Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchs- (Führungs-) Kräfte

Das Bistum Hildesheim möchte den Anteil von Frauen in Führungspositionen und herausgehobenen Fachpositionen deutlich erhöhen. Daher beteiligen wir uns am bundesweiten Modellprojekt „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das vom Hildegardis-Verein durchgeführt und von der Deutschen Bischofskonferenz unterstützt und begleitet wird.

Wir bieten drei Mitarbeiterinnen aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Bistums Hildesheim eine Teilnahme am einjährigen Mentoring-Programm an. Dies dient der Klärung der eigenen Entwicklungsperspektiven und -ziele sowie der Vernetzung mit Führungspersönlichkeiten. 

Halbzeit im Mentoringprogramm

Das zweite zentrale Treffen der am Mentoringprogramm teilnehmenden Mentees sowie der Mentorinnen und Mentoren hat im Dezember in Essen stattgefunden. „Dass auch die anderen Mentees die Kooperation mit ihren Mentorinnen und Mentoren schon jetzt als lehrreich und ermutigend erleben, bestätigt uns darin, dass Mentoring für die Katholische Kirche als Arbeitgeberin ein effektives Instrument der Persönlichkeitsentwicklung ist“, so die stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, Professorin Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof. „Es erlaubt den weiblichen Nachwuchskräften, ihre besonderen Stärken zu erkennen und nutzbar zu machen.“ Im Frühjahr starten die verschiedenen Projekte, an deren Konzipierung die Mentees im Rahmen des Programms gearbeitet haben.

Vollständige Presseerklärung

Innovation, Öffentlichkeit und Tabus

Alle drei Mentees haben ihr Projekt bereits gestartet

Annette Stechmann arbeitet in der Universitätsmedizin Göttingen und ist dort auch mit dem Leid von Müttern und Vätern konfrontiert, die ihr Baby während oder kurz nach der Schwangerschaft verloren haben. Ein tabuthema dessen Ausmaß kaum bekannt ist. Mit diesen Frauen hat sie einen Workshop gestaltet, um das Erlebte ausdrucksfähig zu machen. Die Ergebnisse -  bewegende Bilder – sind Inhalt einer Ausstellung in St. Michael, Göttingen.

Eine wichtige und weitgehend unsichtbare Zielgruppe für Fortbildungen: Erwachsene in der Jugendarbeit. Seit Jahren gibt es Konzepte und Programme, um Jugendliche zu schulen, die Jugendliche leiten. Gute Arbeit mit zielgruppenorientierten Ansätzen, Zeiten und Konzepten. Was aber ist mit den vielen Erwachsenen oder gar Älteren, denen die Jugendarbeit so am Herzen liegt, dass sie sie selbst in die Hand nehmen? Ines Klepka hat diese Engagierten in den Blick gerückt und ein spezielles Programm entwickelt.

Christiane Müßig weiß, wie schwierig es ist, komplexe und sich stets wandelnde Inhalte zweidimensional darstellen zu wollen: Wie Lokale Kirchenentwicklung auf einer Intenetseite dargestellt oder gar erlebbar gemacht werden kann, hat sie sich als zentrale Frage für ihr Projekt vorgenommen.

Konzept Öffentlichkeitarbeit und Homepage Lokale Kirchenentwicklung

Die Grundfrage für die Konzeptidee lautet: Wie kommt das, was wir seit einigen Jahren als Konzept der Lokalen Kirchenentwicklung bezeichnen, unter die Leute? Allen ist klar, dass das am besten geht, wenn man direkt miteinander spricht und versucht, die Ideen der LoKi mit dem, was Leute vor Ort schon tun, was sie begeistert und was sie hemmt in Verbindung zu bringen.

Das ist jeweils sehr unterschiedlich. Daher sind die Pfarreibesuche, die ich gemeinsam mit dem Leiter der Hauptabteilung Pastoral Christian Hennecke von Frühjahr 2016 bis Frühjahr 2018 durchführe, auch ein Baustein der Öffentlichkeitsarbeit, vielleicht einer der angemessensten aber auch anstrengenden Sorte. Die insgesamt 119 Besuche sind unter ‚Reiseberichte‘ jeweils als kurze Beiträge nachzulesen, wie z.B. unter www.lokale-kirchenentwicklung.de/reiseberichte/clausthal-zellerfeld/

Dieser erste Baustein wird direkt verknüpft mit dem zweiten, der Homepage www.lokale-kirchenentwicklung.de deren weitere Gestaltung und Ausbau Auftrag meines Projektes ist. Eine Internetseite ist immer in Veränderung, erst recht, wenn sie eine sich selbst verändernde und wachsende Entwicklung abbilden will. In Workshops mit Kolleginnen und Kollegen haben wir Ideen zusammengetragen, wie die Seite weiter verändert und dynamisch entwickelt werden kann.

Anforderungen

Im Rahmen des Mentorings arbeiten die Mentees an einem selbstgewählten Projekt. Dabei handelt es sich um eine Aufgabe, die einen Bezug zur eigenen Stelle hat, der man sich aber im Rahmen des Mentoring-Programms gezielt widmet. So erhalten die Mentees die Gelegenheit, sich zusammen mit den anderen Mentees über den Umgang mit konkreten Herausforderungen auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Mentees erfahren sich selbst als „Leitende“ des Projekts und machen Erfahrungen im Projektmanagement, die wertvoll für zukünftige Führungsarbeit sind. Die theoretischen Impulse aus dem Mentoring fließen ein und die Mentees erhalten Feedback von dem Mentor oder der Mentorin.

Frauen steigen auf - Kirche im Mentoring: Film aus dem Erzbistum Köln

Was ist eigentlich Mentoring?

Mentoring ist ein vielfach erprobtes und effektives Instrument einer individuellen Karriereförderung und unternehmerisch nachhaltigen Personalentwicklung.

Mentoring bedeutet Unterstützung, Beratung und Coaching durch Austausch über berufliche und persönliche Erfahrungen. Die Mentorin (oder der Mentor) ist eine beruflich erfahrene Fach- oder Führungskraft; die sog. "Mentee" eine Frau, die sich im professionellen Kontext und persönlich weiter entwickeln möchte.

Mentoring ist ein Prozess. Im Idealfall bedeutet Mentoring Wachsen, Gegenseitigkeit und beiderseitiger Gewinn. Dieser Gewinn ist jedoch nicht materieller Art. Die persönliche Begleitung ermöglicht den Mentees, ihre Potentiale und Begabungen zu entdecken und neue Kompetenzen zu entwickeln. Mentoring hilft ihnen, eigene Ziele zu stecken und passende Wege zu finden, diese Ziele auch zu erreichen.

Die Mentorinnen und Mentoren profitieren von der Möglichkeit, im Austausch eigene Lebensentscheidungen zu reflektieren, das eigene Wissen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, den eigenen Führungsstil weiterzuentwickeln und sich mit anderen Mentorinnen und Mentoren zu vernetzen. Mentoren und Mentorinnen mit Führungsaufgaben bringen ihre Erfahrungen und Strategien ein, die sie im Umgang mit Hürden und Chancen erworben haben.

Was ist Ziel des Mentoring-Projektes?

Ziel des Programmes ist es, Studentinnen und Absolventinnen für den „Arbeitsplatz Kirche“ zu interessieren sowie weibliche Nachwuchskräfte aus kirchlichen Institutionen zu ermutigen und zu befähigen, gezielt Leitungsaufgaben in der katholischen Kirche anzustreben. Dies geschieht sowohl im Sinne der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in diesem zentralen gesellschaftlichen Bereich, aber auch um eine produktivere und kreativere Arbeitskultur in den betroffenen Institutionen und eine nachhaltige Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland im 21. Jahrhundert zu befördern.

Das Mentoring wird vom Hildegardis-Verein durchgeführt, der als Einrichtung der Frauenförderung seit über 100 Jahren die akademische Aus- und Weiterbildung von Katholikinnen unterstützt.

Das Programm nutzt das in der Personalentwicklung bewährte Instrument des Mentoring und arbeitet

  • stärkenorientiert: Nachwuchskräfte, die bereits beim Arbeitgeber Kirche tätig sind, werden an Führungsaufgaben herangeführt;
  • vernetzend: Frauen aus verschiedenen Regionen und kirchlichen Arbeitsfeldern nehmen teil und dieses Netzwerk kann auch über das Programm hinaus weiterwirken;
  • nachhaltig: Für die beteiligten (Erz-)Bistümer entsteht ein Pool qualifizierter Nachwuchskräfte, der auch mittel- und langfristig erweiterbar ist.

In zwei Jahresdurchläufen haben insgesamt 40 weibliche Nachwuchskräfte die Möglichkeit, sich in einem sogenannten Tandem von berufserfahrenen Mentorinnen und Mentoren, die leitende Funktionen in der katholischen Kirche innehaben, beraten und auf Führungsaufgaben vorbereiten zu lassen. Zentrale Veranstaltungen mit Trainings, Impulsen und geistlichen Angeboten wechseln ab mit individuellen Beratungsgesprächen im Tandem und Möglichkeiten, zum Aufbau von karriererelevanten Netzwerken und Einholen von Feedback.

Den (Erz-)Bistümern bietet dieses Mentoring-Programm die Gelegenheit, die Kirche als frauen- und familien-freundlichen Arbeitgeber zu bewerben und weiterzuentwickeln, gezielte Nachwuchsförderung zu betreiben und die im Studientag 2013 angekündigten Ziele zur Förderung von Frauen in der Kirche umzusetzen. Das Programm hat im September 2015 begonnen und wird Ende 2017 abgeschlossen sein.

Das Vorhaben ist als Modell angelegt, welches in ausgewählten (Erz-)Bistümern durchgeführt und durch zentrale Veranstaltungen verbunden wird. Es verfolgt Personalentwicklungsziele auf verschiedenen Zeitebenen: kurz-, mittel- und langfristig.

Was ist das Mentoring-Projekt?

Ist das was für mich?

Bei Interesse am Mentoring-Programm können Sie sich zur Klärung Ihrer Fragen wenden an:

Manuela Weinhardt-Franz
Gleichstellungsbeauftragte und Mitarbeiterin in der Personalentwicklung
Bischöfliches Generalvikariat
Domhof 18-21, 
31134 Hildesheim
Tel.: 05121 307-217
manuela.weinhardt-franz(ät)bistum-hildesheim.de

oder beim Hildegardisverein an:

Alexandra Schmitz
Projektkoordinatorin
Tel. 0228-96 95 141
schmitz(ät)hildegardis-verein.de

Wie kann ich mich bewerben?

Angesprochen sind Frauen aus allen Studien- bzw. Berufszweigen. Zur Bewerbung erbitten wir ein Bewerbungsschreiben, aus dem Ihre Motivation und Ihre Ziele deutlich werden. Einen ausführlichen Lebenslauf und den ausgefüllten Profilbogen. Auch von den potentiellen Mentoren und Mentorinnen werden vorab Informationen eingeholt: Angaben zur Person, zum fachlichen Hintergrund und zur bisherigen Berufspraxis, mögliche Angebote an die Mentee, Motivation etc.

Termine

Auftakt: 20./21. Juni 2016 in Köln

Halbzeit: 12./13. Dezember 2016 in Essen

Abschluss: 21./22. Juni 2017 in München

Ansprechpartnerin

Manuela Weinhardt-Franz Portrait

Manuela Weinhardt-Franz

Tel. (05121) 307 217
manuela.weinhardt-franz(ät)bistum-hildesheim.de

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