Weltweit

73 Personen, die aus dem Bistum Hildesheim stammen, sind in 31 Ländern der ganzen Welt tätig als Missionarinnen und Missionare, als Fachpersonal in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit oder als junge Freiwillige (Stand 1. Januar 2016). Sie alle sind lebendiges Zeugnis der Katholizität unserer Kirche und leisten ihren Dienst als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Ortskirche. In der Regel stehen sie nicht in einem Dienstverhältnis mit dem Bistum Hildesheim.

Weihnachtsbrief 2016 von Bischof Norbert Trelle an die Hildesheimerinnen und Hildesheimer im missionarischen Dienst

Hildesheim, am
Zweiten Adventssonntag, dem 4. Dezember 2016

Liebe Schwestern und Brüder in der Mission,

zum Beginn des Advents gehört es für mich dazu, Ihnen zusammen mit allen, die als Missionarin oder Missionar in den unterschiedlichsten Regionen unserer einen Welt Dienst tun, einen herzlichen Gruß zu übermitteln. Für die Wochen der Adventszeit und das vor uns liegende Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen den Segen und die Nähe unseres Herrn!

Wenn ich Ihnen heute einen Brief schreibe, der in beinahe alle Erdteile versandt wird, werden in mir die Erinnerungen an das große weltkirchliche Fest lebendig, das wir in diesem Jahr in Hildesheim gefeiert haben: die deutschlandweite Eröffnung der Missio-Aktion. Partnerland der Aktion waren in diesem Jahr die Philippinen. Und so sind im Oktober viele Schwestern und Brüder aus der philippinischen Gemeinschaft in unsere Stadt und in unseren Dom gekommen: aus unserem Bistum und aus vielen anderen Orten zwischen Kiel und Fulda und dem Ruhrgebiet.

In einem festlichen und zugleich lebendigen internationalen Gottesdienst wirkten ein philippinischer Chor, eine Tanzgruppe und eine große Zahl von Ministrantinnen und Ministranten mit. Kardinal Tagle, der zusammen mit Kardinal Quevedo die Delegation der Filipinos anführte, hielt eine beeindruckende Predigt über ,Mission und missionarisch Kirche sein heute". Während des Gottesdienstes verzogen sich die Regenwolken, sodass wir nach der Liturgie ein fröhliches Fest mit köstlichem philippinischem und deutschem Essen auf dem Domhof feiern konnten.

Am Tag zuvor hatten wir unsere Gäste zu Exkursionen nach Bremerhaven (Seemannsmission und Auswanderermuseum), Wolfsburg (Volkswagen) und Duderstadt (Grenzlandmuseum und Gespräch über Lokale Kirchenentwicklung) eingeladen, um einen Eindruck von der geographischen Weite und der Vielfalt unseres Bistums zu geben.

Für mich stellen gerade diese weltkirchlichen Begegnungen eine Art „Hoffnungsanker" für unsere Kirche in Deutschland dar. Das habe ich auch bei unserer Partnerschaftsreise nach Bolivien im Sommer so empfunden. Der kirchliche Blick wird weit und gerade die weltkirchliche Vielfalt bewahrt uns davor, als Kirche in Deutschland nur um uns selbst zu kreisen.

Sie, die Sie aus dem Bistum Hildesheim kommen und in der Weite der Weltkirche arbeiten, sind gerade deshalb für mich so kostbar. Durch Ihre Verbindungen in die Heimat beleben Sie uns stets neu, wenn Sie Ihren Schwestern und Brüdern in Deutschland Ihre Erfahrungen schildern und uns teilhaben lassen am Leben und an der Weite der Kirche.

In diesen Wochen bereiten wir uns in Hildesheim auf zwei große Gottesdienste vor, die gewiss deutschlandweit Beachtung finden werden: In der Heiligen Nacht wird die Christmette aus dem Mariendom live in der ARD übertragen. Vielleicht haben Sie ja über das Internet eine Möglichkeit, diesen besonderen Gottesdienst mitzufeiern oder in der Mediathek später darauf zuzugreifen. Ich freue ich mich sehr darauf, diese besondere Liturgie zu feiern und dabei Menschen in ganz Deutschland unseren neuen Dom zu präsentieren.

Ebenfalls im Fernsehen bzw. im Internet übertragen wird der große Versöhnungsgottesdienst zwischen evangelisch-lutherischer Kirche und römisch-katholischer Kirche zum Reformationsjubiläum. Er wird gemeinsam von der EKD und der Bischofskonferenz gestaltet und findet am 11. März 2017 unter dem Leitgedanken „Healing of Memories" in der St.-Michaelis-Kirche in Hildesheim statt. Gerade die Veranstaltungen im Jahr des Reformationsgedenkens machen mir deutlich, wie sehr wir in der Ökumene vorangekommen sind — und wie viel Gemeinsames wir mittlerweile teilen. Beides ist unter guten Geschwistern möglich: das gemeinsame Feiern und die kernige theologische Diskussion. Insofern blicke ich gespannt auf das Jahr 2017.

Am Weihnachtsfest werden wir die 72 Kerzen auf dem Heziloleuchter im Dom entzünden —das mittelalterliche Symbol für die 72 Sprachen und die 72 Völker der Welt. Im Glauben an das Kommen unseres Gottes in diese Welt sind wir über alle Grenzen hinweg geschwisterlich verbunden.

So grüße ich Sie zusammen mit unseren Weihbischöfen Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, Heinz-Günter Bongartz und Hans-Georg Koitz. Ihnen und allen, die Ihnen anvertraut sind, wünsche ich den Segen und die Nähe Gottes!

Ihr

+ Norbert Trelle

Bischof von Hildesheim

Ansprechpartner
Georg Poddig
Tel. (0 51 21) 3 07-3 75
georg.poddig(ät)bistum-hildesheim.de