Bistum Hildesheim http://www.bistum-hildesheim.de de_DE Bistum Hildesheim Fri, 18 Sep 2020 18:11:24 +0200 Fri, 18 Sep 2020 18:11:24 +0200 TYPO3 EXT:news news-22066 Fri, 18 Sep 2020 14:27:50 +0200 Die Zeit läuft davon https://www.kath-kirche-hannover.de/presse/news-anzeigen/artikel/die-zeit-laeuft-davon/ Aktion vor dem Landtag: Jugendwerkstätten hoffen auf Finanzierungszusagen und langfristige Perspektiven. Ihre Arbeit ist ein Erfolgsmodell. news-22015 Tue, 08 Sep 2020 09:07:37 +0200 „Nicht nur geweihte Personen können predigen“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/nicht-nur-geweihte-personen-koennen-predigen-22015/ Der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz hat die Regionenkonferenz des Synodalen Wegs am Freitag in Berlin als atmosphärisch positiv bewertet. „Nach meinem Empfinden war ein besseres Miteinander möglich als während der ersten Synodalversammlung in Frankfurt am Main. Es war ein guter Austausch, der nicht vom Gegeneinander geprägt war, sondern vom gemeinsamen Blick“, sagte Bongartz.

In Berlin tagten 50 Teilnehmende des Synondalen Wegs miteinander. Im Fokus standen die Erfahrungen innerhalb der Kirche im Umgang mit der Corona-Pandemie, der kirchliche Umgang mit Fragen der Sexualmoral sowie das Thema Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche.

Bongartz betonte, er habe beeindruckende Beispiele aus der Phase des Lockdowns gehört, die „im Positiven beschrieben haben, wie vielfältig Mitarbeitende der Kirche mit der Herausforderung umgegangen sind“. Viel Zeit sei demnach für die Einzelseelsorge aufgewandt worden.

Unterschiedliche Bewertungen gab es nach den Worten des Weihbischofs zu Streaming-Gottesdiensten im Internet: vom Lob für neu entdeckte digitale Möglichkeiten bis hin zur Kritik etwa an einer gestreamten Osterfeier, die als eher traurig als österlich wahrgenommen worden sei.

In Bezug auf die moraltheologische Beurteilung von Sexualität lagen nach der Beobachtung von Bongartz „manchmal Spannungen drinnen, die deutlich machen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben“. In diesem Zusammenhang sei es Aufgabe des Synodalen Wegs, „eine kräftige, gut theologisch begründete und der Lebenswelt der Menschen gerechte Positionierung zu beschreiben, die mit den Verantwortlichen in Rom diskutiert werden kann und muss“.

Er persönlich sehe im Synodalen Weg ein Forum, das den Blick weite. Hin zu mehr Partizipation könne man etwas gestalten und Akzente setzen, sagte der Weihbischof. Als Beispiel nannte er die Predigt: „Wir müssen überlegen, was die Predigt ist, was sie soll und welche Kompetenz man für sie benötigt – unabhängig davon, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist.“

Nicht nur geweihte Personen hätten die Kompetenz, das Wort Gottes alltagstauglich theologisch auszulegen, so Bongartz. Notwendig dafür sei eine entsprechende Vorbereitung auf den Dienst und eine Beauftragung durch den Bischof, ähnlich wie bei der Begräbnisleitung durch Laien.

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news-21991 Thu, 03 Sep 2020 09:05:49 +0200 „Liberalismus mit Gemeinsinn“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/liberalismus-mit-gemeinsinn-21991/ Das Buch „Liberalismus mit Gemeinsinn. Die politische Philosophie Nassif Nassars im libanesischen Kontext“ des Islamwissenschaftlers Michael Frey wird mit dem Philosophischen Buchpreis 2020 ausgezeichnet. Das Thema des diesjährigen Buchpreises lautet „Erbe und Zukunft politischer Liberalität“. Frey gelinge es mit seinem Buch, so die Jury in ihrer Begründung, die Potenziale arabischer Philosophie offenzulegen und Nassars Denken als Beitrag globalen Philosophieren auszuweisen. 

Nassars „Liberalismus mit Gemeinsinn“ sei „ein Liberalismus, der individuelle Freiheitsrechte ebenso einfordert wie zwischenmenschliche Solidarität“. Nassar geht es um nichts Geringeres als eine „Neubegründung des Liberalismus“. Dabei beziehe er sich auf die Philosophie als „Unruhestifterin“. Nassars Liberalismus ist Ausdruck einer arabischen Philosophie, die sich von der europäischen Moderne inspirieren lässt. Dabei folgt er der Methode der „doppelten Kritik“: Kritik an der eigenen kulturellen Tradition und Kritik an der hegemonialen westlichen Tradition. Diesen Liberalismus entwickelt Nassar vor dem Hintergrund der konfliktreichen gesellschaftlichen Situation des Libanon. 

Das Buch von Dr. Michael Frey sei ein Aufruf an westliche Philosoph*innen, sich endlich mit den Herausforderungen arabischer Philosophie ernsthaft auseinanderzusetzen.

Frey studierte Islamwissenschaften und Geschichte in Bern, Damaskus und Beirut. Er ist wissenschaftlicher Assistent am Forum Islam und Naher Osten der Universität Bern und Redakteur des Ueberweg-Projekts.

Der Preis, der mit 3000 Euro dotiert ist, wird am Freitag, den 11. September 2020, um 19.30 Uhr im St. Clemenshaus in Hannover durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung „Forschungsinstitut für Philosophie Hannover“, Prof. Dr. Ulrich Hemel, in einer öffentlichen Feier überreicht. Die Laudatio wird Prof. Dr. Markus Kotzur, Professor für Europa- und Völkerrecht an der Universität Hamburg und geschäftsführender Direktor des Institute for European Integration, Hamburg, halten. Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Ein Zusammenschnitt der Veranstaltung wird über h1 am Dienstag, 22. September 2020, 19 Uhr, ausgestrahlt und auf dem Vimeo-Kanal des Forschungsinstituts (https://vimeo.com/channels/fiph) abrufbar sein.

Mitglieder der Jury: Prof. Dr. Ulrich Hemel (Universität Regensburg), Prof. Dr. Markus Kotzur (Universität Hamburg), Prof. Dr. Armin Nassehi (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr. Birgit Recki (Universität Hamburg), Prof. Dr. Thomas Schmidt (Universität Frankfurt), PD Dr. Jörg-Dieter Wächter (Universität Hildesheim/Bistum Hildesheim)

Der Philosophische Buchpreis wird alle zwei Jahre vom Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (fiph) vergeben. Damit möchte das fiph die Aufmerksamkeit auf drängende philosophische Gegenwartsfragen lenken. Die Nominierung der Titel erfolgt durch die Buchverlage. Ausgezeichnet wird jeweils die beste Neuerscheinung der letzten drei Jahre zu einem aktuellen Themenbereich der praktischen Philosophie. 

Frühere Preisträger:

  • 2010: Prof. Dr. Andreas Lienkamp (Universität Osnabrück): „Klimawandel und Gerechtigkeit. Eine Ethik der Nachhaltigkeit in christlicher Perspektive“ (Paderborn: Schöningh 2009)
  • 2012: Prof. Dr. Avishai Margalit (Hebrew University/Princeton University): „Über Kompromisse und faule Kompromisse“ (Berlin: Suhrkamp 2011)
  • 2014: Dr. Sascha Dickel (Technische Universität München): „Enhancement-Utopien. Soziologische Analysen zur Konstruktion des Neuen Menschen“ (Baden-Baden: Nomos 2011)
  • 2016: Prof. Dr. Albrecht Koschorke (Universität Konstanz): „Hegel und wir“ (Berlin: Suhrkamp 2015)
  • 2018: Dr. Isolde Charim (Wien): „Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert“ (Paul Zsolnay Verlag 2018)

Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover ist die wissenschaftliche Einrichtung des Bistums Hildesheim. Es setzt sich mit drängenden Gegenwartsfragen auseinander.

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news-21987 Wed, 02 Sep 2020 14:05:27 +0200 Reben-Pacht mit Musik für den Bischof /bistum/nachrichten/artikel/news-title/reben-pacht-mit-musik-fuer-den-bischof-21987/ Weinkönigin Pauline Strohmeyer und Mitglieder des Hildesheimer Weinkonvents haben dem Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ heute Mittag 18 Flaschen Weißwein der Sorte Müller-Thurgau überbracht. Sie sind der Weinzehnt als Pacht für die Überlassung des bischöflichen Weinbergs im Magdalenengarten in Hildesheim. Das Bläserkorps St. Hubertus Hildesheim begleitete die Übergabe musikalisch mit jagdlichen Stücken und ließ mehrere Fanfaren zu Ehren des Bischofs erklingen.

Axel Kusch, der Vorsitzende des Weinkonvents, sagte, in diesem Jahr übergebe man dem Bischof einen Jubiläumsjahrgang: „Seit 25 Jahren besteht der Weinkonvent. Auf das Etikett haben wir deshalb die Geschichte des Weinkonvents und des Weinbergs im Magdalenengarten gedruckt, der vor 1010 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde.“ Er überreichte dem Bischof auch einen grünen Mund-Nasen-Schutz für die Corona-Prävention mit dem Schriftzug des Weinkonvents darauf.

Bischof Wilmer dankte den Hobby-Winzern für ihre Arbeit im Weinberg und den Musikern für ihre Darbietung. Er sei stolz darauf, dass es in Hildesheim einen Weinberg gibt, so Wilmer. Schmunzelnd erzählte er: „Ich freue mich immer diebisch, wenn ich den Bischöfen aus dem Süden sagen kann, was für einen hervorragenden Wein wir hier im Norden haben.“

Darauf Bezug nehmend, zitierte Hobby-Winzer Mirco Weiß aus der Gründungsurkunde des Weinkonvents. Dieser sei vor einem Vierteljahrhundert in Hildesheim gegründet worden, „um die Vorherrschaft des südwestdeutschen Weinanbaus zu durchbrechen“.

Die Winzer bewirtschaften seit 1995 das kleine Weingut im Hildesheimer Magdalenengarten. Zu ihnen gehören auch der ehemalige Hildesheimer Oberbürgermeister Kurt Machens und der Entertainer Tony Marshall.

Auf der Anhöhe im hinteren Teil des Gartens wachsen Weinstöcke der kälteunempfindlichen Sorten Müller-Thurgau und Phoenix. Der Weinkonvent lässt den Rebensaft bei einem Winzer im rheinhessischen Alzey professionell keltern und abfüllen.

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news-21973 Mon, 31 Aug 2020 11:12:25 +0200 Anonyme Spende von 4000 Euro an Bistum und Priesterseminar /bistum/nachrichten/artikel/news-title/anonyme-spende-von-4000-euro-an-bistum-und-priesterseminar-21973/ Eine unbekannte Person hat 4000 Euro gespendet, die je zur Hälfte dem Bistum Hildesheim und dem Hildesheimer Priesterseminar zugutekommen sollen. Weihbischof Heinz-Günter Bongartz fand das Geld am gestrigen Sonntagmorgen im Briefkasten seines Wohnhauses am Hildesheimer Domhof. Ein Briefumschlag mit 2000 Euro war mit dem Wort Bistum beschriftet, ein weiterer mit ebenfalls 2000 Euro mit dem Wort Priesterseminar. „Das war wirklich eine große Überraschung für mich, als ich das gesehen habe. Ich finde diese außergewöhnliche Unterstützung in diesen Zeiten sehr berührend. Im Namen unserer Diözese möchte ich mich für die anonyme Spende sehr herzlich bedanken. Wir werden darüber beraten, wie wir das Geld in einem guten Sinne einsetzen können“, sagt Weihbischof Heinz-Günter Bongartz.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine unbekannte Person für eine Institution des Bistums Hildesheim einen hohen Geldbetrag gespendet hat. Während der Karwoche im April 2018 hatte ein Küster 10.000 Euro, verpackt in zwei Briefumschläge, in einer Spendenstele des Hildesheimer Doms gefunden. Die anonyme Zuwendung hatte dem Erhalt der Bischofskirche gegolten.

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news-21954 Sun, 30 Aug 2020 10:54:40 +0200 "Gott steht auf der Seite der Opfer“ - 100 Jahre Seligsprechung von Oliver Plunkett /bistum/nachrichten/artikel/news-title/gott-steht-auf-der-seite-der-opfer-100-jahre-seligsprechung-von-oliver-plunkett-21954/ Am 23. Mai 1920 wurde Oliver Plunkett von Papst Benedikt XV. seliggesprochen, 1975 folgte die Heiligsprechung. Der irische Erzbischof war 1681 in England den Märtyrertod gestorben. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ würdigte am Samstag den Heiligen bei der alljährlichen Feier in Lamspringe.

"Er hat sich nicht geschont. Als es sich zuspitzte, hat er sich entschieden, die Menschlichkeit nicht zu verraten und bei Christus zu bleiben“, beschrieb der Hildesheimer Bischof den Mut des irischen Heiligen. Wegen der Verfolgung durch das englische Parlament musste dieser sich verstecken und unterstützte als Erzbischof und Primas von Irland aus dem Untergrund die Katholiken in seinem Heimatland. In seiner Predigt klagte Wilmer die heutigen Machthaber an, die „die Menschen missachten und sich nicht um ihre Gesundheit, ihre Rechte und Lebensbedingungen kümmern. Sie schüren Rassismus, unterdrücken die Rechte von Frauen oder Kindern und Minderheiten.“ 

Gott, „der Gute Hirt“, stehe dagegen immer auf der Seite der Opfer, so der Bischof. Jesus selbst wird am Ende zum Opfer. Aber: „Seine Hingabe dient dem Leben.“ Das Beispiel von Oliver Plunkett zeige, dass man sich im Extremfall entscheiden müsse zwischen dem „ängstlichen Bewahren des eigenen Lebens für die falsche Sache“ und der „vertrauenden Hingabe des Lebens um einer richtigen Sache willen“, unterstrich Wilmer. In abgewandelter Form stellt sich diese Frage auch für die heutige Kirche: Sie müsse wissen, für wen sie einstehen will. Aus der Sicht des Bischofs ist die Antwort klar: „Der Reichtum der Kirche sind unsere Armen.“ 

Aufgrund der Corona-Pandemie musste in diesem Jahr die Prozession entfallen, bei der normalerweise der Schrein mit den Reliquien des Heiligen durch die Straßen von Lamspringe getragen wird. Der Gottesdienst konnte gefeiert werden, mit den vorgeschriebenen Einschränkungen, zu denen auch eine reduzierte Teilnehmerzahl zählt. „Aber“, so Dechant Stefan Lampe bei seiner Einführung, „ein Blick auf Oliver Plunkett relativiert manche Schwierigkeiten der Gegenwart.“

Informationen zu Oliver Plunkett

Oliver Plunkett wurde 1625 im irischen Loughcrew geboren. 1669 wurde er vom Papst zum Erzbischof von Armagh und Primas von Irland ernannt. Die Katholiken standen in seinem Heimatland nach der Abspaltung der englischen Kirche unter schwerer Verfolgung. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1679 baute der Heilige unter großen Mühen und Entbehrungen die Seelsorge in Irland wieder auf. Er wurde unter dem Vorwand einer Jesuitenverschwörung des Hochverrats angeklagt, zum Tode verurteilt und starb 1681 am Galgen den Märtyrertod.  

Der Benediktinermönch Maurus Corker brachte seinen Leichnam ins Kloster Lamspringe. Dort hatten einige englische Benediktiner eine neue Heimat gefunden. Fast 200 Jahre ruhten die Gebeine des 1975 heiliggesprochenen Erzbischofs in Lamspringe. Einige Reliquien befinden sich bis heute noch dort, der Großteil wurde 1883 nach England und Irland zurückgebracht. 

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news-21916 Fri, 21 Aug 2020 14:09:41 +0200 „Die religiöse Freiheit aller schützen“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/die-religioese-freiheit-aller-schuetzen-21916/ Erzbischof Schick und Bischof Wilmer anlässlich des Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens Am 22. August 2020 begeht die internationale Gemeinschaft zum zweiten Mal den im Jahr 2019 von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“. Der Gedenktag erinnert an die vielen Menschen weltweit, die unter religiöser Verfolgung leiden.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), äußerte sich anlässlich des diesjährigen Gedenktages besorgt: „Aufgrund ihres Glaubens sind auch in unserer Zeit unzählige Menschen Verfolgung, Hass und Beeinträchtigungen ausgesetzt. Sie werden von Nichtgläubigen oder Andersgläubigen bedrängt. Oft ist es die staatliche Macht, die die Religionsfreiheit missachtet. Nicht selten sind es aber auch aggressive, manches Mal terroristische Gruppen, die Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit zusetzen. Nachdrücklich appelliere ich an alle Staaten, ihren Verpflichtungen nachzukommen, die religiöse Freiheit aller Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Die internationalen Organisationen und nicht zuletzt die westlichen Länder mit ihrer langen Tradition religiöser Toleranz sind ihrerseits gefordert, die Anerkennung der Religionsfreiheit weltweit zu fördern.“

Erzbischof Schick unterstrich zugleich die Verantwortung der Religionen, für ein friedliches Zusammenleben einzutreten. „Auch die Glaubensgemeinschaften stehen in der Pflicht, Verfolgung und Hass gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen entgegenzutreten. Ansonsten verraten sie ihre eigene Bestimmung.“ Die Religionen könnten entscheidend daran mitwirken, dass weltanschauliche Toleranz und Dialogbereitschaft schon von früh an in den Schulen und konsequent in allen Bereichen der Gesellschaft kultiviert werden. „Gerade die Bildung ist unverzichtbar“, betonte Erzbischof Schick. „Sie kann ein geistiges Klima des Respekts und der Bereitschaft zum Zuhören erzeugen, sodass sich Feindseligkeit gegen Menschen anderen Glaubens gar nicht erst verbreitet.“

Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer (Hildesheim), warnte anlässlich des Gedenktages vor der weiteren Verbreitung von religiösem Fundamentalismus: „In allen Religionen brauchen wir die vorurteilsfreie Begegnung mit Andersgläubigen und die Bereitschaft, Fehlentwicklungen in der eigenen Glaubensgemeinschaft kritisch zu befragen. Wir müssen wachsam sein gegenüber fundamentalistischen Tendenzen auch im eigenen Haus. Religiöser Fundamentalismus beginnt oft da, wo sich religiöse Gruppen aus vermeintlichem Selbstschutz von der Mitte der Gesellschaft entfernen und so einen Nährboden für extremistische und feindselige Grundhaltungen bieten.“ Nicht nur seien religiöse Wortführer deshalb zu einem unvoreingenommenen Dialog mit Andersgläubigen aufgerufen. Auch Regierungen in Ländern mit einer stark säkularisierten Kultur müssten darauf achten, dass Religion nicht aus dem öffentlichen Raum zurückdrängt werde, so Bischof Wilmer.

Hintergrund

Auf dem Wege einer Resolution ihrer Vollversammlung haben die Vereinten Nationen den 22. August als „Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion und des Glaubens“ ausgerufen. Er wurde 2019 erstmals begangen. Mit dem Gedenktag sollen die Opfer religionsfeindlicher Gewalt gewürdigt und auf die große Zahl von Menschen, die aktuell unter religiöser Verfolgung leiden, aufmerksam gemacht werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Kommission Justitia et Pax legen in ihrer Arbeit seit Jahren einen Schwerpunkt auf die Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit. In diesem Zusammenhang steht u. a. die jährliche Initiative der Deutschen Bischofskonferenz „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“, deren neues Schwerpunktthema (ab 25. November 2020) Syrien und Irak sein werden. Weitere Informationen zu dieser Initiative sind unter www.dbk.de/themen/solidaritaet-mit-verfolgtenund-bedraengten-christen zu finden. In unregelmäßigem Abstand veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz darüber hinaus zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland den „Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“ (zuletzt Oktober 2017), der einen fundierten Überblick über die Situation verfolgter und bedrängter Christen in verschiedenen Ländern der Erde gibt.

Text: Deutsche Bischofskonferenz

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news-21887 Fri, 14 Aug 2020 11:45:06 +0200 Heiner Wilmer: „Was uns stark macht“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/heiner-wilmer-was-uns-stark-macht-21887/ Was bringt's mir? Was habe ich davon für mein Leben? Über solch essentiellen Fragen des Lebens haben in der Corona-Krise viele nachgedacht. Auch Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ schreibt über diese Fragen und vor allem darüber, was wirklich entscheidend ist im Leben, was ihm persönlich wichtig ist und... Mit Verve und Mut klopft er dabei das ab, was er erfahren und erlernt hat: „Früher schon, aber jetzt vielleicht noch radikaler und tiefer haben wir gespürt: Es ist wichtig, dass mich etwas trägt. Wichtiger ist, dass mich jemand trägt und dass ich jemanden trage. Noch wichtiger ist der, der mich trägt.“ Heiner Wilmer spürt in seinem neuen Buch spirituelle Ressourcen auf, aus denen wir schöpfen können und die stark machen. Er zeigt, was ihm und anderen Menschen Mut und Hoffnung gibt – und wie er aus dem "Alleinstellungsmerkmal" des Christentums konkret für das Leben Kraft zieht, besonders in herausfordernden Zeiten. Ein inspirierendes Buch, manchmal staubig wie die Straße und strahlend wie die Sonne. Und immer: bunt und überraschend wie das Leben.

Mit zahlreichen persönlichen Anekdoten, lebensnah und alltagstauglich, bietet Bischof Wilmer pointierte und überraschende Einblicke zu spirituellen Kernthemen. Ein Buch, das konsequent danach fragt, was trägt – ein Buch, das trägt.

Bischof Heiner Wilmer
Trägt
Die Kunst, Hoffnung und Liebe zu glauben
160 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
16.00 € (DE) / 16.50 € (AT) / 22.90 SFr (CH)
ISBN 978-3-451-39338-9 HERDER 2020

Auch als E-Book erhältlich:
11.99 € (DE) / 11.99 € (AT) / 14.00 SFr (CH)
E-PUB: ISBN 978-3-451-82255-1 HERDER 2020

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news-21869 Thu, 06 Aug 2020 16:12:04 +0200 Inspirationen vom Dom für Notre Dame /bistum/nachrichten/artikel/news-title/inspirationen-vom-dom-fuer-notre-dame-21869/ Einen hochkarätigen Besucher konnte Domdechant Weihbischof Heinz-Günter Bongartz durch den Hildesheimer Mariendom führen. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit machte mit einer Expertengruppe Station in Hildesheim. Als im April 2019 die Pariser Kathedrale Notre Dame in Flammen aufging, war nicht nur ganz Frankreich geschockt. Im Rahmen einer Solidaritätsaktion der Domkirchen läuteten damals auch die Glocken des Hildesheimer Domes als Zeichen der Verbundenheit mit der zerstörten Kathedrale.

Für den Wiederaufbau des Gotteshauses ist der französische Staat zuständig und Staatschef Emmanuel Macron hat das ehrgeizige Ziel ausgegeben, dass Notre Dame zu ihrem großen Jubiläum 2025 wieder vollständig rekonstruiert sein werde. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit ist daher zur Zeit mit einer kleinen kirchlichen Expertengruppe auf Kathedraltour durch Europa: Trier, Köln, München, Linz, Budapest - und Hildesheim: „Wir schauen uns Kathedralen wie den Mariendom an, um Vorschläge für die Innensanierung von Notre Dame zu machen“, sagt Aupetit. 

So berichtet Dombaumeister Norbert Kesseler über die Sanierung des Doms und erklärt das Lichtkonzept. Claudia Höhl, Direktorin des Dommuseums, nimmt die großen Kunstgegenstände in den Blick und Domdechant Bongartz spricht über das im Dom aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Kunsthistorie und Liturgie. 

Die Delegation aus Paris interessiert in Hildesheim genau dieses Verhältnis von Kunst und Liturgie, lässt sich von der Ausstrahlung und dem Konzept des neuen Doms inspirieren. „Es wurde uns empfohlen, hierher zu kommen, um zu sehen, wie die Verbindung von alten und neuen Elementen gelingen kann“, betont Aupetit. „Denn Ecclesia, Kirche ist die Kontinuität zwischen dem, was heute getan wird und was in der Vergangenheit getan wurde.“ 

Fasziniert ist der Gast aus Paris von der Integration des Dommuseums in das Gesamtensemble des Doms und der Verkündigung. „Das wünschen wir uns auch für Notre Dame, dass der Besuch der Kathedrale für die Menschen mehr ist als nur ein Museumsbesuch“, so der Pariser Erzbischof.

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news-21860 Fri, 31 Jul 2020 09:49:23 +0200 Politisches Ziel ist eine Welt ohne Atomwaffen /bistum/nachrichten/artikel/news-title/politisches-ziel-ist-eine-welt-ohne-atomwaffen-21860/ 75 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki haben der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, und der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, die politisch Verantwortlichen... news-21858 Thu, 30 Jul 2020 09:24:50 +0200 Opfer tauchen gar nicht auf https://www.kiz-online.de/opfer-tauchen-gar-nicht-auf Antje Niewisch-Lennartz bietet seit rund eineinhalb Jahren Gespräche für Missbrauchsopfer und Zeitzeugen im Bistum Hildesheim an – und hat erschütternde Erfahrungen gemacht. Nun werden ehemalige und aktive Mitarbeiter des Bistums gebeten, Auskünfte zum Thema Missbrauch zu geben. Die KirchenZeitung... news-21836 Fri, 24 Jul 2020 13:34:10 +0200 „Dokument wird von erheblicher Bedeutung sein“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/dokument-wird-von-erheblicher-bedeutung-sein-21836/ Zum am 20. Juli 2020 veröffentlichten Schreiben aus dem Vatikan nehmen der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholik*innen im Bistum Hildesheim, Dr. Christian Heimann, und der Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim, Rat Dr. Christian Hennecke, in einem... Wie empfinden Sie, Herr Rat Dr. Hennecke, und Sie, Herr Dr. Heimann, den Text der Kleruskongregation?

Heimann: Das Schreiben der Kleruskongregation mit dem Titel „Die Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien“ hat mich in vielen Punkten doch sehr überrascht: vom Titel „pastorale Umkehr“, vom Zeitpunkt inmitten des synodalen Weges und von den darin enthaltenen Bildern, die ich in mir wahrnehme, wenn ich den Text lese.

Hennecke: Das heiß diskutierte Dokument der Kleruskongregation wird auch für das Bistum Hildesheim von erheblicher Bedeutung sein. Es geht ja in der Diskussion vor allem um die Frage der sakramentalen Leitungsaufgabe des Pfarrers in den Pfarreien unseres Bistums. In unserem Bistum haben wir durch den überpfarrlichen Personalseinsatz immer deutlich gemacht, dass in allen Pfarreien ein leitender Pfarrer Verantwortung für die Pfarrei trägt. Auf der Ebene der vielen Gemeinden und gemeindlichen Formen setzen wir seit Jahren – gemeinsam mit dem Diözesanrat – auf Teams Gemeinsamer Verantwortung (sie werden auch lokale Leitungsteams genannt), die das Leben der Gemeinde vor Ort führen und verantworten sollen.

Herr Rat Hennecke, wie sehen Sie die Auswirkungen für das Bistum?

Hennecke: Wir haben da einen anspruchsvollen und langen Weg begonnen, der sich an einigen Stellen schon deutlich entwickelt hat. Dieser Weg ist von kritischen Anmerkungen des Schreibens aus Rom nicht betroffen, da es hier um Gemeindeformen unterhalb der kirchenrechtlichen Vorgaben zur Pfarrei geht.

Wo sehen Sie Kritikpunkte?

Heimann: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Text zu mindestens sehr unglücklich formuliert ist, nämlich wenn von Mitarbeit und Beauftragung anstatt von Partizipation gesprochen wird, wenn der Leitungsbegriff scheinbar in einen Gegensatz zum Teamgedanken gestellt wird, und wenn die Wortwahl eine sehr starke Priesterzentriertheit vermuten lässt.

Hennecke: Die Sprache dieses Dokuments bleibt sperrig und verdient dennoch eine intensive Diskussion. Sie macht aufmerksam auf Herausforderungen, vor denen wir zweifellos stehen. Die Kritik an der Priesterzentrierung kann ich nachvollziehen, weil doch im zweiten Teil deutlich von einer ständischen Kirche her gedacht wird – die Diskussionspunkte aber nehmen wir auf.

Was bedeutet für Sie Partizipation?

Hennecke: Die Partizipation aller Getauften und die verschiedenartigen Leitungsaufgaben der Christen vor Ort wollen wir weiter stärken. Genau diese Partizipation aller Getauften wird im Übrigen im ersten Teil des Dokuments unterstrichen. Wir fühlen uns hier auf unserem Weg, den wir sorgfältig durchdacht haben und Schritt für Schritt prozesshaft ins Leben bringen, gestärkt.

Heimann: Das für mich wünschenswerte Bild einer partizipativen Kirche vor Ort bei den Menschen, an der auf Augenhöhe gearbeitet wird, kommt in dem Text nicht heraus - ich würde sogar sagen, dass die verwendeten Begriffe eher in eine andere Richtung zeigen, wenn das Wort Leitung im Zusammenhang mit Laien als schwierig angesehen wird. Mir kommt dies sehr befremdlich und rückwärtsgewandt vor.

Warum reiben sich so viele Menschen an diesem Text?

Heimann: Mir scheint es, dass der Begriff Leitung aus der Sicht der Verfasser eine andere Bedeutung hat, als das Leitungsverständnis, das uns im alltäglichen Leben, im Jahr 2020 im Bistum Hildesheim, prägt. Das irritiert und verunsichert viele Menschen.

Hennecke: Man merkt dem Papier an, dass es sich um die sakramentale Grundgestalt der Kirche und dem sakramentalen Leitungsdienst sorgt. Leider beschreibt der Text nicht deutlich, was er darunter versteht. Und das wird eine der Aufgaben sein, die wir hier im Bistum gemeinsam mit dem Priesterrat und dem Diözesanrat in den Blick zu nehmen haben: was bedeutet es eigentlich, dass sakramentale Grundgestalt in Pfarrei und Dienstamt so wesentlich sind? Was unterscheidet es von bloßer klerikaler Macht, die wir unbedingt hinter uns lassen müssen? Und wie gestaltet sich der sakramentale Leitungsdienst des Priesters im Unterschied zu den klassischen Bildern klerikaler Kirche?

Viele Kommentare beziehen sich auf den zweiten Teil des Textes...

Hennecke: Spannend ist in dem Papier aber auch der erste Teil, der in der Diskussion bislang kaum zur Geltung kommt: sehr beeindruckend beschreibt der Text eine Umkehr des pastoralen Denkens und des Bildes der Pfarrei. Das entspricht in vielem den Orientierungen der Lokalen Kirchenentwicklung als einem sendungsorientierten Kirchenverständnis.

Wie geht es aus ihrer Sicht weiter?

Heimann: Bei all dem Unverständnis muss ich aber anerkennen, dass mir das Bild einer sich öffnenden Gemeinde, „einer Gemeinde der Nähe, der Barmherzigkeit und der Sorge“ gut gefällt. Im Bistum Hildesheim haben wir dafür den eher nüchternen Begriff der lokalen Kirchenentwicklung, die eine Kirche vor Ort bei den Menschen anstrebt. Ich fühle mich daher bestärkt darin, den Weg weiterzugehen, den wir begonnen haben. Einen Weg, der geprägt ist von Kollegialität und gemeinsamer Verantwortung und nicht von einem hierarchischen Denkmodell.

Hennecke: Es entspricht unseren Überlegungen, die neue Wirklichkeit einer postmodernen und virtuellen Gesellschaft mit neuen Formen und Gestalten kirchlichen Lebens zu ergänzen. Und vor allem stützt dies die Absicht unseres Bischofs, unser kirchliches Leben neu zu sehen und zu gestalten aus der Perspektive der Verkündigung des Evangeliums im Blick auf unsere Gesellschaft und unsere Zeit: die Frage einer spirituellen Revolution, einer neuen Besinnung auf die Tiefe unseres Glaubens und einer Radikalität der Jüngerschaft, der neue Blick auf die „existenziellen Territorien“ und gerade besonders auf das Leben an der Seite der Armen – das bestärkt unseren pastoralen Weg enorm.

Gibt es noch etwas, das Sie anmerken möchten?

Hennecke: Ich finde, man merkt dem Dokument zwei Absichten an: zum einen ringt das Schreiben darum, Pfarrei neu zu beschreiben aus missionarischer Perspektive – ich finde, das sind die überzeugendsten Teile der Instruktion. Zum anderen: es geht darum, den sakramentalen Dienst neu in seiner Bedeutung zu erinnern – und das gelingt nur begrenzt, weil es klerikal und restriktiv wirkt.

Heimann: Das mit der missionarischen Perspektive teile ich. Aber manchmal ist es besser, etwas nicht zu schreiben, wenn man zu viel Interpretationsspielraum lässt und Unruhe damit erzeugt. Das scheint mir in diesem Fall auch so zu sein. Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir im Bistum Hildesheim gemeinsam auf dem bisherigen Weg weitergehen können.

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news-21833 Fri, 24 Jul 2020 10:13:53 +0200 Duderstädterin reist ins Baltikum /bistum/nachrichten/artikel/news-title/duderstaedterin-reist-ins-baltikum-21833/ 19 junge Menschen aus elf deutschen Bistümern machen sich auf zu neuen Ufern. Mit dem Bonifatiuswerk reisen sie in den kommenden Wochen nach Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Lettland, Estland oder Island. Dort lernen sie für einige Monate die katholische Diaspora-Kirche kennen und werden in... Um auf ein Auslandsaufenthalt in diesen besonderen Zeiten bestmöglich vorbereitet zu sein, sind die Praktikanten vorab zu einem Seminar im Bonifatiushaus in Paderborn zusammengekommen. In Theorie und Praxis hat Julia Jesse, die Verantwortliche des Praktikantenprogramms, sie auf ihren Einsatz eingestimmt.

Neugierde, Entdeckerfreude, Respekt vor einer anderen Kultur und das gewissenhafte Einhalten der Hygienevorschriften der Einsatzländer seien die Werkzeuge eines gelingenden Praktikums. Eine enge Betreuung durch das Bonifatiuswerk und die jeweiligen Mentoren vor Ort sei in Zeiten von Corona maßgebend.

Die Abiturientin Eva-Maria Nörthemann aus Duderstadt bricht im September Richtung Lettland auf. „Mich begeistert die internationale Atmosphäre, andere Sprachen, aber besonders der Glaube, der uns verbindet. Was haben wir gemeinsam? Was macht uns einzigartig? Ich bin sehr gespannt, wie Glaube in den nordischen Ländern funktioniert“, erklärt die 19-Jährige ihre Motivation für das „Praktikum im Norden“.

In Riga wird sie den Dominikanerinnen, einer kleinen Ordensgemeinschaft, die zu den Dominikanerinnen von Bethanien gehört, tatkräftig zur Seite stehen. Ob im Kloster, im Familienzentrum des Roten Kreuzes oder im katholischen Gymnasium, je nach Wunsch, Fähigkeit und Notwendigkeit vor Ort wird sie verschiedene Tätigkeiten übernehmen.

„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten freuen wir uns sehr, dass sich wieder so viele junge Menschen in ein anderes Land aufmachen, um mit ihrem Engagement das Bonifatiuswerk als international agierendes Hilfswerk zu unterstützen. Die Menschen in den kleinen Diaspora-Kirchen Nordeuropas und des Baltikums brauchen solch mutige Hoffnungsträger. Ich bin sicher, dass Sie alle von den Begegnungen und Erfahrungen profitieren werden, denn das Praktikum ist keine Einbahnstraße“, gab der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, den neuen Praktikanten mit auf den Weg.

Das "Praktikum im Norden" ermöglicht jährlich rund 20 jungen Menschen einen Aufenthalt in Nordeuropa und dem Baltikum, um ihnen unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben in der Diaspora zu bieten. Es ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman Institut im schwedischen Uppsala. Finanzielle Unterstützung erhält es vom Erzbistum Paderborn.

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news-21830 Thu, 23 Jul 2020 11:26:12 +0200 Weihbischof hat Buch über den Dom geschrieben /bistum/nachrichten/artikel/news-title/weihbischof-hat-buch-ueber-den-dom-geschrieben-21830/ Als Domdechant ist Weihbischof Heinz-Günter Bongartz nicht nur der Hausherr der Hildesheimer Bischofskirche, sondern auch einer ihrer besten Kenner. Mit seinem Wissen und seiner Empathie für den Hildesheimer Dom hat Bongartz ein Buch geschrieben, das nun erschienen ist: „Im Haus des Herrn will ich... Es befasst sich mit der heutigen Gestalt der Bischofskirche, die während der Sanierung in den Jahren 2010 bis 2014 entlang der herausragenden Kunstgegenstände und zentralen Orte des Gottesdienstes neu geordnet worden ist. Dadurch haben mehrere Kunstwerke aus dem Mittelalter andere Plätze in der Kathedrale erhalten. Bongartz beschreibt, wie die Neuanordnung der liturgischen Achsen mit dem romanischen Kirchenbau korrespondieren.

In seinem Buch geht es Domdechant Bongartz weniger darum, die kunsthistorischen Schätze der Welterbestätte in allen Einzelheiten vorzustellen. Sein Fokus liegt darauf, den Leserinnen und Lesern die neue theologisch-geistliche Dimension des Domes nahe zu bringen, denn, so schreibt er im Vorwort: „Der Dom predigt! In der Zuordnung von Längs- und Querachse wird der Betrachtende hineingenommen in eine stille und zugleich tiefe Glaubensverkündigung.“

Dieser geistliche, von seinen bedeutenden Kunstdenkmälern gewiesene Weg durch den Hildesheimer Dom, den Bongartz beschreibt, reicht von der Bernwardtür über das Taufbecken und dem Heziloleuchter zum neuen Altar und hinunter in die Krypta. Weitere Stationen sind der Friedhof mit dem Rosenstock und die Annenkapelle sowie die Orgeln.

Das Buch ist erschienen in einer Verlagskooperation zwischen dem Verlag Schnell + Steiner, Regensburg, und der Bernward Medien GmbH, Hildesheim. Es kostet 18 Euro und kann über den Buchhandel bezogen werden, außerdem im Online-Shop des Hildesheimer Doms unter www.domshop-hildesheim.de. Darüber hinaus ist es im Foyer des Hildesheimer Doms erhältlich.

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news-21826 Thu, 23 Jul 2020 10:12:44 +0200 „Blick für Verwundbarkeiten entwickeln“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/blick-fuer-verwundbarkeiten-entwickeln-21826/ Den von den Corona-Maßnahmen betroffenen und eingeschränkten Bürgerinnen und Bürgern will die neu gegründete Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE) Gehör verschaffen. Das elfköpfige Gremium wird vertreten durch Ärztekammer-Präsidentin Dr. med. Martina Wenker, den Direktor der Akademie Loccum... Die erste akute Phase der COVID-19-Pandemie ist hierzulande überstanden. Aber ihr Effekt auf das gesellschaftliche Zusammenleben ist – auch im Hinblick auf eine zweite Welle – nicht abzusehen. Um Menschen, die von den Pandemie-Maßnahmen besonders betroffen sind, ein Sprachrohr zu verleihen, haben Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, und die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. med. Thela Wernstedt gemeinsam mit Landesbischof Ralf Meister und dem Osnabrücker Bischof Dr. theol. Franz-Josef Bode die Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE) ins Leben gerufen.

Dem elfköpfigen Gremium gehören neben Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen mit ausgewiesener ethischer Expertise Repräsentanten der kirchlichen Wohlfahrtsverbände an. „Schon jetzt haben Kinder und Jugendliche, die weder Schulen noch Kindergärten besuchen durften, schwierigere Startbedingungen“, kündigt Wenker jetzt das erste INE-Papier zur Situation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an und prophezeit, dass diese Generation an der Last und den Folgen der Pandemie wohl noch Jahrzehnte leiden wird.

Deshalb ist es das Ziel von INE, den gesellschaftlichen Blick zu schärfen, damit im Falle künftig abermals notwendiger Schutzmaßnahmen differenzierter agiert werden kann. „Eine Pandemie ist keine Massenkarambolage“, betont Wernstedt, „man kann sich darauf vorbereiten.“ Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen, gehört zu den Kernforderungen der Ethikrat-Initiative.

„Wenn eine zweite Welle kommt, müssen wir verhindern, dass erneut per Verordnung über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wird“, fordert Dr. theol. Stephan Schaede, Direktor der Akademie Loccum. Auf die soziale Dimension der Corona-Pandemie macht zudem Professor Dr. theol. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie (fiph) in Hannover, aufmerksam: „Wir müssen einen Blick für die verschiedenen Verwundbarkeiten entwickeln“, so Manemann.

Um aber zu verhindern, dass nur Experten reden, sollen ab September die Betroffenen selbst in öffentlichen Anhörungen zu Wort kommen. Denn es gilt, die Lebens-, Entwicklungs- und Bildungschancen von jungen Menschen deutlich zu verbessern – so eine der Kernforderungen des INE-Papiers.

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news-21823 Wed, 22 Jul 2020 15:24:24 +0200 Solidaritätsaktion für Leidtragende der Corona-Pandemie /bistum/nachrichten/artikel/news-title/solidaritaetsaktion-fuer-leidtragende-der-corona-pandemie-21823/ Angesichts der dramatischen globalen Auswirkungen der Corona-Pandemie starten die Deutsche Bischofskonferenz, die (Erz-)Diözesen, die weltkirchlichen Hilfswerke und die Ordensgemeinschaften eine gemeinsame internationale Solidaritätsaktion für die Leidtragenden der Pandemie. Im Mittelpunkt steht dabei der erste Sonntag im September (6. September 2020), den die Deutsche Bischofskonferenz zum „Sonntag der Solidarität“ ausgerufen hat. An diesem Tag soll in allen Gottesdiensten eine Sonderkollekte abgehalten werden. Darüber hinaus werden Spenden zur Finanzierung internationaler Projekte eingeworben.

Diese Solidaritätsaktion ergänzt die Hilfsprogramme, die bereits in den zurückliegenden Monaten von den Bistümern, den weltkirchlichen Werken und den Orden aufgelegt wurden. Dabei konnten erhebliche finanzielle Mittel mobilisiert werden. Allerdings konnten auch mehrere weltkirchliche Kollekten seit März wegen der coronabedingten Einschränkungen öffentlicher Gottesdienste nicht oder nur in begrenzter Form stattfinden.

Die im September vorgesehene Solidaritätsaktion umfasst drei Dimensionen: Gebet, Information und Spenden/Kollekten. Die Deutsche Bischofskonferenz versteht den „Sonntag der Solidarität“ ausdrücklich auch als geistliches Ereignis, das die Verbundenheit der deutschen Katholiken mit den notleidenden Menschen in aller Welt zum Ausdruck bringt. Die weltkirchliche Solidarität gehört zum Selbstverständnis der Kirche und setzt das Evangelium Jesu Christi in die Tat um.

Die Pfarrgemeinden erhalten im August Plakate, Flyer und Gebetszettel zur Solidaritätsaktion. Ab 20. August 2020 stehen dann auf der Aktions-Homepage www.weltkirche.de/corona-kollekte weitere Informationen, Beispiele für Hilfsprojekte der (Erz-)Diözesen, weltkirchlichen Hilfswerke und Orden sowie das Corona-Gebet, Fürbitten und andere liturgische Hilfen zum Herunterladen für die Gestaltung von Gottesdiensten am 6. September 2020 zur Verfügung.

Die katholische Kirche in Deutschland thematisiert in der Woche vor dem „Sonntag der Solidarität“ verstärkt die Hintergründe der Aktion: Das Corona-Virus betrifft alle Menschen weltweit. Während jedoch die meisten europäischen Staaten die Pandemie derzeit unter Kontrolle haben, bedeutet das Virus in Lateinamerika, Afrika und Asien, aber auch im Osten Europas Krankheit, Hunger, Arbeitslosigkeit und einen Kampf ums Überleben. Es droht eine gesundheitliche, soziale und ökonomische Katastrophe.

Die Partner der Kirche in Deutschland erreichen diese Regionen mit einem dichten Netzwerk. Damit kann den Ärmsten in den von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Gebieten direkt geholfen werden.

Für die Aktion ist ein Sonderkonto eingerichtet worden, auf das ab sofort Spenden eingehen können (Darlehnskasse Münster, IBAN DE53 4006 0265 0003 8383 03, GENODEM1DKM). Mit dem Erlös fördert die Kirche in Deutschland die Arbeit ihrer weltkirchlichen Partnerorganisationen.

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news-21805 Fri, 17 Jul 2020 18:34:54 +0200 Bischof Wilmer ist bestürzt über Tod des bolivianischen Bischofs Eugenio Scarpellini /bistum/nachrichten/artikel/news-title/bischof-wilmer-ist-bestuerzt-ueber-tod-des-bolivianischen-bischofs-eugenio-scarpellini-21805/ Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ hat dem Vorsitzenden der bolivianischen Bischofskonferenz, Monseñor Ricardo Centellas, und dem Weihbischof der Diözese El Alto, Giovani Arani, ein Beileidsschreiben anlässlich des Todes von Bischof Eugenio Scarpellini übermittelt. Der Bischof von El Alto, der... „Mit großer Bestürzung“ habe er die Nachricht vom Ableben Bischof Scarpellinis vernommen, schreibt Wilmer. Sein Tod schmerze ihn sehr und er fühle sich den bischöflichen Mitbrüdern in Bolivien und den Gläubigen des Bistums El Alto in diesen schweren Stunden im Gebet verbunden. Wilmer würdigte den unermüdlichen Einsatz Scarpellinis für die Diözese El Alto und die Kirche Boliviens, mit der das Bistum Hildesheim seit nunmehr 33 Jahren partnerschaftlich verbunden ist. “Er war Missionar aus ganzem Herzen - bei seiner Arbeit als Seelsorger, als Nationaldirektor der päpstlichen Missionswerke und als Organisator des fünften Interamerikanischen Missionskongresses. Immer hat er die Verständigung gesucht, wie wir es erst kürzlich an seinem Einsatz zur Befriedung der unterschiedlichen Gruppen innerhalb der bolivianischen Gesellschaft während der Konflikte im vergangenen Herbst erleben konnten.” Unter Federführung von Mons. Eugenio hatte die katholische Kirche damals zur Befriedung des Landes nach den Unruhen beigetragen, die in der Folge der Präsidentschaftswahlen enstanden waren, die schließlich wegen Unregelmäßigkeiten annuliert wurden.

Der am 8. Januar 1954 im italienischen Bergamo geborene Scarpellini war im Jahr 1998 nach Bolivien gekommen. 2010 wurde er Weihbischof von El Alto; 2013 ernannte ihn Papst Franziskus dann zum Bischof der zweitgrößten Stadt des Landes. Wie andere Länder Lateinamerikas ist auch Bolivien in besonderer Weise von der Corona-Pandemie betroffen. Mitte Juli zählte das Land mehr als 52.000 mit dem CoV-19-Virus infizierte Personen und knapp 2.000 Todesfälle, darunter etliche aus dem Bereich des medizinischen Pflegepersonals. Die Möglichkeiten zur intensivmedizinischen Behandlung von Patienten in den bolivianischen Krankenhäusern sind völlig überlastet, weswegen viele Menschen zu Hause oder sogar auf der Straße sterben. Auch die Krematorien und Friedhöfe sind längst an den Grenzen ihrer Kapazität angelangt.

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news-21800 Fri, 17 Jul 2020 11:11:34 +0200 „Wir sehen die wirtschaftlich schwierige Lage“ /bistum/nachrichten/artikel/news-title/wir-sehen-die-wirtschaftlich-schwierige-lage-21800/ Die katholischen Bischöfe in Niedersachen haben in einem Offenen Brief ihre Solidarität mit der Landwirtschaft bekundet. „Wir sehen die wirtschaftlich schwierige Lage vieler Betriebe“, heißt es in dem Schreiben der Bischöfe Franz-Josef Bode (Osnabrück), Heiner Wilmer (Hildesheim) und Wilfried Theising (Vechta). Die Bischöfe weisen auf die Existenzsorgen vieler Landwirte durch die Zunahme extremer Wetterlagen und aufgrund politischer Entscheidungen hin.

Die katholische Kirche bekenne sich zur Schöpfungsverantwortung und zur „existenziell bedeutsamen Rolle der Landwirtschaft für unsere ländlichen Räume und die Lebensmittelversorgung“, betonen die Bischöfe. Die Forderung von „unterschiedlichsten gesellschaftlichen Instanzen“ nach mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft könne nicht von den Landwirten allein getragen werden. Die steigenden Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe für das Gemeinwohl müssten auch von der Gesellschaft vergütet werden.

„Auf bundespolitischer Ebene fordern wir menschenwürdigere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle in der Wertschöpfungskette unserer Lebensmittel engagierten Menschen“, heißt es in dem Bischofsbrief. Auf Landesebene unterstützen die Bischöfe den „Niedersächsischen Weg“. Darin verpflichten sich Landesregierung, Landvolk, Landwirtschaftskammer sowie Natur und Umweltverbände zum Natur- und Artenschutz.

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news-21733 Thu, 09 Jul 2020 16:21:12 +0200 Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Hildesheim überarbeitet Website /bistum/nachrichten/artikel/news-title/ehe-familien-und-lebensberatung-im-bistum-hildesheim-ueberarbeitet-website-21733/ Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) als psychologischer Fachdienst im Bistum Hildesheim bietet qualifizierte Beratung in sozialen Konflikten und Krisen: Eheberatung, Paarberatung, Familienberatung und Lebensberatung. Der überarbeitete Internetauftritt ist erreichbar unter... Die Website der EFL bündelt die Angebote der 18 Beratungsstellen, vom nördlichen Punkt in Stade bis zum südlichsten in Duderstadt. Man kann sich gezielt und online für Gesprächstermine und Veranstaltungen an den einzelnen Orten anmelden. Über die verschiedenen Formen der Beratung und Kontaktaufnahme wird ausführlich informiert. Erklärfilme und Audio-Beiträge informieren zusätzlich über die Arbeit der EFL.

Die Beratungsstellen sind - gerade in Zeiten von Corona besonders wichtig - auch per Telefon, im Videochat und auf anderen Wegen der Onlineberatung zu erreichen. Als weiterer Service liegen die Online-Informationen nun auch zusätzlich in Leichter Sprache vor, damit Menschen mit Einschränkungen beim Leseverständnis ebenfalls von den Angeboten profitieren können.

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news-21719 Tue, 07 Jul 2020 09:16:50 +0200 Bischöfe fordern weltweit Unternehmensvorgaben https://www.misereor.de/presse/pressemeldungen-misereor/bischoefe-fordern-weltweit-unternehmensvorgaben In einer gemeinsamen Erklärung fordert Bischof Dr. Heiner Wilmer zusammen mit mehr als 110 Bischöfen aus aller Welt die Regierungen auf, Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards zu verpflichten. news-21683 Wed, 01 Jul 2020 14:01:28 +0200 Neues Angebot des Dommuseums Hildesheim /bistum/nachrichten/artikel/news-title/neues-angebot-des-dommuseums-hildesheim-21683/ Das Dommuseum Hildesheim bietet aufgrund der Corona-Pandemie eine Alternative zu den klassischen Museumsführungen an. Start der „EinFührungen“ ist am kommenden Samstag, 4. Juli 2020. Die „EinFührung“ zum Hildesheimer Dom stellt die Bischofskirche von außen vor und gibt mit einem bebilderten Vortrag Einblick in die Baugeschichte und aktuelle Gestaltung des Gotteshauses. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten so einen Überblick, um sich den Dom anschließend eigenständig anzuschauen.

Die „EinFührung“ zum Dommuseum Hildesheim stellt das Ausstellungskonzept, übergeordnete Themen und großformatige Kunstwerke vor. Auch hier wird die Grundlage zur anschließenden individuellen Erkundung des Dommuseums gelegt.

Das alternative Angebot zu den klassischen Führungen ist auf jeweils 10 Personen begrenzt. Das Museum stellt sicher, dass gemeinsame Stationen nur im Freien oder in ausreichend großen Räumen stattfinden. Die teilnehmenden Personen müssen beim Ticketkauf ihre Kontaktdaten angeben, während der „EinFührung“ eine Maske tragen, die Abstandsregeln befolgen und in den Innenräumen einen Sitzplatz während der Erläuterungen einnehmen.

Die „Einführung“ zum Dom findet jeweils samstags und sonntags um 15 Uhr statt und kostet vier Euro pro Person. Die „Einführung“ ins Museum ist samstags und sonntags um 14 Uhr kostet vier Euro pro Person, zuzüglich ermäßigter Eintritt.

Tickets sind online unter www.dommuseum-hildesheim.deoder im Foyer des Hildesheimer Doms erhältlich. Gruppen können einen individuellen Termin über die Dom-Information vereinbaren (dom-information(ät)bistum-hildeheim.de, Telefon 05121-307 770).

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news-21644 Fri, 26 Jun 2020 14:56:27 +0200 Thomas Berkefeld wird neuer Propst in Duderstadt https://www.kirche-untereichsfeld.de/dekanat/aktuelles/artikel/news-title/thomas-berkefeld-wird-neuer-propst-und-dechant-21642/ Zum 1. November verlässt der Seelsorger dafür den Pastoralbereich Hannover-Süd / Nachfolger dort wird im April 2021 Pfarrer Dr. Thomas Kellner / Amtseinführung in Duderstadt am 29. November (1. Advent) news-21640 Fri, 26 Jun 2020 11:23:46 +0200 Bistum Hildesheim verliert 11.900 Katholiken /bistum/nachrichten/artikel/news-title/bistum-hildesheim-verliert-11900-katholiken-21640/ Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Hildesheim ist erneut zurückgegangen. Sie lag zum Ende des Jahres 2019 bei 581.460 Menschen. Das waren 11.900 weniger als im Jahr zuvor. Dies geht aus der kirchlichen Statistik hervor. Die Zahl der Bestattungen betrug im vorigen Jahr 5276 (2018: 5516). Die Taufen sanken von 3420 im Jahr 2018 auf 3114 im vergangenen Jahr. Die Eintritte und Wiederaufnahmen lagen bei 317 (2018: 367). Die Zahl der Kirchenaustritte stieg von 7018 im Jahr 2018 auf 8048 im Vorjahr.

Die Zahl der Gottesdienstteilnehmenden im Bistum Hildesheim im Jahr 2019 lag bei 7,1 Prozent (2018: 7,5 Prozent). 761 Paare wurden im Jahr 2019 kirchlich getraut, 53 weniger als ein Jahr zuvor.

2285 junge Menschen empfingen im vergangenen Jahr das Sakrament der Firmung, 207 weniger als 2018. Es gab 3568 Erstkommunionen im Jahr 2019, das ist ein Rückgang um 192 Erstkommunionen gegenüber 2018.

Zu den 8048 Austritten im vergangenen Jahr sagt der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ:

„Mich betrüben die Austritte sehr. Sie signalisieren, wie sehr sich getaufte Menschen von unserer Kirche entfremdet haben. Wir wissen nicht mit Sicherheit, warum ein Mensch aus der Kirche austritt, weil niemand seine Gründe erklären muss.

Bei manchen mögen finanzielle Aspekte ausschlaggebend sein; andere praktizieren ihren katholischen Glauben kaum noch und haben die Bindung zum kirchlichen Leben verloren oder hadern damit, dass innerkirchliche Reformen aus ihrer Sicht nicht schnell genug passieren. Außerdem hat unsere Kirche durch die zahlreichen Fälle von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch das Vertrauen vieler Menschen zutiefst enttäuscht, was sicher auch zu Austritten geführt hat.

Generell gilt: Wir müssen all unser Handeln als Kirche auf die Menschen ausrichten. Wir leben in einer Zeit, in der sich die Menschen aktiv für etwas entscheiden, auch für den Glauben. Die Glaubensweitergabe lebt entscheidend von der persönlichen Begegnung. Wer als Christin oder Christ den Glauben mit Überzeugung, Begeisterung und Freude lebt, kann andere neugierig machen und vielleicht sogar dazu inspirieren, sich die frohe und befreiende Botschaft des Christentums neu zu erschließen.“

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news-21626 Thu, 25 Jun 2020 12:00:25 +0200 Bistum Hildesheim veröffentlicht Jahresabschluss für 2019 /bistum/nachrichten/artikel/news-title/bistum-hildesheim-veroeffentlicht-jahresabschluss-fuer-2019-21626/ Der Kirchensteuerrat der Diözese hat dem Jahresabschluss 2019 einstimmig zugestimmt. Angesichts der Corona-Pandemie kamen die Mitglieder des Gremiums erstmals nicht zu einer Sitzung zusammen, sondern billigten den Abschluss im Umlaufverfahren. Bischof Heiner Wilmer hatte dafür zuvor eigens die... Das Bilanzvolumen des Bistumshaushaltes ist gegenüber dem Vorjahr kräftig gestiegen, von 387,8 Millionen Euro auf 438,3 Millionen Euro. Größter Einnahmeposten war mit 180,8 Millionen Euro die Kirchensteuer. Sie lag damit höher als je zuvor. Größter Ausgabeposten war der Bereich Bildung, Schule, Wissenschaft und Kunst, gefolgt von der Allgemeinen Seelsorge. Um 38,6 Millionen Euro wurden die Rücklagen und Rückstellungen für die Pensionsverpflichtungen von Priestern und kirchlichen Beamten aufgestockt. Hintergrund für diese erheblichen Aufwendungen sind weiter zurückgehende Zinsen sowie die Begründung 14 neuer Beamtenverhältnisse von Lehrkräften. „Die Pensionsverpflichtungen sind ein Dauerthema, das viele Ressourcen bindet. Wir müssen da immer wieder nachjustieren“, sagt Dorota Steinleitner, Leiterin der Abteilung Finanzen im Bischöflichen Generalvikariat.

Der im Herbst 2019 aufgestellte Haushaltsplan für das laufende Jahr sah bislang einen Überschuss vor – angesichts der Corona-Pandemie und damit spürbar sinkender Steuereinnahmen wird dieses Ergebnis allerdings ein eindeutig negatives werden. „Wir können heute keine seriösen Prognosen über die tatsächlichen Einnahmen im Jahr 2020 abgeben“ erklärt Finanzdirektorin Anja Terhorst. „Wir befürchten, dass die Kirchensteuer im zweistelligen Prozentbereich zurückgeht, hoffen aber, dass es nicht ganz so schlimm kommt.“ Klar sei lediglich, dass die Einnahmen zurückgehen werden.

Unsicherheit gibt es auch bei den Einrichtungen im Bistum wie Altenheimen oder Bildungshäusern. Sie leiden voraussichtlich ebenfalls angesichts von Corona unter Einnahmeausfällen. Terhorst: „Wir müssen alle zusammen diese Unsicherheit aushalten. Dass wir dies können, ohne in Panik zu verfallen, verdanken wir auch meinem Vorgänger, Finanzdirektor Helmut Müller. Er hat dafür gesorgt, dass die Rücklagen in den vergangenen Jahren erheblich aufgestockt wurden und das Bistum somit für bereits bestehende Verpflichtungen in der Zukunft auf einem soliden Fundament steht. Das ist in dieser Krisenzeit Gold wert.“

Geschäftsbericht informiert

Über die Finanzlage des Bistums gibt der Geschäftsbericht 2019 detailliert Auskunft. Darin finden sich der Jahresabschluss, die Gewinn- und Verlustrechnung und das Testat der Wirtschaftsprüfer. Der Geschäftsbericht des Bistums ist online verfügbar. Außerdem kann er bezogen werden bei der Hauptabteilung Finanzen, Domhof 18–21, 31134 Hildesheim, Tel. (05121) 307-401, finanzen(ät)bistum-hildesheim.de

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news-21620 Wed, 24 Jun 2020 10:06:52 +0200 Neuer Foto-Kalender für 2021 mit Pflanzen, Insekten und Vögeln vom Kreuzgang am Hildesheimer Dom /bistum/nachrichten/artikel/news-title/neuer-foto-kalender-fuer-2021-mit-pflanzen-insekten-und-voegeln-vom-kreuzgang-am-hildesheimer-dom-216/ Gelber Lerchensporn, Honigbiene, Hausrotschwanz oder Uhu sind nicht nur in der freien Natur zu Hause, sondern auch auf dem Annenfriedhof des Hildesheimer Doms. Eingefasst von der Apsis und den Kreuzgängen der Bischofskirche, existiert ein kleines Biotop, das ganz unterschiedliche Pflanzen und... Zu jedem der zwölf Motive gesellt sich ein passendes Bibelzitat. So steht neben einer Aufnahme des Hausrotschwanzes die aus der Schöpfungsgeschichte stammenden Zeilen: „Und Gott erschuf (…) alle gefiederten Vögel nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war.“ Alle veröffentlichten Bilder stammen von Joachim Achtzehn, einem Oberstudiendirektor im Ruhestand, der sich seit Jahrzehnten der Landschafts- und Tierfotografie widmet. Naturaufnahmen am Hildesheimer Dom macht er seit 2014.

Der Umweltbeauftragte des Bistums Hildesheim, Dr. Dr. Dirk Preuß, hat Erläuterungen zu allen zwölf Bildern geschrieben und einen Begleittext für den Kalender verfasst. Darin heißt es unter anderem, der Kalender wolle dazu ermutigen, „die biologische Vielfalt an unseren Kirchen und auf unseren Friedhöfen zu fördern, um so aktiv zum Naturschutz beizutragen“.

Der Kalender kann im Domfoyer erworben werden. Es befindet sich an der Nordseite des Hildesheimer Doms und ist der Eingang zum Dommuseum Hildesheim. Geöffnet ist es täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Kalender kann außerdem online bezogen werden: www.domshop-hildesheim.de

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news-21611 Mon, 22 Jun 2020 13:20:50 +0200 Felix Prinz ist neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dommuseum Hildesheim /bistum/nachrichten/artikel/news-title/felix-prinz-ist-neuer-wissenschaftlicher-mitarbeiter-am-dommuseum-hildesheim-21611/ Dr. Felix Prinz wird für das Dommuseum Hildesheim künftig als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Der 43-jährige Kunsthistoriker arbeitet seit 2015 projektbezogen für das Museum und nimmt nun nach dem Wechsel von Dr. Gerhard Lutz zum Cleveland Museum of Art in Ohio/USA dessen Stelle in Hildesheim... In seiner bisherigen Tätigkeit für das Dommuseum hat Prinz die Ausstellung „Transfer Bernwardsäule“ (2018) konzipiert und war einer der Kuratoren der Ausstellung „Zeitenwende 1400. Hildesheim als europäische Metropole“ (2019).

Geboren in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart, hat Prinz in München, Amsterdam und Berlin studiert und wurde an der Freien Universität Berlin von Klaus Krüger und Horst Bredekamp mit einer Arbeit zur Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts promoviert. Ehe er nach Hildesheim kam, hatte er an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München gearbeitet, wo er mehrere Ausstellungen realisierte. In Forschungsprojekten war er an den Staatlichen Museen zu Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Schriften zur Kunst des Mittelalters und der Gegenwart. An der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Stiftung Universität Hildesheim lehrte er zur Kunst des Mittelalters.

Für das Dommuseum Hildesheim bereitet Prinz derzeit das auf seiner Idee basierende Ausstellungsvorhaben „Der Islam in Europa. 1000–1250“ für das vom Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ ausgerufene Godehard-Jahr 2022 vor.

Über seine Aufgabe im Dommuseum Hildesheim sagt Prinz: „Das Dommuseum Hildesheim ist das schönste Museum für hochmittelalterliche Kunst. Seine Sammlung hat eine einzigartig hohe Qualität. Daher freue ich mich außerordentlich, hier arbeiten und forschen zu können.“

Prof. Dr. Claudia Höhl, Direktorin des Dommuseums: „Mit seiner kunsthistorischen Kompetenz und seinem leidenschaftlichen Engagement für das Museum ist Herr Dr. Prinz ein großer Gewinn für unser Haus. Vor allem seine Begeisterung und Sachkenntnis in Bezug auf die zeitgenössische Kunst passt hervorragend zu unserem Profil und ist bei Mittelalterspezialisten keineswegs selbstverständlich. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit an zukünftigen Projekten und der Weiterentwicklung des Dommuseums als einem kommunikativen Kulturort.“

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news-21586 Fri, 19 Jun 2020 09:48:57 +0200 Die Corona-Pandemie als kulturelle Herausforderung /bistum/nachrichten/artikel/news-title/die-corona-pandemie-als-kulturelle-herausforderung-21586/ Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover hat Antworten auf die kulturelle Herausforderung formuliert, die mit der Corona-Pandemie einhergeht. Im Auftrag des Bistums Hildesheim hat das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (fiph) ein Papier zur Corona-Krise erarbeitet, in dem zentrale Aspekte der Pandemie als kulturelle Herausforderung in den Blick genommen werden: Fragen nach dem Umgang mit Nichtwissen, Verwundbarkeit, Schuld und einer Haltung angesichts einer Situation, die wesentlich von Unsicherheit geprägt ist.

Das Papier steht als kostenloser Download auf der Website des fiph zur Verfügung.

 

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news-21506 Thu, 04 Jun 2020 10:04:15 +0200 Dommuseum Hildesheim lädt zum UNESCO-Welterbetag ein /bistum/nachrichten/artikel/news-title/dommuseum-hildesheim-laedt-zum-unesco-welterbetag-ein-21506/ Das Dommuseum Hildesheim beteiligt sich am Welterbetag der UNESCO am kommenden Sonntag, 7. Juni 2020. Besucherinnen und Besucher erhalten freien Eintritt ins Museum, das von 11 bis 17 Uhr geöffnet hat. Außerdem ist es mit seinen Angeboten auf den neuen Internetseiten www.unesco-welterbetag.de und www.welterbe-niedersachsen.de zu finden.

Der Welterbetag findet aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr vor allem digital statt, da besondere Führungen und Aktionen aus Gesundheitsschutzgründen nicht möglich sind. Die deutschen Welterbestätten laden auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland dezidiert dazu ein, eine virtuelle Entdeckungstour durch das vielfältige Kultur- und Naturerbe Deutschlands zu machen. Die digitalen Angebote des Hildesheimer Mariendoms, des Dommuseums und der übrigen Hildesheimer Partner sind hier zu finden.

Die Fotoaktion #WelterbeVerbindet gibt Interessierten die Möglichkeit, den UNESCO-Welterbetag selbst mitzugestalten. In einer digitalen Ausstellung werden ab dem 7. Juni 2020 alle eingereichten Fotos präsentiert.

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news-21505 Thu, 04 Jun 2020 10:00:53 +0200 Neue Technik trifft alte Kunst /bistum/nachrichten/artikel/news-title/neue-technik-trifft-alte-kunst-21505/ Es ist zu schön, um nicht gesehen zu werden. Aber auch zu wertvoll, um es öffentlich auszustellen: Das Dommuseum hat ein Drachenaquamanile für 1,3 Millionen Euro ersteigert. Um das mittelalterliche Bronzegefäß, das nicht mit bloßen Händen berührt werden darf, ausstellen zu können, fertigte Jonas... In seiner Bachelorthesis untersuchte er, wie im Fall einer Kopie mit den Schäden am Original umzugehen ist und inwieweit es darüber hinaus Sinn ergibt, weitere Duplikate zu anderen Zwecken zu erstellen.

Das knapp 20 Zentimeter hohe Drachenaquamanile aus der Sammlung des Hildesheimer Dommuseums stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ursprünglich war es vergoldet und poliert. Im Laufe der Zeit sind leider an dem Objekt Schäden entstanden. Das Aquamanile hat kleine Beulen, Fehlstellen und Schrammen. Feys Ansatz war es, in seiner Bachelorthesis zu prüfen, ob die Drachenaquamanile kopiert werden kann. Gleichzeitig wollte er testen, ob und inwieweit die Beschädigungen korrigiert werden können, um das Gefäß möglichst in den ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Außerdem setzte er sich damit auseinander, wie man das wertvolle Stück neben der Ausstellung der Replik für die Öffentlichkeit zugänglich kann.

Eine einzigartige Kopie

Dafür gliederte Fey seine Forschungsarbeit in zwei Teile. In der Theorie befasste er sich mit Aquamanilen als solche und prüfte die bekannten Möglichkeiten einer Reproduktion von vergleichbaren Kunstgegenständen. Im zweiten Teil untersuchte der Student digitale Methoden, um die originale Drachenaquamanile zu reproduzieren – mit dem Ziel, eine Replik herzustellen. Dafür erarbeitete er verschiedene Designvarianten, wie die Schäden zu korrigieren sein könnten, um dann die Qualität zu bewerten.

Insgesamt dreimal scannte der Student die Drachenaquamanile, bis er ein zufriedenstellendes Ergebnis in den Händen hielt. Bei der daraus entwickelten Replik handelt es sich um eine einzigartige Kopie, die rein zu Anschauungszwecken im Museum verwendet werden soll, um das wertvolle Original zu schützen und trotzdem ausstellen zu können. „Die exakte fotografische Erfassung und das Erstellen der Eins-zu-Eins-Kopie ist zunächst wissenschaftlich wichtig, denn es ermöglicht das praktische Ausprobieren des Aquamanile als Wassergießgefäß, was beim Original nicht machbar ist. Die jetzt hergestellte galvanisierte Kopie kann zum Betrachten ohne Vitrinenglas und zum Betasten eingesetzt werden. Außerdem gibt es ganz unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten für Produkte in verschiedenen Größen, um das „Lieblingstier“ des Dommuseums noch populärer zu machen“, freut sich Prof. Dr. Claudia Höhl, Direktorin des Dommuseums Hildesheim.

Vorschläge zur Demokratisierung

Doch in dieser Arbeit sollten noch weitere Ideen entwickelt werden. Unter der engen Begleitung seines Prüfers Prof. Hartwig Gerbracht, Koordinator im Kompetenzfeld Metallgestaltung der Fakultät Gestaltung, und des HAWK-Kunststoffexperten Honorarprofessor Bernward Horn entwickelte Fey Vorschläge für Lösungen, wie man das wertvolle Objekt demokratisieren kann. So entwarf Fey neben dem Replikat als weitere Vorschläge einen Anhänger als Schmuck, der sich vor allem an das weibliche Publikum richten könnte. Ein dreidimensionales Scheibenpuzzle, das räumliches Denken fördert, dürfte vor allem Eltern mit Kindern ansprechen. Auch könnte es das Drachenaquamanile als Weingummi geben und für geschäftliche Beziehungen und Sponsorengeschenke ein streng limitiertes Replikat produziert werden. Ob und welche dieser Ideen umgesetzt werden, ist noch nicht entschieden. Fest steht: „Das Projekt zeigt einmal mehr die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Hildesheimer Kultur- und Bildungseinrichtungen“, erklärt Prof. Dr. Höhl.

 

Info Aquamanile

Aquamanilien sind Gefäße zur rituellen Handwaschung und gehören zu den besonders preziösen Metallarbeiten aus dem Mittelalter, die in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus großer Kunstauktionen gerückt sind. Äußerst selten sind dabei jene Arbeiten, die man in die Anfangszeit der nach 1100 aufblühenden Produktion datieren kann. Im Jahr 2014 hat das Dommuseum aus Hildesheim die Drachenaquamanile in einer Auktion bei Christie´s ersteigert. Die Drachenaquamanile stammt aus dem zweiten Drittel des 12. Jahrhundert und nimmt eine besondere Stellung ein, da es zumal bis 2010 unbekannt geblieben ist. In Süddeutschland tauchte es damals als osmanische Öllampe in einer Auktion auf. Als möglicherweise Hildesheimer Arbeit des 12. Jahrhunderts erkannt und bei Christie´s angeboten, haben die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Stiftung Niedersachsen und die Klosterkammer Hannover die siebenstellige Ankaufssumme bereitgestellt. Im Mittelalter galt Hildesheim als Zentrum der Bronzekunst und war von europäischer Bedeutung. Die Drachenaquamanile bildet nicht nur einen Glanzpunkt der Sammlung aus dem Dommuseum, sondern fügt sich auch in die jahrelange Forschungstätigkeit, bei der die mittelalterlichen Bronzen aus Hildesheim einen Schwerpunkt bilden.

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news-21503 Thu, 04 Jun 2020 09:33:38 +0200 Wilmer: Wir benötigen eine spirituelle Revolution /bistum/nachrichten/artikel/news-title/wilmer-wir-benoetigen-eine-spirituelle-revolution-21503/ Der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ meldet sich mit einem am heutigen Donnerstag erschienenen Essay in der Wochenzeitung DIE ZEIT zu Wort. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie stellt der Bischof die Frage: Wozu brauchen wir Christinnen und Christen? Bischof Wilmer sieht im Corona-Virus eine Herausforderung für alle Menschen, die auch die Frage aufwerfe nach der Bedeutung der Christinnen und Christen. „Wozu braucht man uns Christen überhaupt?“

Die mit der Corona-Pandemie verbundene Unsicherheit kehrt nach der Auffassung des Bischofs „die Ur-Weisheit des Christentums“ hervor: „Das perfekte Leben, auch das perfekte religiöse Leben, gibt es nicht. Gelingen und Zweifel gehören immer zusammen – das war schon bei Jesus so. Es gibt keine Biografie ohne Risse, kein Leben ohne harte Entscheidungen.“ Da es den perfekten Lauf der Dinge niemals geben werde, müsse die Umkehr als christliche Lebenshaltung auch auf die Kirche selbst angewendet werden.

„Wir müssen ausbrechen aus dem Gefängnis einer perfekten Kirche“, so Wilmer. „Manchmal ist unsere kirchliche Professionalität wie ein Gefängnis, das uns abhält von dem eigentlichen Weg, den wir uns vorgenommen haben.“

In diesem Zusammenhang erwähnt Bischof Wilmer die Kritik an ihm, die auf ein Hörfunk-Interview zu Ostern folgte: „Ich sprach von einer Fixierung auf die Eucharistie angesichts der Gottesdienst-Streaming-Flut. Aber nicht etwa, weil mir die Eucharistie und der gemeinsame Gottesdienst nicht am Herzen lägen! Sondern weil der Krisen-Perfektionismus nicht blind machen darf für die wirkliche Not.“

Darunter verortet Wilmer etwa die schwierige Situation einsamer Menschen und schildert ein Telefonat, das er mit einem älteren Mann geführt habe. Dieser habe sich nach 50 Jahren Ehe nicht von seiner sterbenden Frau verabschieden können, weil er nicht ins Krankenhaus gelassen worden sei. „Es gibt ganz unterschiedliche Opfer der Pandemie. Wir werden noch viele davon kennenlernen.“

Der Bischof appelliert daher, „die verwundeten Herzen von heute“ in den Blick zu nehmen, ebenso „die Risse in der Existenz der anderen, die Brüche in unserem eigenen Leben“. Wo immer die Kirche perfekt sein wolle und auf Leistung setze, „vergessen wir die Gnade Gottes“. Die Suche nach diesem gnädigen Gott sei die bleibende Aufgabe für Christinnen und Christen.

Ihm liege nicht daran, die institutionelle Gestalt der Kirche abzuschaffen, aber er glaube, sie allein sei nicht so übermäßig bedeutsam. „Wenn wir die Kirche wirklich verändern wollen, dann müssen wir nach dem Eigentlichen fragen. Warum machen wir das alles überhaupt? Warum Kirche, warum Glaube?“

Der Bischof konstatiert, Europa verändere sich in Glaubensfragen „so dramatisch wie vielleicht seit 1000 Jahren nicht mehr“. Notwendig sei eine spirituelle Revolution: „Wir müssen zu Suchenden werden. Erst wenn wir uns eingestehen, wie radikal sich die Welt verändert hat, werden wir eine radikale Veränderung unserer Kirche wagen.“

Die römisch-katholische Kirche habe in ihrer Geschichte mehrfach Krisen erlebt. „Die Erinnerung daran kann uns helfen, die Institution so zu verändern, dass sie wieder handlungsfähig wird“, argumentiert Wilmer. Vertrauensverlust, Legitimationsverlust und Wirklichkeitsferne seien Krisenphänomene, die die Kirche heute erschütterten und sich insbesondere im Missbrauchsskandal zeigten. „Indem wir uns die Tiefe unserer Krise eingestehen, können wir sie als Chance nutzen: wieder unseren Weg zu gehen und für andere da zu sein.“

Das Ziel einer Erneuerung sei keine perfekte Kirche, sondern eine vielstimmige Gemeinschaft, die etwas zu bewahren habe und zugleich dynamisch bleibe. Glaube sei ja geradezu der Gegenentwurf zum Perfektionismus, so der Hildesheimer Bischof. Der jüdische Songwriter Leonard Cohen drücke das so aus: „Forget your perfect offering. There is a crack in everything. That’s how the light gets in.“ (Vergiss deine wohlfeilen Gaben. Es ist ein Riss in allem. Durch diesen Riss fällt Licht.)

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