Mobilitätskonzept

Förderantrag

entsprechend der Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative des BMU - Klimaschutzteilkonzept Klimafreundliche Mobilität:

Fuhrparkmanagement und E-Mobilität im Bistum Hildesheim

Vorhabensbeschreibung

Angaben zum Antragsteller und Ziele

Das Bistum Hildesheim ist eine Körperschaft Öffentlichen Rechts und erstreckt sich als Flächenbistum im Süden von der Grenze Niedersachsens zu Hessen bis zur Nordsee auf einer Fläche von rund 31.000 qkm. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 290 km und die Ost-West-Ausdehnung beläuft sich auf rund 140 km. Die Kirche im Bistum Hildesheim hat rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen ca. 270 direkt im Bischöflichen Generalvikariat in Hildesheim und den zugeordneten Einrichtungen beschäftigt sind. Die anderen Mitarbeitenden sind im pastoralen Dienst, an den kirchlichen Schulen sowie bei den Kirchengemeinden beschäftigt.

Ausgangslage

Die 600.800 Katholiken des Bistums verteilen sich auf 120 Kirchengemeinden, die vom jeweiligen Pfarrer gemeinsam mit den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den kirchengemeindlichen Gremien geleitet werden. Die Gremien sind überwiegend mit Ehrenamtlichen besetzt und haben wesentlichen Einfluss auf das kirchliche Leben vor Ort. Dabei stehen sie in enger und intensiver Abstimmung mit dem Bischöflichen Generalvikariat in Hildesheim. Die Tätigkeit der Mitarbeitenden des Generalvikariates ist in größeren Teilen, vor allem in der Hauptabteilung Pastoral und in den Abteilungen Immobilien und Bau durch häufige Vor-Ort­Präsenz und damit verbundene Reisetätigkeit gekennzeichnet. Umgekehrt nehmen auch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Kirchengemeinden regelmäßig Termine in Hildesheim wahr. Die damit verbundene Reisetätigkeit wird überwiegend mit dem Pkw, in geringerem Umfang auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln wahrgenommen. Neben dieser dienstlich veranlassten Reisetätigkeit gibt es den Berufsverkehr der Mitarbeitenden von und zur Dienststelle. Hierbei stellt Hildesheim mit dem Bischöflichen Generalvikariat und seinen Einrichtungen Bistumsarchiv, Dombibliothek, Dommuseum und Tagungshaus Priesterseminar den Schwerpunkt dar.

Motivation

Eine erste Abschätzung kommt zu dem Ergebnis, dass der weitaus größte Teil dieses Individualverkehrs mit dem PKW durchgeführt wird und so in erheblichem Umfang zu den Lärm-, Emissions- und Schadstoffbelastungen in der Stadt aber auch der Region beiträgt. Dieser PKW-Individualverkehr ist in Hildesheim insbesondere aus zwei Gründen problematisch:

Mit der Umgestaltung des Domhofs im Jahre 2014 zu ei¬nem autofreien Platz entfiel der Großteil der bisher von den Mitarbeitern genutzten Parkplätze rund um den Dom. Auf den verbliebenen Parkflächen kommt es heute trotz Zufahrtsbeschränkung zu teils chaotischen Zuständen, da Verkehrsflächen tagsüber zu Parkflächen umfunktioniert werden. Dies behindert den Verkehrsfluss erheblich. Des Weiteren muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der mit dem PKW anreisenden Besucherinnen und Besucher auf den öffentlichen Parkraum ausweichen müssen, weil auf dem Domhof nicht genügend Parkflächen zur Verfügung stehen.

In der Stadt Hildesheim gibt es (wie in anderen Städten des Bistums auch) Probleme mit der Einhaltung der Grenzwerte für Stickoxid. Aktuell wurden Ende 2017 bereits erste Maßnahmen seitens der Stadt Hildesheim ergriffen, um die Stickoxidkonzentrationen zu senken. Neben diesem akuten Problemdruck gibt es für das Bistum Hildesheim darüber hinaus weitere Motive für die Umgestaltung der aktuellen Mobilität: In den bisher durchgeführten 7 Klimaschutzteilkonzepten „Klimaschutz in eigenen Liegenschaften und Portfoliomanagement" mit rund 650 teilnehmenden Gebäuden konnten erhebliche Einsparpotentiale im nicht-, gering- und mittelinvestiven Bereich identifiziert werden, die je nach Umsetzungshorizont zu kurz-bis mittelfristigen Entlastungen der kirchengemeindlichen Budgets führen werden. Daneben hat der parallele Aufbau des Energiemanagements zum ersten Mal durch Übertragung der Ergebnisse der untersuchten Gebäude auf den gesamten Gebäudebestand einen realistischen bistumsweiten Überblick über Verbrauchs- und Kostensituationen sowie mögliche Veränderungen durch zielgerichtete Maßnahmen ermöglicht. Durch die Analyse der erhobenen Daten kann das Bistum jetzt auch vorbeugend tätig werden, da sich Art und Umfang von Sanierungs- und Modernisierungszyklen besser erkennen lassen. Zum ersten Mal besteht für das Bistum die Chance, von der Reaktion zur Aktion übergehen zu können und damit erhebliche Einspar- und Innovationspotentiale zu heben.

Ziele

Ähnliche Ergebnisse und Erfolge wie bei den Gebäuden verspricht sich das Bistum Hildesheim von einer erfolgreichen Durchführung des Klimaschutzteilkonzeptes „Klimafreundliche Mobilität". Erwartet werden insbesondere Erkenntnisse und Aufschlüsse sowie Aufzeigung von Handlungsmöglichkeiten bei:

  • der Feststellung des Anteils des bistumseigenen berufs- und dienstbedingten Individual­verkehrs an den gesamten Treibhausgasemissionen des Bistums,
  • der Optimierung des Fuhrparkmanagements mit dem Ziel der mittelfristigen Reduktion von Investitionen in Fahrzeuge und Ausstattungen, sowie der Betriebskosten für Wartung, Instandhaltung und Energiekosten,
  • der Optimierung des knappen Parkflächenangebots für den berufs- und dienstbedingten Individualverkehr mit dem Ziel der besseren Bewirtschaftung durch Vermietungs- oder Nutzungserlöse und/ oder Reduktion kostenträchtiger Parkplatzflächen,
  • den Veränderungen in Betriebsabläufen zur Optimierung von Mobilität,
  • der Reduktion der Treibhausgasemissionen unter Berücksichtigung der grauen Energie und Emissionen (C02-Rucksack) durch die vorgenannten Punkte und die gleichzeitige Substitution des Verbrennungsmotors durch E-Bike- und Elektroautomobilität inklusive Handlungsfahrplan zur Schaffung der notwendigen Batterieladeinfrastruktur.

Das alles ist natürlich nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Vielmehr ist Geduld und Ausdauer notwendig. Das Bistum hat aber das Ziel, mit seiner Klimaschutzinitiative mindestens 20 % des heutigen Energieverbrauches bis zum Jahr 2020 einzusparen. Dafür wurde beispielsweise zwischenzeitlich ein Klimafonds aufgelegt, der gezielt Investitionen in energiesparende und klimaschonende Anlagentechniken fördert. Dieses Klimaschutzziel, bisher auf die Immobilien des Bistums fokussiert, soll nun um die Mobilität erweitert werden. Die Analyse der verkehrsbedingten Schadstoffemissionen stellt dabei einen weiteren Baustein in dem Bestreben des Bistums bei der Aufstellung einer umfassenden Schadstoffbilanz dar, die neben Immobilien und Mobilität noch weitere, bisher nicht erfasste Handlungsfelder, wie beispielsweise das Beschaffungswesen umfasst.

Projektlaufzeit, Terminplanung, Meilensteinplanung Für das Klimaschutzteilkonzept

„Klimafreundliche Mobilität: Fuhrparkmanagement und E­Mobilität im Bistum Hildesheim" ist organisatorisch ein Zeitraum von einem Jahr geplant. Start des Projekts ist der Zeitraum nach Förderzusage. Die Arbeiten werden im Wesentlichen von der Hauptabteilung Personal/Verwaltung des Bistums Hildesheim koordiniert und organisiert. Da diese Aufgabe vollumfänglich mit eigenem Personal nicht geleistet werden kann, wird ein entsprechend geeigneter Dienstleister für die Datenerhebung und Konzeptentwicklung hinzugezogen.  Die AGE wird projekt­abschließend eine Bewertung der Arbeitsergebnisse vornehmen und für das Bistum einen Handlungsfahrplan nebst Handlungsempfehlung erarbeiten. Meilensteine werden am Beginn oder Ende der übergeordneten Projektphasen abgehalten. Hier erfolgen ggfs. in einem erweiterten Teilnehmerkreis die Ergebnisdiskussionen und Bestimmung grundsätzlicher Projektausrichtungen. Zu den erweiterten Teilnehmern können z. B. die Bistumsleitung oder Kirchengemeindemitglieder gehören.