Neue Wege gehen

Bistum Hildesheim sucht für „innovative Projekte“ befristet neue Mitarbeiter

Hildesheim (bph) Das Bistum Hildesheim will mit innovativen Projekten neue Wege gehen. In den kommenden Wochen werden befristet bis zu 20 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Bis zum Jahre 2013 sollen sie das Bistum auf verschiedenen Gebieten voran bringen und neue Ideen entwickeln, die sich danach selbst tragen müssen. Dafür stellt das Bistum einmalig für zwei Jahre insgesamt gut 3 Millionen Euro bereit.

Die Zeiten ändern sich, auch für die katholische Kirche. Waren die Pfarrgemeinden noch vor wenigen Jahrzehnten der klassische Ort, an dem der Glauben gelebt wurde, so findet man heute eine Vielzahl von verschiedenen religiösen Gruppen innerhalb der Pfarrgemeinden und auch außerhalb. Das Bistum versucht diesen unterschiedlichen Entwicklungen im Prozess „Lokale Kirchenentwicklung“ gerecht zu werden. Dahinter steckt die Idee, dass nicht mehr alle Pfarrgemeinden alles leisten können, sondern unterschiedliche Schwerpunkte setzen sollen. Diese „Lokale Kirchenentwicklung“ fördert das Bistum in den kommenden zwei Jahren mit bis zu acht Projektstellen. Neue Mitarbeiter mit seelsorglicher und theologischer Ausbildung sollen den Pfarrgemeinden helfen, je nach Lage, Größe und Struktur der Mitglieder ihre Stärken zu erkennen und entsprechend zu profilieren.

Zu einer sinnvollen Gemeindearbeit gehört auch der respektvolle Umgang mit der Schöpfung. Zusätzliche Projektmittel sollen daher die Klimaschutzinitiative des Bistums voran bringen und den Gemeinden helfen, Energie zu sparen. Um die Integration ausländischer Studierender geht es dagegen bei dem Projekt „International Affairs“ der Katholischen Hochschulgemeinde Hannover. Mit einem Mini-Job will das Bistum dort die interkulturelle Projektarbeit unterstützen. Etwas früher, nämlich im Schulalter, setzt das Projekt „Qualifikation von Lehrkräften zur Durchführung sexualpädagogischer Projekttage an den weiterführenden katholischen Schulen im Bistum Hildesheim“ an. Dort lernen Lehrer, wie sie Schüler bei Projekttagen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes aufklären können.

Verstärken will das Bistum darüber hinaus seine lokalen Pressestellen in Hannover und Braunschweig sowie in einem Dekanat versuchsweise eine kostenlose Verteilzeitung aufbauen. Außerdem wird die Suchtberatung bei der Caritas in Hannover ausgebaut und eine halbe Projektstelle für das anstehende 25. Jubiläum der Bolivienpartnerschaft des Bistums eingerichtet.

In einem Interview mit der KirchenZeitung betont Generalvikar Dr. Werner Schreer: „Wir füllen jetzt nicht die Gießkanne, sondern setzen mit den Projekten Akzente in Bereichen, die wir nach Beratung in den entsprechenden Gremien des Bistums als vordringlich ansehen.“ Die langfristigen Ziele und Sparmaßnahmen der „Eckpunkte 2020“ werden nicht in Frage gestellt. Alle Projekte seien auf zwei Jahre begrenzt, unterstreicht Schreer: „Die neuen Aufgaben bedeuten nicht den Ausbau unseres Stellenplans.“

Für diese innovativen Projekte will das Bistum Hildesheim in den Jahren 2011 bis 2013 insgesamt 3.040.680 Euro bereitstellen. Der größte Teil dieses Betrages fließt in Personalkosten. Die Bistumsleitung hofft, dass die meisten Projekte nach Auslaufen der Finanzierung von alleine weiter laufen können oder von Ehrenamtlichen getragen werden.

Mehr zu den innovativen Projekten auf der Homepage des Bistums: www.innovative-projekte.bistum-hildesheim.de