Weggefährtin in vielen Facetten – Workshops mit EFL, Klinikseelsorge und Erwachsenenverbänden

Elisabeth Winkler berichtet aus drei Workshops, wie das Zukunftsbild immer konkreter wird.

In den vergangenen Wochen haben drei unterschiedliche Gruppen – die Berater:innen der EFL, die Klinikseelsorge und die Erwachsenenverbände – in Workshops ausgelotet, was es in ihren jeweiligen, ganz unterschiedlichen Aufgabenfeldern bedeutet, „Weggefährtin für ein erfülltes Leben“ zu sein. Es wurde deutlich: Gerade die Vielfalt der Perspektiven ist ein Gewinn für den Strategieprozess.

Was ist ein „erfülltes Leben“ – und wie begleiten wir Menschen dorthin?

Von der „Weggefährtin“ lässt sich ein vielfältiges Bild herstellen, das in unterschiedlichen Kontexten gut funktioniert. Wer aber entscheidet, was ein „erfülltes Leben“ ist? Das kann die Kirche nicht vorgeben. Vielmehr füllen die Menschen diesen Begriff individuell für sich. Ob beratend, seelsorgerisch oder durch gesellschaftspolitisches Wirken: Unsere Aufgabe ist es, zuzuhören, Raum zu geben und Optionen aufzuzeigen bzw. zu helfen, Optionen auszuloten und uns für die Menschen einzusetzen.

Weggefährtin sein, wo Menschen die Kraft auf der Langstrecke ausgeht: Die EFL-Beratung

Die EFL berät junge Familien, hilft zerstrittenen Paaren und begleitet Trauernde. Sie ist da, wo Menschen Hilfe brauchen, um den Weg in ihrem sozialen Gefüge gestärkt weitergehen zu können. Es überrascht also nicht, dass die EFL-Berater:innen bei der Reflexion ihrer Rolle im Workshop viele Anknüpfungspunkte an unser Zukunftsbild fanden: Mit Haltung für die Menschen da sein, ihnen Verständnis entgegenbringen und ein offenes Ohr schenken. In Zukunft wird es auch darum gehen, herauszufinden, wie die EFL ihre Arbeitsweisen und Strukturen zu einem guten Fundament für das Wirken als Weggefährtin ausbauen kann.

Weggefährtin sein, wo Menschen in existenziellen Krisen ins Straucheln kommen: Klinikseelsorge

Was braucht Klinikseelsorge, um gute Weggefährtin zu sein? Wie kann echte Zuwendung im Klinikalltag gelingen? Im Workshop arbeiteten die Seelsorgenden heraus: Es braucht vor allem Verlässlichkeit. Wertfrei sein, aushalten können, den Weg voller Sorgen, Belastung und Angst ein Stück mitgehen und mit Ritualen und Gesten Halt geben – „das Gegenüber entscheidet, wie lange und wie tief wir Weggefährtin sein dürfen“.

Weggefährtin sein, wo eine laute Stimme in der Gesellschaft gebraucht wird: Die Erwachsenenverbände

Die Erwachsenenverbände sind wichtige Akteure, wenn es um Themenfelder gesellschaftspolitischer Verantwortung geht. Gleichberechtigung, Familienpolitik oder Nachhaltigkeit: Die Verbände finden mit diesen Themen Zugang zu Menschen, die wir als klassische Institution kaum noch erreichen. Diese Erkenntnis aus dem Workshop mit Vertretern der Erwachsenenverbände: Sie bieten mit ihrer Erfahrung wertvolle Resonanzräume für den weiteren Strategieprozess.