Bildung, Muße, Erlebnis

Offizieller Wechsel in der Leitung der Akademie St. Jakobushaus in Goslar

Goslar (bph) Kontinuität und neue Akzente sollen das Jakobushaus Goslar, die Akademie des Bistums Hildesheim, nach vorne bringen. Das versprach Heiner J. Willen als neuer Direktor bei seiner offiziellen Amtseinführung mit zahlreichen Gästen am Sonntagabend. Dabei wurde auch der bisherige Akademiedirektor Dr. Andreas Fritzsche mit großem Dank und guten Wünschen verabschiedet.

Seinen Dienst in Goslar hat Willen schon im März angetreten und sich seitdem einen Überblick über die Akademie und ihre Geschichte verschafft. Er sehe sich in der Tradition seiner Vorgänger im Amt des Akademiedirektors, sagte Willen in seiner Ansprache, doch wolle er auch neue Akzente setzen. Der neue Chef sieht das Jakobushaus weiterhin in der Mitte der Gesellschaft. Dort möge es alle gesellschaftlichen Schichten ansprechen, wünscht sich der Hausherr. Dazu gehören auch Jugendliche. Heiner J. Willen möchte mit Universitäten zusammenarbeiten und zertifizierte Ausbildungen anbieten. Verbesserungsbedarf sieht der Akademiedirektor auch beim Hausservice und der Kundenfreundlichkeit. „Gemeinsam werden wir die Herausforderungen der Zukunft konstruktiv angehen“, versprach Willen, „damit das Jakobushaus ein Ort der Bildung, der Muße und der Erlebnisse wird.“

Den Segen des Kuratoriums hat der neue Akademiedirektor für seine Pläne. Das machte PD Dr. Jörg-Dieter Wächter vom Bischöflichen Generalvikariat und Vorsitzender des Kuratoriums des Jakobushauses, in seiner Rede deutlich. Auch wenn er keinen Zweifel daran ließ, dass das Jakobushaus seine wirtschaftliche Situation verbessern muss, so wollte Wächter dessen Arbeit nicht rein ökonomisch beurteilen. Eine Akademie müsse die zentralen Fragen der Gesellschaft aufgreifen und auch zur Persönlichkeitsbildung beitragen.

Seine guten Wünsche an Willen verband Wächter mit einem großen Dankeschön an den scheidenden Akademiedirektor Dr. Andreas Fritzsche. „Sie haben die Kompetenzen des Hauses im Bereich Philosophie ausgebaut und sein Profil in der Öffentlichkeit gestärkt“, bescheinigte er dem Theologen und Philosophen Fritzsche. Dr. Werner Schreer schloss sich als Generalvikar des Bistums dem Dank an Fritzsche und den guten Wünschen an seinen Nachfolger an. Schon als Schüler habe er das Jakobushaus schätzen gelernt, erzählte der Generalvikar freimütig. Schreer will sich dafür einsetzen, dass die Akademie des Bistums auch weiterhin ein eigenständiges Profil hat.

Heiner J. Willen wurde 1951 in Sögel im Emsland geboren und wuchs in Papenburg auf, wo er 1969 Abitur machte. Danach studierte er bis 1974 Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen und schloss als Diplom-Sozialwirt ab. Parallel erwarb er im Fernstudium die kirchliche Lehrerlaubnis für katholische Religion an Grundschulen und in der Sekundarstufe. Nach verschiedenen Stationen im Bistum Hildesheim war Heiner J. Willen zuletzt Leiter des Katholischen Universitäts- und Hochschulzentrums (khg) in Göttingen.

Dr. phil Dipl. theol Andreas Fritzsche wurde 1955 im damaligen Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, in der DDR geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Erfurt und Münster. Dr. Fritzsche wurde 1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter für Fragen der Philosophie und Theologie am St. Jakobushaus Goslar und leitete das Haus seit 1995.