ReligionslehrerIn

In dem Klassenzimmer einer Schule hängen über der Türe ein Kreuz, eine Uhr und zwei gemalte Bilder.

„Wohin kommen die Menschen nach dem Tod, die nie in die Kirche gegangen sind?“ Wenn solche Fragen nach dem Unterricht mit angespannter Stimme unter vier Augen gestellt werden, dann ist klar, dass es nicht darum geht, ob das in der nächsten Klassenarbeit abgefragt wird, sondern dass es tatsächlich die Themen der Stunde sind, die das Kind beschäftigen.

Der Religionsunterricht bietet wohl mehr als andere Fächer solche Gesprächsgelegenheiten und ermöglicht in der Beziehung zu den Schülern andere Zugänge – auch im Unterricht selbst kommt man  leichter darüber ins Gespräch, was die Schüler gerade umtreibt, kann sich mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens machen, sie ein Stück begleiten und bekommt von ihnen völlig neue Perspektiven gezeigt. Dabei wird man immer wieder bei dem, was man sagt und glaubt, hinterfragt – manchmal einfach provokant, manchmal erstaunt, manchmal kritisch,  aber meistens auf sehr anregende Weise. („Es ist doch blöd, wenn wir an Weihnachten den Geburtstag von Jesus feiern und das Geburtstagskind ist nicht da“ – „Aber Gott ist doch immer bei uns“ – „Ja, aber Jesus ist doch nicht Gott!“).

Die Unterschiede in Umfang und Art der religiösen Sozialisation sind in vielen Klassen groß, doch unabhängig von den persönlichen Vorerfahrungen der Schüler ist es eine schöne Herausforderung, ihnen zu zeigen, dass Religion auch etwas mit ihnen selbst zu tun hat oder sie dazu anzuregen, über heutige religiöse Missverständnisse und Vorurteile (neu) nachzudenken.   

Was ich außerdem an diesem Fach schätze, ist die Vielseitigkeit der möglichen Arbeitsweisen und Methoden und auch die  Anknüpfungspunkte zu anderen Fächern wie Geschichte, Deutsch, Politik, Musik, Kunst, sogar den Naturwissenschaften. An vielen Schulen gehört es  außerdem dazu, dass man als Religionslehrer in die Vorbereitung von Gottesdiensten (z.B. zur Einschulung oder Abschlussfeiern, aber auch bei Trauerfällen) eingebunden ist, ein Feld, in dem ich persönlich gern aktiv bin. Insgesamt gefällt mir auch, dass ich mich beruflich mit den Inhalten/Fragen/Themen beschäftigen kann, die mich auch sonst beschäftigen und auch bei den altbekannten Themen dank meiner ganz unterschiedlichen Lerngruppen immer wieder neue Aspekte wahrnehme."

Anna-Katharina Stiffel, Eichendorffschule Wolfsburg

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Jessica Griese
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