimmte Ausbildung wird nicht verlangt.
Bindung
Die Bindung erfolgt nach einjährigem Postulat, zweijährigem Noviziat und fünf Jahren zeitlicher Profess mit den ewigen Gelübden.
