Geschäftsbericht des Bistums Hildesheim

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Bistum Hildesheim befindet sich im Wandel. An vielen Orten entstehen neue und innovative Formen kirchlichen Lebens, die von sozial ausgerichteten Stadtteilinitiativen über ökumenische Projekte bis hin zu Hauskirchen und neuen Gemeindeformen reichen. Gemeinsam mit den traditionellen Formen von Kirche, die auch in Zukunft ihre Bedeutung behalten werden, vermitteln sie bereits heute ein Bild, wie die Kirche von morgen aussehen kann.

Unsere Erfahrungen der vergangenen Jahre haben dabei gezeigt, dass sich die Zukunft der Kirche an einer zentralen Frage entscheiden wird: Wie kann es uns gelingen, die Menschen vor Ort und auf den vielfältigen Wegen zur Seite zu stehen, auf denen sie heute das Evangelium bezeugen. Damit rückt die Frage, wie wir christliche Gemeinschaften nicht sowohl in Gemeinden und Einrichtungen als auch in ihren vielfältigen neuen Gestalten unterstützen können, auch in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entscheidungen des Bistums.

Mit diesem Geschäftsbericht möchten wir Ihnen einen Einblick in diese Entscheidungen gewähren und insbesondere auch zeigen, wie sich diese im vergangenen Jahr konkret auf die kirchliche Arbeit im Bistum Hildesheim ausgewirkt haben. Dabei hat sich insbesondere gezeigt, dass bei der Förderung des lokalen kirchlichen Lebens und der Menschen, die dieses durch ihr Engagement prägen, Fragen aus den Bereichen der Bildungsarbeit und der Immobilien von besonderer Bedeutung sind.

Darüber hinaus gibt der Geschäftsbericht eine Übersicht über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Bistums Hildesheim und des Bischöflichen Stuhls. Dabei hat das Jahr 2020 unter dem Eindruck der Corona-Pandemie in besonderer Weise gezeigt, wie schwierig es sich gestaltet, eine unsichere Zukunft durch Prognosen zu erschließen. Zu Beginn des Jahres war im Vergleich zum Vorjahr bundesweit ein Rückgang der Kirchensteuereinnahmen um minus 15 bis 20 Prozent angenommen worden. Diese Prognosen sollten nach heutigem Wissen glücklicherweise nicht eintreten. Das Bistum Hildesheim verzeichnet zwar noch immer ein Minus im Bereich der Kirchensteuereinnahmen, doch fiel dieses mit etwa 3,7 Prozent geringer aus als befürchtet.

Diese Abweichung führt zwei entscheidende Aspekte vor Augen: Zum einen ist es in Krisenzeiten sehr herausfordernd, belastbare Prognosen anzustellen, da Erfahrungswerte aus der Vergangenheit häufig unter anderen Vorzeichen entstanden sind. Zum anderen ist es jedoch gerade angesichts großer Unsicherheit unerlässlich, mögliche Risiken einzuschätzen und bei Entscheidungen zu berücksichtigen. Denn nur so können wir sicherstellen, den Kernanforderungen unseres kirchlichen Sendungsauftrags als Bistum Hildesheim auch im Ernstfall gerecht zu werden.

Die gedruckte Ausgabe des Geschäftsberichts haben wir in diesem Jahr etwas schmaler gestaltet, um die Schwerpunkte des vergangenen Jahres hervorzuheben und einzuordnen. Die vollständigen Angaben, wie gewohnt nach dem Standard des HGB, können Sie hier auf der Website des Bistums einsehen.

Bei all jenen, die uns auch im vergangenen Jahr auf diesem Weg unterstützt haben, möchte wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Sei es durch Ihren Dienst, Ihr Engagement, eine Spende oder Ihre Kirchensteuer – ohne Ihre Unterstützung wäre unsere Arbeit nicht in der gleichen Form möglich gewesen.

Wir wünschen Ihnen eine spannende und informative Lektüre!

Martin Wilk Portrait

Domkapitular Martin Wilk
Bischöflicher Generalvikar

Finanzdirektorin Anja Terhorst
Ökonomin