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Die Kirche „St. Barbara“ in Hänigsen wird geschlossen

Hildesheim/Hänigsen (bph) Die Kirche „St. Barbara“ in Hänigsen wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger wird den Profanierungsgottesdienst am Freitag, 16. November, um 18 Uhr leiten.

Die Kirche „St. Barbara“ in Hänigsen ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Nikolaus“ in Burgdorf, zu der auch noch die Filialkirche „St. Matthias“ in Uetze gehört. Sie wurde nach den Plänen von Diözesan-Oberbaurat Fehlig und dem Bischöflichen Bauamt gebaut und 1961 geweiht. Die Innenausstattung umfasst unter anderem einen dreiteiligen Zyklus mit der Thematik „Barbara-Zweige“ des Hildesheimer Künstlers Heinrich Waldmann von 1961. Im Jahre 1985 wurde die Kirche durch den Braunschweiger Künstler Claus Kilian umgestaltet, der auch das heutige Altarbild schuf. Das Gebäude gab den vielen Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten eine kirchliche Heimat.

Bischof Norbert Trelle hat diese Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus, die im Jahr 2006 aus den beiden bisherigen Pfarrgemeinden St. Nikolaus in Burgdorf und St. Matthias in Uetze errichtet wurde, hat zurzeit rund 5.000 Mitglieder. Dafür erscheinen zwei Kirchen als ausreichend, zumal der aktuelle Stellenplan für diese Pfarrei nur noch einen Priester vorsieht. Der Gottesdienstbesuch in der früheren Pfarrgemeinde St. Matthias in Uetze, der St. Barbara in Hänigsen als Filialgemeine angehörte, ging von 9,9 Prozent im Jahr 1998 auf 5,8 Prozent im Jahre 2005 zurück. Auch in der neuen Pfarrgemeinde St. Nikolaus ist er weiter rückläufig.

Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Bauzustand der Kirche St. Barbara mittelmäßig ist. Es besteht ein Instandhaltungsrückstau von 50.000 Euro. Der Weg, den die Hänigser Gläubigen zum Gottesdienst nach Burgdorf zurückzulegen haben, wenn ihre Kirche nicht mehr besteht, beträgt nur 7,5 km. Er ist nicht vergleichbar mit den langen Wegen, die von den Gläubigen in den ausgedehnten ländlichen Diasporagebieten des Bistums zu bewältigen sind.

Schweren Herzens hat deshalb der Dekanatspastoralrat des Regionaldekanates Hannover dem Vorschlag des Bistums zur Schließung der Kirche St. Barbara in Hänigsen zugestimmt. Auch der Priesterrat des Bistums riet Bischof Norbert Trelle zur Schließung.

Die Kirche „St. Barbara“ ist Eigentum des Bischöflichen Stuhls. Über die Nachnutzung ist bislang noch nicht entschieden worden.