Weltweit

53 Personen, die aus dem Bistum Hildesheim stammen, sind in 30 Ländern der ganzen Welt tätig als Missionarinnen und Missionare, als Fachpersonal in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit oder als junge Freiwillige (Stand 1. Januar 2019). Sie alle sind lebendiges Zeugnis der Katholizität unserer Kirche und leisten ihren Dienst als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Ortskirche. In der Regel stehen sie nicht in einem Dienstverhältnis mit dem Bistum Hildesheim.

Weihnachtsbrief 2019 von Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ an die Hildesheimerinnen und Hildesheimer im missionarischen Dienst

Hildesheim, im Advent 2019

Liebe Schwestern und Brüder in der Mission,

jetzt ist es bereits zum zweiten Mal, dass ich Ihnen als Bischof von Hildesheim zum bevorstehenden Weihnachtsfest schreiben darf. Das Fest der Menschwerdung unseres Heilands und der vorangehende Advent sind immer ein sehr passender Zeitpunkt, um Ihnen, den aus unserem Bistum stammenden Missionaren und Missionsschwestern, meine persönliche Verbundenheit und meine Verbundenheit als Bischof Ihrer Heimatdiözese zu übermitteln. Darin eingeschlossen sind auch diejenigen, die dauerhaft oder zeitweise nach Deutschland zurückgekehrt sind und uns Ihre neue Adresse mitgeteilt haben.

Mission hat in unserer Zeit, zumindest in der deutschen Sprache, nicht den besten Klang. In anderen Sprachen und Regionen unserer Welt ist dies nicht so. Deshalb war es eine gute Idee von Papst Franziskus, den Oktober 2019 weltweit zu einem außerordentlichen Missionsmonat zu erklären. Für den deutschen Sprachraum eine besondere Herausforderung. Im Bistum Hildesheim habe ich diesen Missionsmonat am Beginn der Gebetswoche mit der Partnerkirche in Bolivien in Hildesheim eröffnet. Abgeschlossen haben wir ihn mit einem großen Missionsfest und einer internationalen Festmesse in Hannover unter der Leitung des emeritierten Bischofs von Aliwal/Südafrika, Michael Wüstenberg. Viele Gemeinden unserer Katholiken anderer Muttersprachen in der Region Hannover haben zum Gelingen beigetragen. Eine Woche vorher haben zwei Priester, die in unserem Bistum arbeiten und aus dem Kongo stammen, zusammen mit einer Hildesheimer Gemeinde und einer vor allem kongolesischen Community einen Gottesdienst im kongolesischen Ritus gefeiert. Unterstützt von einem deutsch-afrikanischen Chor wurde es für alle zu einem sehr lebendigen Gottesdienst. Zusammen mit den Verantwortlichen für die muttersprachlichen Gemeinden werde ich überlegen, wie wir diese weltkirchlichen Potentiale, die in unserem Bistum und generell in unserer katholischen Kirche so reich vorhanden sind, noch besser nutzen können, zum Wohl aller Menschen, die bei uns leben. Ich weiß, dass in einigen Ländern und Gebieten, in denen Sie leben und arbeiten, die Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Religionen nicht als Chance gesehen werden kann, weil sie für Konflikte bis hin zu Kriegen, wie derzeit etwa in Kamerun, missbraucht werden.

Im vergangenen Jahr habe ich sehr viele Begegnungen gehabt und Gespräche im gesamten Bistum geführt. Aus diesen Gesprächen und den vielen Briefen, die mich erreicht haben, haben sich – auch in Beratungen mit diözesanen Gremien - Schwerpunkte herauskristallisiert, die wir hier im Bistum verfolgen wollen.

Ein biblischer Text war und ist für uns grundlegend: Die Erzählung von den Emmausjüngern, die in Zeiten einer tiefen Krise dem auferstandenen Christus begegnen und die dadurch ganz neu aufgerichtet werden.

Gemeinsam mit dem Priesterrat, dem Diözesanrat, den Jugendverbänden und Verbänden, den geistlichen Gemeinschaften und anderen wird derzeit intensiv bedacht, wie es neu und anders gelingen kann, das Evangelium im Heute zu verkünden. Diese Prozesse bedürfen bestimmter Haltungen: wir orientieren uns an der Schrift und wir setzen bei den Erfahrungen und den Sehnsüchten der Menschen an. Dies geschieht nicht top-down, sondern partizipativ auf Augenhöhe. Und schließlich geht es um eine echte Verbindlichkeit, damit Vertrauen und Verlässlichkeit wachsen kann.

Bitte schließen Sie auch weiterhin Ihr Heimatbistum und seinen Bischof mit in Ihr Gebet ein.

Durch Ihre Briefe und E-Mails und durch so manche Besuche auf dem Hildesheimer Domhof lassen Sie mich teilhaben an Ihrem Dienst und an den Menschen, mit denen Sie zusammen leben, arbeiten und beten. Dafür bin ich Ihnen dankbar.

Als Bischof, der aus einem Missionsorden stammt, weiß ich, dass sich Ihnen immer Situationen auftun können, in denen geholfen werden muss. Dann dürfen Sie sich gerne an mich wenden oder an die Ihnen bekannte Diözesanstelle Weltkirche in unserem Generalvikariat. Die Möglichkeiten unseres Diasporabistums sind sicher überschaubar. Trotzdem werden wir immer prüfen, was möglich ist.

Gemeinsam mit Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, Bischof em. Norbert Trelle, Weihbischof em. Hans-Georg Koitz und dem gesamten Domkapitel grüße ich Sie von Herzen und erbitte für Sie Gottes reichen Segen für das neue Jahr. Ein frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest wünscht Ihnen

 

Dr. Heiner Wilmer SCJ
Bischof von Hildesheim

Ansprechpartner
Georg Poddig
Tel. (0 51 21) 3 07-3 75
georg.poddig(ät)bistum-hildesheim.de