Letzter Gottesdienst

Die Kirche „Heilig Kreuz“ in Pattensen-Schulenburg wird entwidmet

Hildesheim/Pattensen (bph) Die Kirche „Heilig Kreuz“ in Pattensen-Schulenburg wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für katholische Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Der Bischof selbst wird dort am Samstag, 14. April 2012, um 18 Uhr den letzten Gottesdienst feiern.

Die Kirche „Heilig Kreuz“ in Pattensen-Schulenburg ist eine Filialkirche der Pfarrei „Heilig Geist“ in Sarstedt, zu der auch noch die Filialkirchen „Heilige Dreifaltigkeit“ in Sarstedt-Ruthe, „St. Joseph“ in Poppenburg und „St. Michael“ in Nordstemmen gehören. Sie wurde 1959/60 nach den Plänen der Architekten Albert Feldwisch-Drentrup, Osnabrück, und Rudolf Simon, Hannover, als einschiffiger Putzbau mit Satteldach errichtet. Die welfische Calenberger Fürsten- und Königsfamilie hat den Bau unterstützt. Das kleine angebaute Pfarrheim diente dem regen Gemeindeleben.

1987 wurde der Innenraum renoviert und der Altarraum neu gestaltet. Das wertvolle Kruzifix mit Christusfigur – das vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt – war eine Leihgabe Seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Ernst August von Hannover. Es wurde inzwischen zurückgegeben. Eine weitere Leihgabe ist der Kreuzweg mit zehn Stationen, den der bekannte Künstler Sieger Köder aus Ellwangen 1990 als Flachrelief auf Bronzeplatten angelegt hat.

Bischof Norbert Trelle hat die Heilig-Kreuz-Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund ist die sinkende Zahl der Katholiken in dieser Filialgemeinde. Sie hat sich dort in den vergangenen 20 Jahren um fünf Prozent verringert. Im Jahr 1988 besuchten im Durchschnitt 104 Gläubige die Gottesdienste in der Heilig-Kreuz-Kirche. Im Jahr 2006 waren es nur noch 61, also 41 Prozent weniger. Für die neue Pfarrgemeinde, die im Jahr 2010 aus den drei bisherigen Pfarrgemeinden Heilig Geist in Sarstedt, Hl. Dreifaltigkeit in Sarstedt-Ruthe und St. Michael in Nordstemmen entstanden ist, steht nach dem aktuellen Stellenplan dann nur noch ein Priester zur Verfügung, der fünf Kirchen zu betreuen hätte.

Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Bei einer Untersuchung wurde für die Kirche Heilig Kreuz ein mittlerer Bauzustand festgestellt. Es müssten aber 50.000 Euro investiert werden.

Der Weg, den die Gläubigen von Heilig Kreuz zum Gottesdienst zurückzulegen haben, wenn ihre Kirche nicht mehr besteht, beträgt sechs bis neun Kilometer zu den Nachbarkirchen. Er ist nicht vergleichbar mit den langen Wegen, die von den Gläubigen in den ausgedehnten ländlichen Diasporagebieten des Bistums zu bewältigen sind.

Vor diesem Hintergrund haben der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat der früheren Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Pattensen-Schulenburg und der Dekanatspastoralrat des Dekanates Borsum-Sarstedt dem Vorschlag des Bischöflichen Generalvikariats zur Schließung der Kirche zugestimmt. Auch der Priesterrat des Bistums riet Bischof Norbert Trelle dazu.

Die Kirche „Heilig Kreuz“ samt Grundstück ist Eigentum des Bischöflichen Stuhls. Bischof Norbert Trelle hat sich dafür ausgesprochen, die Kirche an den Musikverein Schulenburg zu verkaufen, der sie kulturell nutzen möchte.