Mit schwerem Herzen

Die Kirche „St. Peter und Paul“ in Bremen-Lesum wird geschlossen

Hildesheim/Bremen (bph) Die Kirche „St. Peter und Paul” in Bremen-Lesum wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Generalvikar Dr. Werner Schreer wird den Profanierungsgottesdienst am Montag, 19. November, um 18 Uhr leiten.

Die Kirche „St. Peter und Paul“ ist eine Filialkirche der Katholischen Pfarrgemeinde „Heilige Familie“ in Bremen-Grohn. Sie wurde auf einem 1963 gekauften Villengrundstück gebaut. Altar und Fenster gestaltete der Künstler Claus Kilian im Jahre 1973, die Figurengruppe Peter und Paul stammt aus dem Jahre 2003 und entstand unter den Händen von Professor Bernd Altenstein aus Worpswede.

Bischof Norbert Trelle hat diese Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund war unter anderem die sinkende Zahl der Kirchenbesucher. Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 15,1 Prozent der Gemeindemitglieder den Sonntagsgottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul. Sieben Jahre später waren es nur noch 6,9 Prozent. Für die neue Pfarrgemeinde, die im Jahr 2006 aus den drei damaligen Pfarrgemeinden Heilige Familie in Bremen-Grohn, St. Willehad in Bremen-Aumund und St. Peter und Paul in Bremen-Lesum errichtet wurde, steht nach dem aktuellen Stellenplan nur noch ein Priester zur Verfügung. Die im Jahre 1987 neu errichtete Kirche Heilige Familie in Bremen-Grohn bietet genug Platz für die rund 6.400 Mitglieder der Pfarrgemeinde.

Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass die Kirche St. Peter und Paul in einem mittleren Bauzustand ist. Der Weg, den die Lesumer Gläubigen zum Gottesdienst zurückzulegen haben, wenn ihre Kirche nicht mehr besteht, beträgt nur 3,2 Kilometer zur Pfarrkirche Heilige Familie in Bremen-Grohn. Er ist nicht vergleichbar mit den langen Wegen, die von den Gläubigen in den ausgedehnten ländlichen Diasporagebieten des Bistums zu bewältigen sind.

Schweren Herzens haben deshalb der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat der Pfarrgemeinde Heilige Familie in Bremen-Grohn dem Vorschlag des Bistums zur Schließung der Kirche St. Peter und Paul in Bremen-Lesum zugestimmt. Auch der Dekanatspastoralrat des Dekanates Bremen-Nord und der Priesterrat haben Bischof Trelle diese Maßnahme empfohlen.

Die Kirche „St. Peter und Paul“ in Bremen-Lesum ist Eigentum der Pfarrgemeinde Heilige Familie. Über die Nachnutzung von Grundstück und Gebäude wurde noch nicht entschieden.