Lebensformen

Alfred Delp

Jesuitenpater Alfred Delp

„Gott geht alle Wege mit.“

(Jesuitenpater Alfred Delp)

 

Seine Berufung zu entdecken schließt alle Lebensbereiche ein, den Beruf genauso wie die Lebensform. Finde heraus wer du bist und wie du leben willst. Auf dieser Seite stellen einige Personen ihre Lebensform vor.

Ehemann/-frau

"Eigentlich wollte ich schon immer den „Richtigen“ finden, heiraten, Kinder kriegen… Doch dann habe ich mich irgendwann gefragt, was Gott mit meiner Lebensentscheidung zu tun hat und was sein Wille sein könnte. Um mich wirklich für die Ehe zu entscheiden, wurde es wichtig für mich zu sehen, dass sowohl Ehe als auch geweihtes Leben lebenswerte und erstrebenswerte Wege sind. Erst durch diese Erkenntnis konnte ich eine wirklich freie Entscheidung treffen und habe mich gefragt, wo ich Gott mehr lieben kann.

Als ich meinen Mann kennengelernt habe, habe ich mit der Zeit immer mehr gemerkt, wie mich die Liebe zu ihm dahin führt, ihn immer wieder neu (mit allen Fehlern und Schwächen) so zu sehen, „wie Gott ihn gemeint hat“. Das hilft mir, auch andere Menschen zu lieben und wertzuschätzen. Umgekehrt lässt mich seine Liebe und sein Annehmen all meiner Macken ahnen, wie viel mehr Gott einen jeden Menschen unvoreingenommen und bedingungslos liebt.

Die christliche Ehe ist für mich durch das bedingungslose und unauflösliche Ja zu einem konkreten Menschen einfach der menschenfreundlichste Weg Beziehung zu leben. Außerdem erlebe ich es als großes Geschenk zu wissen, dass wir auf diesem Weg nicht allein zu Zweit unterwegs sind, sondern Gott als Dritter im Bunde mit uns geht."

Mariella, Hildesheim

Die Ehe ist die am meisten gewählte Lebensform. Heiraten und Kinder kriegen ist die natürlichste Berufung des Menschen. So, wie Eheleute sich gegenseitig lieben und für die Kinder Verantwortung übernehmen, so liebt Gott uns. Deswegen ist die Ehe in der Katholischen Kirche ein Sakrament, ein sichtbares Zeichen für Gottes Zusage an die Liebenden. 

"Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt." 2.Korinther 4,7

Eheringe

Wer heiratet, entscheidet sich bewusst für ein Leben mit dem Partner. Bei dieser Entscheidung hilft die Kirche als Gemeinschaft gerne.

EremitIn

Aussiedlerhaus im Gebirge

Sie leben in der Einsamkeit einer Berghütte oder im leerstehenden Pfarrhaus eines Dorfes. Sie tragen Zivil oder einen ordensähnlichen Habit und gestalten ihr geistliches Leben aus den Quellen unterschiedlichster Spiritualitätsformen: benediktinisch, franziskanisch-klarianisch, karmelitisch, zisterziensisch oder nach dem Vorbild des Charles de Foucauld. Ihre Hauptaufgabe ist das Gebet, ihre Vorbilder finden sich meist in der Zeit der Frühen Kirche. Schweigen und Hören, die Stille und das Wort durchdringen den ganzen Tag. Ihr Leben versucht Zeugnis abzulegen von der Unergründlichkeit Gottes, der sich dem einzelnen kleinen Menschen in unbegreiflicher Weise schenkt und von der Herrlichkeit des gekreuzigten Christus. Gelübde legen sie ab in die Hände des jeweiligen Diözesanbischofs und den Menschen in „ihrem Bistum“ gilt ihr besonderes Gebet. Ihre Zahl steigt...

"Der Eremit ist ein Mensch, der Gott sucht in Stille und Zurückgezogenheit. Er setzt sich Gott aus und er setzt sich auch sich selber aus. Eremitisches Leben ist ein Leben des Gebetes und der Kontemplation als Einzelner, ohne stützende Gemeinschaft.

Ich glaube, das Wesentliche, die Gottsuche in diesem kontemplativen Leben heute, heißt vor allem, sich diesem Gott auszusetzen, sich dem Gottesverhältnis zu stellen. Meinem eigenen natürlich, dann dem der Menschen allgemein, der Menschen heute, vor allem zuzulassen, dass die polierten Fassaden zerbröckeln und die ganze Schwachheit und Jämmerlich des Menschen zu Tage tritt und darin zu erkennen, wie erlösungsbedürftig wir sind, wie angewiesen auf Ihn, wie sehr wir auch verlangen nach einer tiefen vertrauensvollen Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus.

Der Weg des Eremiten ähnelt dabei einer Wanderung durch die Wüste mit Hunger und Durst, mit Sandstürmen und Angriffen von Schlangen und Skorpionen, um einmal diese Bild zu gebrauchen. Aber inmitten der Wüste, inmitten aller Trockenheiten und Stürme liegt eine Oase. Der Ort Seiner Gegenwart mit dem Leben spendendem Wasser des Heils. Dahin geht der Weg des Eremiten. Und der Eremit geht ihn allein, aber nicht für sich selbst. Er geht ihn für alle, die sich danach sehnen, diese Quelle zu finden. Ob sie es wissen oder nicht."

Diözesaneremitin Maria Anna Leenen

Ordensmann/-frau

"Ich wollte als Jugendlicher immer irgendwie anders leben. Nicht so spießig. Nicht immer dem Geld hinterher und den Launen eines Chefs ausgeliefert. Und „Schaffe, schaffe Häusle baue…“ war auch nicht das Meine. Aber man muss Kompromisse machen, seine Ideale erden. Freilich soll das nicht so sein, dass man alle Träume über Bord wirft.

Das Leben im Jesuitenorden ist für mich die Möglichkeit zwar nicht alle, aber doch viele meiner Ideale zu leben. Und die Mitbrüder sorgen für die nötige Erdung. Wir sind eine Gemeinschaft. Die Welt ist nicht genug, so ein James Bond - Film. Unser Ziel ist Gott, der Weg heißt Jesus Christus. Alles zur größeren Ehre Gottes!"

P. Manfred Hösl SJ (Pfarrer in Sankt Michael, Göttingen)

Schild in Händen einer Statue mit Aufschrift "Gott im Herzen tragen"

Virgo Consecrata

Betende Frau auf Zeichnung

"Wenn sich der eigene Glaubensweg in tiefer Sehnsucht nach enger Bindung an Christus verdichtet - ja, dann folgt man diesem Ruf. Empfangen habe ich Gottes Ruf Pfingsten 1986 - in einer Gruppe, die die Bibel und das Leben existentiell miteinander teilte. Eingemündet bin ich erst am 02.02.2009. Nach langer Suche und intensiver geistlicher Begleitung hieß das Ziel: Jungfrauenweihe. Es ist eine Form, sich ganz Gott zu weihen und im privaten gebunden zu sein. Äußerlich sichtbar durch einen Ring, Stundengebet und tägliche Eucharistie. Mein ganzes Leben Gott zu weihen, die Offenheit zu bewahren, das Feuer der Liebe weiterzutragen und in Christus den zu finden, den ich liebe - diese spirituellen Erfahrungen geben meinem Leben eine unglaubliche Tiefe, Geborgenheit und Gelassenheit. Geistliches und weltliches Leben verknüpfen sich miteinander - freiwillig folge ich dem Auftrag der Kirche Dienerin zu sein und staune über Gottes phantastische Wege.

Allen Frauen, die in sich eine ähnliche Sehnsucht spüren, wünsche ich Mut und Phantasie, dem Ruf Gottes Raum zu geben und eine gute geistliche Begleitung."

Ursula Kropp (Referat Katechese im Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta, Bistum Münster)