Deutsch-Bolivianische Studienreise: Neo-Extraktivismus und andine Kosmovision

Rohstoffabbau in Bolivien von deutschen und bolivianischen Studierenden aus historischer, wirtschaftlicher, politischer und ökologischer Sicht betrachtet und  aus sozialethischer Perspektive reflektiert.

Atem(be)raubend – so  empfing La Paz mit seinen 3.600 Höhenmetern neun deutsche Studierende, die sich auf den Weg zum internationalen und interdisziplinären Seminar zum Thema „Neo-Extraktivismus und andine Kosmovision“ gemacht hatten. Gemeinsam mit neun bolivianischen Kommilitonen diskutierten sie bei dem von der Fundación Jubileo (Héctor Córdova), Justicia et Participatio Bolivien-Stiftung (Dietmar Müßig) und der Katholiisch-Theologischen Fakultät (Gerhard Kruip) über den aktuellen Rohstoffabbau in Bolivien. Durch die verschiedenen Fachrichtungen der Teilnehmer wurde das Thema aus historischer, wirtschaftlicher, politischer und ökologischer Sicht betrachtet und aus sozialethischer Perspektive reflektiert. Hierzu wurden auch externe Referenten eingeladen, wie bspw. Dr. Manuel Gómez.

Erlebtes prägt – um sich die Thematik vor Ort anzuschauen machten sich die Gruppe auf den Weg nach Uyuni und Potosí. Scheinbar unberührt zieht sich der Salzsee „Salar de Uyuni“ bis zum Horizont. Doch in ihm verbergen sich große Lithiumvorkommen, in deren Abbau Bolivien große Hoffnungen setzt. Dieses Spannungsverhältnis regt zu weiteren Diskussionen an. Und selbst hier noch hat Gerhard Kruip alle(s) im Griff.

Um der blendenden Sonne zu entfliehen ging die Gruppe unter Tage. Im Cerro Rico dem Silberberg Boliviens, an dem sich schon die spanischen Kolonialherren bereicherten, erfuhr die Gruppe, wie kräftezehrend und gefährlich allein das Laufen im Labyrinth der Mine ist. Am Eingang legen die Bergleute ihren katholischen Glauben ab, denn in den Tiefen des Berges herrscht der „Tio“, eine Mischung aus Teufel und andiner Berggottheit.

Zurück in La Paz rundet eine öffentliche Konferenz am 11. August 2016 das interdisziplinäre Seminar ab.