Alle Getauften gestalten Kirche mit

Tag der Synodalität mit Kardinal Mario Grech in Hildesheim

Rund 200 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums sind am Samstag, 30. Mai 2026, zu einem Tag der Synodalität in Hildesheim zusammengekommen. Zu Gast an diesem Tag war auch Mario Kardinal Grech, Generalsekretär der Bischofssynode in Rom, der zum Abschluss des Tages gemeinsam mit Bischof Dr. Heiner Wilmer auch den Gottesdienst im Dom zelebriert hat. 

„Wir brauchen dringlichst Feuer in unserer Kirche, das Feuer des Hl. Geistes“, betont Kardinal Grech in seinem Impulsvortrag zu Beginn des Tages. Ohne den Geist Gottes sei Kirche auch nur eine nette Organisation, aber eben nicht die einige heilige katholische Kirche. 

Die Taufe ist für den Kardinal ein Schlüsselwort aus dem Schlussdokument „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode: „Ich bin hier, weil ich getaufter Christ bin“. Und alle Getauften sollen einbezogen werden, wenn es um die Zukunft der katholischen Kirche gehe, erklärt Grech: „Jede getaufte Person trägt aktiv dazu bei, die Kirche zu gestalten. Das ist die unabdingbare Voraussetzung für Synodalität“. Allerdings sei diese große Würde des Getauft-Seins vielfach in Vergessenheit geraten, denn das sei ja nichts Neues: „Papst Franziskus und Papst Leo XIV. profitieren beim Thema Synodalität von dem, was im 2. Vatikanischen Konzil grundgelegt wurde“, erklärt Grech. 

Synodalität könne auch den Kontext und die Realität der Kirche nicht ignorieren. „Das Volk Gottes lebt nunmal in ihrer Zeit, an ihrem Ort“, sagt Grech. Das Zeiten und Räume sich beispielsweise durch Migration und Digitalisierung verändern, beeinflusst auch Kirche. Dabei gilt es, die Zeichen der Zeit zu erkennen und sie auf Grundlage der Hl. Schrift und mit dem Geist Gottes zu deuten. „Zu unterscheiden, was die Stimme des Geistes oder der Menschen ist, ist die Bürde, die wir zu tragen haben“, erklärt der Generalsekretär der Bischofssynode. „Es gibt Mut, Euch heute als humorvolles und engagiertes Volk Gottes zu erleben“, dankte der Kardinal. 

„Es ist ein Schlüsseltag der Synodalität. Wir sind unterwegs als große Gemeinschaft der Glaubenden“ sagte Bischof Dr. Heiner Wilmer. Für ihn sei dabei das Hören der Schlüssel: „Wir müssen aufeinander hören, miteinander reden und Räume öffnen, um mutige Schritte zu gehen“. Er dankte allen, die sich an diesem Tag die Zeit genommen haben, um der Sehnsucht nach einem innerlich erfüllten Leben nachzugehen. Und dem Gast aus Rom dankt er besonders: „Es ist eine große Ehre und Freude, dass Sie heute hier sind.“ 

Das Motto des Tages lautete „Weggefährtin für ein erfülltes Leben – die Kirche von Hildesheim auf dem Weg der Synodalität“. Damit wurde bewusst eine Verbindung zum Strategieprozess des Bistums hergestellt, erläutert Generalvikariatsrat Dr. Christian Hennecke: „Die Praxis einer synodalen Kirche ist für unser Bistum eng verknüpft mit unserem strategischen Leitbild ‚Weggefährtin für ein erfülltes Leben‘ und seinen Grundhaltungen des Aufsuchens, Zuhörens und gemeinsamen Verstehens. Synodalität und synodales Handeln vertiefen den Strategieprozess unseres Bistums. 

Zur Vertiefung gibt es im September eine Fortbildungsreihe und bereits im Juni drei Online-Veranstaltungen: „Synodalität verstehen und einüben - Annäherungen an eine herausfordernde kirchliche Praxis“.  Weitere Informationen dazu gibt es unter www.bistum-hildesheim.de/synodale-kirche.