Verantwortung wahrnehmen

Hildesheimer Generalvikar Dr. Werner Schreer besuchte Schachtanlage „Asse II“

Hildesheim/Remlingen (bph) Der Generalvikar des Bistums Hildesheim, Dr. Werner Schreer, hat sich dafür ausgesprochen, bei der Schließung des atomaren Versuchslagers in der Schachtanlage „Asse II“ die unter ethischen Gesichtspunkten beste Option zu wählen. Dabei müsse man sowohl die Sorgen und Ängste der Menschen vor Ort im Blick haben, als auch Verantwortung für nachfolgende Generationen wahrnehmen, sagte der Generalvikar am Freitag, 8. Januar, dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, bei einem Informationsbesuch in der Schachtanlage.

Schreer begrüßte, dass das Bundesamt für Strahlenschutz als neuer Betreiber sich um Transparenz und Bürgerbeteiligung bei der Suche nach der geeignetsten Schließungsoption bemühe. „Die Einrichtung der ‚Infostelle Asse‘ ist ein erster und wichtiger Schritt“, lobte der Generalvikar im Gespräch mit dem BfS-Präsidenten. Nun müsse alles getan werden, um verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen. Er nehme die Sorgen und Befürchtungen der Menschen angesichts der Schäden im „Versuchsendlager“ Asse II sehr ernst, so der Generalvikar weiter. Mit ihnen fordere er eine nachhaltige und tragfähige Lösung, die dem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung gerecht werde.

Mit einer insgesamt siebenköpfigen Delegation fuhr der Generalvikar in die Schachtanlage ein, um sich persönlich ein Bild von dem ehemaligen Salzbergwerk zu machen, in das zwischen 1967 und 1978 schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert wurden. Begleitet wurde der Generalvikar unter anderem von Ansgar Holzknecht, dem Umweltbeauftragten des Bistums, und Dr. Christian Heimann als Vertreter des Diözesanrats. Auch der zuständige Ortspfarrer Matthias Eggers aus Wolfenbüttel war dabei.

Dr. Werner Schreer hat das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (FIPH) – eine Einrichtung des Bistums Hildesheim – gebeten, ein Positionspapier zu Fragen der Kernenergie und der Endlagerung atomarer Abfälle auszuarbeiten.

Das Bistum plant an fünf Sonntagen der Fastenzeit, vom 21. Februar bis zum 21. März, jeweils von 15 bis 17 Uhr einen ökumenischen Kreuzweg zwischen der Schachtanlage „Asse“ und Schacht Konrad. Dabei soll jeweils eine Etappe mit einem Kreuz gegangen werden.