Zusammenführung von Pfarrgemeinden
Im Beschluss „Eckpunkte 2020“ zur kurz- und mittelfristigen Strukturplanung im Bistum Hildesheim hat der ehemalige Bischof Dr. Josef Homeyer im Dezember 2003 ausgeführt, dass die Anzahl der Kirchengemeinden in unserem Bistum (bisher 363) bis zum Jahre 2020 auf etwa 120 zu reduzieren ist.
Grund für die Zusammenführung von Pfarrgemeinden sind im Wesentlichen die strukturellen Veränderungen und Reduzierungen im Bereich Finanzen, Katholikenzahlen, und der Entwicklungszahlen von Priestern und Hauptberuflichen im pastoralen Dienst. Jedoch war ein wesentlicher Impuls auch die Tatsache, dass die derzeitige Gestalt von Kirche den kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in der Bundesrepublik Deutschland und damit auch im Bistum Hildesheim nicht mehr ausreichend Rechnung trägt und eher in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit abrutscht.
Im Jahr 2004 hat der Prozess der Zusammenführung von Pfarrgemeinden begonnen. Seitdem erfolgen im Rhythmus von zwei Jahren weitere Zusammenführungen bis zum Jahr 2014. Dann ist der Strukturprozess abgeschlossen.
Wesentliche Erkenntnis der ersten Zusammenführungsprozesse war, dass die strukturellen Maßnahmen nur ein Vehikel sein können, die kirchliche und damit auch pastorale Entwicklung unseres Bistums konzeptionell und inhaltlich neu aufzustellen. Dies meint in erster Linie, dass es eine geistliche Erneuerungsbewegung geben muss, die die kirchlichen Gemeinschaften und Einrichtungen erfahrbar werden lässt als Biotope des Glaubens, als solche Orte, an denen die Sehnsucht nach Gott aufrechterhalten wird, als Orte, die nicht aus dem Blick verlieren, das es ein wesentliches Ziel des kirchlichen Auftrags ist, sich um die Armen und Schwachen zu kümmern; und solche Orte, die sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen, sondern Ausschau halten nach den Suchenden.
Unter diesen unterschiedlichen Akzenten trägt der Prozess der Zusammenführung von Pfarrgemeinden zurecht den Titel „Visionen eröffnen Wege , auf eine neue Art Kirche sein“.
