Priester in der katholischen Kirche

Priester beim Gottesdienst der Exodusgemeinschaft am Altar

"Priester zu sein .... das ist mein Weg, auf den Gott mich ruft. Ein zugegeben nicht immer einfacher Weg, mit vielen Fragen und auch mal schwierigen Phasen - aber ein Weg, der immer auch meine Fähigkeiten und Talente einfordert, die Gott selbst schon in mich hineingelegt hat. Menschen zu begleiten und ihnen zu helfen, ihren eigenen Weg zu gehen - und so gemeinsam zur Kirche zu werden, die ein Zeichen für Gott, von seiner Gegenwart und Liebe ist, begeistert mich immer wieder. Priester sein in dieser Kirche heißt auch immer wieder gemeinsam zu schauen, wie Gottes Geist am besten Raum gegeben werden kann, damit er dem Leben auf die Sprünge hilft. Das fordert mich selbst heraus und führt mich immer wieder auch an meine Grenzen, auch in meiner Lebensform - doch es lässt mich auch immer wieder selbst erkennen, wie ich da hineinpasse: Mit meiner eigenen Sehnsucht nach Leben und Gemeinschaft mit ihm. Ein ungemein spannendes Abenteuer - ein Leben lang."

Daniel Konnemann, Pastor, Hannover-Linden

Wer wird Priester?

Nicht selten hat jemand – vielleicht ohne es zu ahnen – mit einer harmlosen Frage eine Gedankenlawine ausgelöst: "… Sollte ich Priester werden?" Manche jungen Männer beginnen deshalb nach dem Abitur oder nach ihrer ersten Ausbildung mit dem Weg zum Priestertum, andere entdecken ihre Berufung später, im Studium oder schon im Beruf – jeder Priester hat seine eigene Berufungsgeschichte. Und es lohnt sich nachzufragen.

Was macht Berufung aus?

Wenn man sich das erste Mal mit der Frage konfrontiert sieht, ob da vielleicht doch was dran ist an dem Weg in Richtung Priester für's Bistum werden, dann steht man schnell etwas neben sich. Sicher ist dann nur das Ungewisse, auf das man sich einlassen würde - sicher ist dann nur das Wagnis der Nachfolge zu dem man Ja! sagt.

Berufen wozu?

Die katholische Kirche ist herausfordernd, wenn es um ihre Priester geht. Sie sucht für den Dienst an den Sakramenten zum Aufbau des Volkes Gottes Männer, die sich bewusst und positiv für ein Leben in Ehelosigkeit entscheiden. Sie sucht Männer, die von Gott so tief angerührt wurden, dass sie für Ihn alles hinter sich lassen. Er ist es, der sie erfüllt. Die Leidenschaft für Gott ist entscheidend!

Als Zeichen ihrer Hingabe und Demut gegenüber Gott legten sich die vier Priesteramtskandidaten ausgestreckt auf den Boden, während die Gottesdienst-Gemeinde in der Allerheiligenlitanei für sie betete.

Priesterweihe im Hildesheimer Dom

Ein Dienst in und an der Kirche

Unter diesen Männern sucht die Kirche Bewerber und Kandidaten zum Dienst des Priesters: die Feier der Eucharistie, die Taufe und Eingliederung in die Kirche, die öffentliche Verkündigung in der Messfeier und die Leitung des Gottesvolkes sind dem Priester – im Gehorsam zu seinem Bischof – anvertraut. Diese Dienste sind für die Kirche unverzichtbar.
Priester machen deutlich, dass die Kirche kein Club oder Verein ist, sondern immer neues Ereignis des Handelns Gottes an den Menschen. Denn es ist Gott selbst, der sich im Anderen - und so auch im Dienst des Priesters am Nächsten - schenkt.
Kein Wunder also, dass die Kirche für einen solchen Dienst Menschen braucht, die mit allen ihren Gaben, mit all ihrer Kraft und Intelligenz sich in den Dienst Gottes und seines Volkes stellen – im Wissen darum, dass das Entscheidende Gott tut: Priestersein ist ein demütiger Dienst.

Priester für das Bistum Hildesheim

Und was kann das genau im Bistum Hildesheim heißen...? Das ist eine gute Frage!
Die Kirche, auch in unserem Bistum, ist im Begriff sich zu verändern. Das ist zunächst kein Grund zur Sorge, denn von jeher hat sich die Kirche Christi als pilgerndes Volk verstanden. Und gerade in dieser Zeit braucht es Männer und Frauen, die sich für andere in den Dienst nehmen lassen. Gott ruft zu jeder Zeit Männer und Frauen in diesen Dienst: als Ministranten wie als Mitglied im Pfarrgemeinderat, als hauptamtliche Laien und eben auch als Priester. Jeden nach seinen Fähigkeiten und seinem eigenen Charisma.

Und wenn ich mir nicht 100%ig sicher bin...

... ist das kein Grund, sich nicht weiter auf den Weg seiner Berufung zu machen. Kein Seminarist tritt in das Priesterseminar ein und muss sich nicht auf den Weg der Berufungsreifung und -prüfung machen. Letztlich ist die Zeit bis zur Priesterweihe nicht eine Zeitspanne an dessen Ende der Seminarist ein Soll abzuleisten hat um geweiht zu werden. Einen Berufungstest, den man wie eine Klausur zu bestehen hätte, gibt es nicht. Was schließlich zählt ist zu lernen, jeden Tag aufs neue seine Berufung treu leben zu lernen, sich authentisch zu geben und seine Beziehung zu Christus im Alltag durchstrahlen zu lassen.

Wege der Berufungsklärung

Um seiner eigenen Berufung auf die Spur zu kommen gibt es viele Möglichkeiten. Eine ist in jedem Fall ein guter Startpunkt: Das Gespräch mit einem Menschen, in dem man etwas genauer schauen kann, wie man gut weitergehen kann. Für solche Gespräche stehen neben Regens Dr. Martin Marahrens auch unser Diözesanjugendseelsorger Andreas Braun sowie die Dekanatsjugendseelsorger zur Verfügung. Aber auch andere Menschen geistlichen Lebens (Ordensmänner und -frauen, hauptamptliche Mitarbeiter in der Seelsorge) können als Wegbegleiter angesprochen werden. Nur Anfragen muss man noch alleine...

Uns ging es nicht anders,

als denjenigen, die im Moment für das Bistum Hildesheim in mehreren Städten Deutschlands Theologie studieren und uns auf den pastoralen und priesterlichen Dienst vorbereiten. Zunächst ist die Frage nach Berufung und auch dem Eintritt in ein Priesterseminar etwas Neues und sicher auch etwas 'Gewagtes'. Ganz abgesichert und unbeweglich kann man sich nicht auf die Suche nach seiner eigenen Berufung machen: Und für diese Suche steht vielleicht auch das Seminar.

Seminar - lateinisch fürs Gewächshaus.

Gewächshaus im Sinne von 'Erst mal etwas wachsen lassen, was sich entwickeln muss'. Und genau hier gibt das Leben in der Gemeinschaft eines Seminars Halt und Unterstützung. Es eröffnet die Chance, seine Berufung mit anderen zu teilen - im gelebten Alltag auf seinem eigenen Lebens- und Glaubensweg voranzugehen und der Sehnsucht seines Herzens näherzukommen.