„Wir dürfen nicht noch höhere Temperaturen bekommen“

Umweltbeauftragter im Bistum Hildesheim fordert schnelles Handeln gegen die Erdüberhitzung und verweist auf konkrete Maßnahmen des Bistums.

Die Auswirkungen der Klimakrise sind mit Wucht in Deutschland angekommen, das haben die letzten Wochen immer wieder mit ihren Temperaturspitzen bis um die 40 Grad, überhitzten Wohnungen und Arbeitsplätzen, 12.000 Hitzetoten allein in Deutschland sowie ausgetrockneten Flüssen, Böden und Wäldern gezeigt. Daher ist für Dr. Dr. Dirk Preuß, Umweltbeauftragter im Bistum Hildesheim, schnelles Handeln erforderlich.

„Der EU-Klimadienst ‚Copernicus‘ hat den heißesten Sommer seit Temperaturaufzeichnungen in Westeuropa gemessen. Es geht jetzt zum einen darum, uns an die kommenden Hitzewellen und weiteren Folgen des Klimawandels anzupassen“, erklärt Umweltbeauftragter Dr. Dr. Dirk Preuß. Als Beispiele nennt er die Beschattung durch mehr Grün, die Entsiegelung von Flächen und die Speicherung von Wasser in Städten und Gemeinden. „Wir dürfen dort, wo wir leben und arbeiten, nicht noch höhere Temperaturen bekommen. Und zum anderen müssen wir jetzt die Ursachen der immer weiter zunehmenden Hitze- und Dürretage bekämpfen, indem wir so schnell wie möglich den Ausstoß von CO2 herunterfahren“, fordert Preuß.

Das Bistum Hildesheim leistet seinen Beitrag und strebt an, am Domhof, in den kirchlichen Einrichtungen und in den Pfarreien aus den fossilen Energieträgern beim Heizen, Strom sowie im Verkehr auszusteigen und damit seinen CO2-Ausstoß bis 2035 bilanziell auf null zu setzen. Dafür werden die in der Finanzierung des Bistums verbleibenden Immobilien in den kommenden Jahren zukunftsfähig energetisch saniert und die Anlagentechnik nachhaltig erneuert. 

„Mit PV-Anlagen auf dem Dach und Wärmepumpen machen wir uns damit zusätzlich unabhängiger von steigenden Preisen oder Engpässen bei Öl und Gas“, sagt Dirk Preuß. 

Außerdem unterstützt das Bistum auch Maßnahmen, um die Außenflächen von Kirchengemeinden und Einrichtungen grüner zu gestalten und die Aufenthaltsräume für Pflanzen, Tiere und Menschen angenehmer zu machen. 

„Bei diesen Hitzetagen merken wir, wie gut Bäume, Sträucher oder eine Fassadenbegrünung tun. Die Pflanzen verdunsten Wasser und kühlen dadurch ihre Umgebung ab, zugleich spenden sie Schatten, in dem man sich gerne aufhält“, sagt der studierte Theologe und Biologe. Wichtige Tipps und Tricks zur Umgestaltung gibt das Umweltteam des Bistums in der Broschüre „Praxisideen Biologische Vielfalt – Gärten und Gebäude“, die online erhältlich ist. 

Zusammen mit dem Bistum Osnabrück und der Katholischen Landvolk Hochschule Oesede hat das Bistum Hildesheim gerade erst das Förderprogramm „Biodiversität auf kirchlichen Flächen“ aufgesetzt, das Kirchengemeinden und katholische Einrichtungen dabei unterstützt, ihre Außenflächen grüner zu gestalten und so neue Aufenthaltsräume für Pflanzen, Tiere und Menschen zu schaffen. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). 

Die Broschüre „Praxisideen Biologische Vielfalt – Gärten und Gebäude“ zum Download und weitere Informationen zum Förderprogramm BioKirche gibt es unter www.schöpfungsgerecht2035.de .