Dem Alltag entfliehen – Kraft schöpfen
Sommerakademie 2026: Auszeit für Religionslehrkräfte im Kloster Weltenburg
Eine Woche lang bot die Sommerakademie 2026 im Kloster Weltenburg Religionslehrkräften aus Hamburg, Niedersachsen und Berlin die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen, neue Kraft zu schöpfen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.
Dreizehn Teilnehmende erlebten gemeinsam mit den beiden Leitungen Friederike Mizdalski (Erzbistum Hamburg) und Konstantin Otte (Bistum Hildesheim) ein abwechslungsreiches Fortbildungsformat, das fachliche Impulse, geistliche Erfahrungen, persönliche Reflexion und gemeinschaftliche Begegnungen miteinander verband.
Die Sommerakademie war zugleich ein gelungenes Beispiel für die gelungene interdiözesane Zusammenarbeit zwischen dem Erzbistum Hamburg und dem Bistum Hildesheim. Beide Bistümer bündelten ihre Kompetenzen und Erfahrungen, um diese besondere Fortbildungswoche zu ermöglichen. Die gemeinsame Förderung war dabei ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung und des Dankes für den engagierten Dienst der Religionslehrkräfte. So entstand ein inspirierender und wohltuender Rahmen, in dem neue Perspektiven gewonnen, gute Gespräche geführt und die Gemeinschaft über die Grenzen der eigenen Diözese hinweg gestärkt werden konnte.
Das Kloster Weltenburg zeigte sich dabei von zwei Seiten: tagsüber lebendig und von vielen Touristen geprägt, abends hingegen ruhig, still und sehr besinnlich. Gerade dieser Kontrast machte den besonderen Reiz des Ortes aus. In der Stille des Abends wurde erfahrbar, was das Kloster seit Jahrhunderten auszeichnet: Raum für Einkehr, für Gebet und für neue Perspektiven.
Ein Höhepunkt war die Führung durch Pater Stephan, der die alte barocke Orgel des Klosters eindrucksvoll vorstellte. Ebenso beeindruckte die Klosterkirche Weltenburg mit ihrer barocken Ausgestaltung und ihrer besonderen spirituellen Ausstrahlung. Wer diesen Raum betritt, spürt sofort, warum die Kirche zu den herausragenden spätbarocken Kunstwerken in Bayern zählt und bis heute viele Menschen in ihren Bann zieht.
Auch das Programm der Sommerakademie war inhaltlich außergewöhnlich stark. Unter dem Titel „Heilung in biblischen Texten“ arbeiteten Marianne Brandl und Dr. Christoph Seidl biblische Erfahrungen von Verletzung, Trost und Hoffnung heraus. Dr. Corinna Fahnroth gab mit ihrem Beitrag zur Positiven Psychologie wertvolle Impulse für Resilienz und innere Stärke. Dr. Madeleine Kamper ergänzte dies mit Übungen zu Achtsamkeit und Resilienz. Ein weiterer Schwerpunkt war der Beitrag von OStR Florian Ackermann unter dem Titel „Mit Herz, Hand und KI – Religionsunterricht ganzheitlich gestalten“, der den Teilnehmenden neue Perspektiven für einen zeitgemäßen und verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Religionsunterricht eröffnete.
Neben den Seminareinheiten prägten auch die gemeinsamen Erlebnisse die Tagung. Besonders eindrucksvoll war die Wanderung mit Zillenfahrt nach Kelheim und weiter zur Befreiungshalle. Die Fahrt über die Donau und der Weg hinauf zur monumentalen Gedenkstätte verbanden Naturerfahrung, Gemeinschaft und Geschichte auf gelungene Weise. Die Befreiungshalle, hoch über Kelheim gelegen, bot einen eindrucksvollen Abschluss dieses Unterwegsseins.
Die Woche in Weltenburg war für alle Beteiligten eine wohltuende Unterbrechung des Alltags, geprägt von starken fachlichen Impulsen, inspirierenden Begegnungen und der besonderen Atmosphäre des Ortes. Die positiven Rückmeldungen zeigen: Diese Sommerakademie war nicht nur eine Fortbildung, sondern eine echte Auszeit mit nachhaltiger Wirkung. Für die beiden Leitungen ist das ein starkes Zeichen: Die Sommerakademie hat gezeigt, wie wertvoll ein Format ist, das religiöse, pädagogische und persönliche Dimensionen zusammenführt.
Deshalb ist bereits jetzt die Vorfreude groß auf eine Fortsetzung im kommenden Sommer an einem neuen Ort.
Konstantin Otte. StR i. K., Referent für Religionspädagogik





































