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Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge wird geschlossen

Hildesheim/Coppenbrügge (bph) Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Der Bischof selbst wird den Profanierungsgottesdienst am Samstag, 9. Juni, um 18 Uhr leiten.

Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Joseph“ in Gronau, zu der auch noch die Filialkirchen „Hl. Petrus zu den Ketten“ in Elze, „St. Marien“ in Elze-Mehle und „St. Benedikt“ in Salzhemmendorf-Lauenstein sowie die Kapelle „St. Joseph“ in Eitzum gehören. Die Fertigteilkirche wurde 1968 geweiht. Der Künstler Hanns Joachim Klug entwarf damals Altar, Tabernakel, die Taufsteinanlage und weitere Einrichtungsgegenstände wie das Altarkreuz und den Osterleuchter.

Bischof Norbert Trelle hat diese Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund war, dass die Bevölkerung im Raum der Gronauer Pfarrgemeinde St. Joseph in den vergangenen 20 Jahren deutlich gesunken ist. Nach Angaben der zuständigen Ämter wird sie bis zum Jahr 2025 weiter zurückgehen. Entsprechend sinkt auch die Zahl der Katholiken in der Pfarrgemeinde. Viele der engagierten Katholiken in Coppenbrügge sind nach Hameln orientiert. Im Jahr 1988 besuchten im Durchschnitt 897 Gläubige die Gottesdienste in den sechs Kirchen der Pfarrei. Im Jahr 2006 waren es nur noch 307, also fast 66 Prozent weniger. Für die Pfarrgemeinde St. Joseph, die im Jahr 2006 aus den drei bisherigen Pfarrgemeinden St. Joseph in Gronau, Hl. Petrus zu den Ketten in Elze und St. Benedikt in Salzhemmendorf-Lauenstein entstanden ist, steht nach dem aktuellen Stellenplan nur noch ein Priester zur Verfügung, der sechs Kirchen zu betreuen hätte.

Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Zustand der Kirche sehr schlecht ist. Die Schäden an der Bausubstanz sind mittlerweile so gravierend, dass umfassende Sanierungsmaßnahmen für mehr als 350.000 Euro notwendig wären. Der Weg, den die Gläubigen aus Coppenbrügge zum Gottesdienst in der Kirche St. Benedikt in Salzhemmendorf-Lauenstein zurückzulegen haben, wenn ihre Kirche nicht mehr besteht, beträgt nur sieben Kilometer. Er ist nicht vergleichbar mit den langen Wegen, die von den Gläubigen in den ausgedehnten ländlichen Diasporagebieten des Bistums zu bewältigen sind.

Schweren Herzens haben deshalb der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat der Pfarrgemeinde St. Joseph in Gronau sowie der Dekanatspastoralrat des Dekanates Alfeld-Detfurth dem Vorschlag des Bistums zur Schließung der Kirche Maria Königin der Apostel in Coppenbrügge zugestimmt. Auch der Priesterrat des Bistums riet Bischof Norbert Trelle zur Schließung. Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ ist Eigentum des Bischöflichen Stuhles. Über die weitere Nutzung des Gebäudes nach der Profanierung wurde noch nicht entschieden.