Katholisches Forum Niedersachsen

Gesprächspartner auf einer Bühne beim Katholischen Forum Niedersachsen

Das Katholische Forum Niedersachsen will mit Fragen von Glaube und Religion Entscheider erreichen, deren Stimme in der Gesellschaft Gehör findet.

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Man trifft sich im Schloss, in der Bibliothek, im Theater oder im Museum. Wenn das Katholische Forum Niedersachsen einlädt, gibt es immer ein ganz besonderes „Setting“. Ebenso außergewöhnlich wie die Veranstaltungsorte sind die Referenten: hochkarätige Wissenschaftler, Schauspielgrößen, Wirtschaftsführer oder oberste Richter.

„Gestalt und Gehalt – beides ist gleichermaßen wichtig“, sagt der Direktor des Forums, Jens Lüpke. Sein Ziel: Entscheider erreichen, deren Stimme in der Gesellschaft Gehör findet, und sie mit Fragen von Glaube und Religion konfrontieren. „Wir wollen bei diesen Menschen eine Tür aufstoßen für wichtige Themen. Und wir wollen zeigen: Kirche ist nicht verstaubt, Kirche ist keine muffige Nische“, erklärt er.

Zu den Teilnehmern der Foren zählen Minister und Abgeordnete, Gerichtspräsidenten und Institutsleiter, Bischöfe und Prälaten, leitende Beamte und Gewerkschaftsführer, Bürgermeister und Landräte, Hochschullehrer und Manager. 4.000 Männer und Frauen hat das Forum in seiner Kartei, je nach Veranstaltung werden 500 bis 1000 Einladungen verschickt.

Rund sechs Mal im Jahr lädt das Forum zu verschiedenen Reihen ein: „Glaube und Vernunft“, „Klausur“, „Juristenforum“ oder „Lesejahr“ sind sie überschrieben. Dann geht es in Vorträgen und Diskussionen um Menschenwürde und Generationenrecht oder die „Rettung des Authentischen“. Und mal liest ein Schauspieler ausdrucksstark aus der Offenbarung des Johannes – was dann auch zu einer Offenbarung für die Zuhörer werden kann. Im ganz kleinen Kreis tagt das „Forum Internum“, an dem maximal 20 Persönlichkeiten teilnehmen. Die Themen, die aufgerufen werden, sind fast immer von langfristiger, grundsätzlicher Bedeutung. „Bei sechs Veranstaltungen im Jahr können wir nicht den Talkshows hinterherhecheln“, meint Lüpke.

Sein Konzept geht auf: „Wir bekommen auf unsere Einladungen zwischen acht und 20 Prozent Zu- sagen. Das ist für eine solche Veranstaltungsform enorm. Wenn Sitzungswoche im Landtag ist, buhlen die Interessengruppen um die Abgeordneten, manchmal haben sie 25 Einladungen pro Abend auf dem Tisch. Man muss es schaffen, die Volksvertreter zu begeistern“, sagt Lüpke. Das Katholische Forum schafft es immer wieder.

Der Erfolg zeigt sich nicht nur in der Zahl und der Zusammensetzung des Teilnehmerkreises, sondern auch an der Verweildauer der Eingeladenen: Der offizielle Teil der Veranstaltungen endet in der Regel gegen 21 Uhr, viele Teilnehmer nutzen die Treffen aber noch Stunden danach für einen informellen Austausch. „Wir bieten den Teilnehmern eine kommunikative Plattform, sie wissen, dass sie bei uns mit Ihresgleichen ins Gespräch kommen können“, erklärt Lüpke.  Seit das Katholische Forum 2002 ins Leben gerufen wurde, hat es zahlreiche Spitzenkräfte aus verschiedenen Bereichen angesprochen.

Gesprächspartner auf einer Bühne beim Katholischen Forum Niedersachsen

Die Exklusivität des Katholischen Forums hat Lüpke nicht nur Freunde gemacht. Vor allem gibt es Kritik daran, dass sich niemand von sich aus zu den Veranstaltungen anmelden kann, sondern dass man nur auf Einladung zum Forum kommt. „Aber ich bleibe dabei. Wenn wir das Katholische Forum öffnen, bekommen wir die Spitzenleute nicht mehr. Wir brauchen Hochklassigkeit, müssen mit der Exklusivität werben. Die Kirche bietet alle möglichen Angebote von Schule bis Erwachsenenbildung, die allesamt für jedermann offen sind. Dieses eine nicht. Damit ermöglichen wir eine Begegnung auf Augenhöhe,“ sagt der Direktor. Und er wagt einen Vergleich: „Nicht jeder, der sich für Medizin interessiert, hat das Recht, am Ärztekongress teilzunehmen.