Weltweit

36 Personen, die aus dem Bistum Hildesheim stammen, sind in 25 Ländern der ganzen Welt tätig als Missionarinnen und Missionare oder als junge Freiwillige (Stand 1. Januar 2021). Sie alle sind lebendiges Zeugnis der Katholizität unserer Kirche und leisten ihren Dienst als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Ortskirche. In der Regel stehen sie nicht in einem Dienstverhältnis mit dem Bistum Hildesheim.

Weihnachtsbrief 2020 von Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ an die Hildesheimerinnen und Hildesheimer im missionarischen Dienst

Hildesheim, im Advent 2020

Liebe Schwestern und Brüder in der Mission,

mit der Adventszeit und dem bevorstehenden Weihnachtsfest geht das Jahr 2020 seinem Ende entgegen. Wir blicken zurück auf äußerst denkwürdige und schwierige Monate. So ist es mir gerade in diesem Jahr ein Herzensanliegen, Ihnen zum Geburtsfest unseres Erlösers meine Verbundenheit mit Ihnen zu übermitteln. Darin einschließen möchte ich auch diejenigen, die nach Jahrzehnten „in der Mission“ dauerhaft oder zeitweise nach Deutschland zurückgekehrt sind. „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2 Kor 13,13). Diese Worte des Heiligen Paulus möchte ich Ihnen in dieser herausfordernden Zeit zurufen. Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie diese Gnade Christi, die Liebe Gottes spüren und aus der Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist Kraft schöpfen können. Wie der erste große Völkermissionar haben Sie das Evangelium mit Ihren je persönlichen Gaben und Begabungen in die Welt getragen und tun dies bis heute. Viele von Ihnen stehen dabei im Dienst Ihrer jeweiligen Ordensgemeinschaft. Sie alle geben dem Evangelium ein Gesicht. Dafür danke ich Ihnen von Herzen. Sicherlich haben Sie auch früher schon schwierige Situationen schultern müssen. 2020 war und ist aber besonders herausfor-dernd. Gerade jetzt dürfen wir alle darauf vertrauen und erfahren, dass die uns zugesagte Gnade, Liebe und Gemeinschaft Gottes sich als tragfähig erweist. Davon zeugen auch Ihre Briefe und E-Mails, die mich im Laufe des Jahres erreichen. Haben Sie herzlichen Dank für die Berichte aus Ihrer Arbeit und von den Menschen, mit denen Sie leben. Herzlich danke ich Ihnen auch für Ihr Gebet für Ihr Heimatbistum. Viele Menschen in unserem Bistum sind auch mit Ihnen im Gebet verbunden. Die COVID-19-Pandemie trifft uns alle und gleichzeitig gibt es zwischen den Ländern große Unterschiede. Das reiche Deutschland kann mit seinen vorhandenen Geldern sehr viele negative Auswirkungen der Pandemie abmildern. Geld, das in den meisten Ländern, in denen Sie leben, nicht zur Verfügung steht. Wie bei Ihnen sind auch hier in Deutschland vor allem die Armen und Kranken, alte Menschen und Kinder, Alleinstehende und Alleinerziehende von den Beschränkungen betroffen, die leider notwendig sind, um die Ausbreitung des Virus zu verlang-samen. Wie bei Ihnen haben sich in unserem Bistum zahlreiche Initiativen ent-wickelt, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt unter den Bedingungen des Abstandhal-tens fördern. In den letzten Monaten haben uns viele Hilfsgesuche erreicht, die von der durch Corona ver-ursachten Not sprechen, aber auch von den wunderbaren Initiativen vor Ort, die gegen diese große Misere angehen. Oft war es möglich, dass unser Bistum etwa in der Ukraine, in Indien oder in afrikanischen Ländern rasch Hilfe auf den Weg bringen konnte. Selbstverständlich können auch Sie solche Anfragen an Ihr Heimatbistum richten. In diesem Jahr wollte ich eigentlich meinen Antrittsbesuch bei unseren Schwestern und Brüdern in Bolivien machen. Ich werde ihn zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Auch andere partnerschaftliche Begegnungen von Gemeinden und Partnerschaftsgruppen muss-ten wegen Corona abgesagt oder verschoben werden. Freiwillige aus Bolivien können derzeit nicht in unser Bistum kommen und im Sommer konnten unsere Freiwilligen nicht nach Südamerika ausreisen. Wie in vielen anderen beruflichen und privaten Zusammenhängen auch haben wir die Möglichkeiten der modernen sozialen Medien entdeckt, um zusammen-zukommen. Erstmals fand die jährliche Gebetswoche der Partnerschaft komplett digital statt. Hier haben sich bislang unvorstellbare Chancen aufgetan, die wir beibehalten und ausbauen werden, auch wenn direkte Begegnungen eines Tages wieder möglich sind. In all den Veränderungen des 21. Jahrhunderts wollen wir nicht vergessen, dass wir als Gläubige im Sinne einer christlichen Herzensbildung immer wieder miteinander zu lernen haben, wie wir die frohe Botschaft leben und auch verkündigen können. So bereiten wir uns als Bistum weiter auf das Godehardjahr vor, das 1.000 Jahre nach der Amtseinführung des Heili-gen Godehard als Bischof von Hildesheim vom 5. Mai 2022 bis zum 5. Mai 2023 stattfinden soll: Im Fokus des Festjahres steht vor allem ein spiritueller Weg, der momentan entwickelt wird. Vielleicht werden Sie bei einem Heimatbesuch in irgendeiner Weise am Godehardjahr teilnehmen können. Wir entwickeln aber auch digitale Formate, um gemeinsam auf dem Weg zu bleiben. Gemeinsam mit Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, Bischof em. Norbert Trelle, Bischof em. Michael Wüstenberg, Weihbischof em. Hans-Georg Koitz und dem gesamten Domkapitel grüße ich Sie von Herzen und erbitte für Sie Gottes reichen Segen für das neue Jahr 2021. Ein frohes, gnadenreiches und gesundes Weihnachtsfest wünscht Ihnen Ihr

Dr. Heiner Wilmer

SCJ Bischof von Hildesheim

Ansprechpartner
Georg Poddig
Tel. (0 51 21) 3 07-3 75
georg.poddig(ät)bistum-hildesheim.de