20 Jahre Gemeindepartnerschaft St. Maria Königin, Bleckede und Titicachi, Bolivien
Am 23.05.2026 feierte die Bolivien-Partnerschaftsgruppe in St. Maria Königin in Bleckede ihr 20-jähriges Partnerschaftsjubiläums mit der Gemeinde von Titicachi in Bolivien. Zu diesem Anlass waren die bolivianischen Mitbegründer der Partnerschaft, P. Max Schiller und Severo Vega Mamani, zu Besuch in Bleckede.
Das Jubiläum wurde mit einer pfingstlichen Andacht, einem Filmbericht aus Titicachi, dem fröhlichen Miteinander im schon sommerlichen Garten und vielen Gästen von Nah und Fern gefeiert.
„Vamos juntos“ das wurde wahrhaftig gelebt! 20 Jahre lang währt inzwischen die Gemeindepartnerschaft zwischen St. Maria Königin, Bleckede und Exaltacion de la Cruz in Titicachi. Begonnen hat alles mit einem ersten Besuch 2004 im abgelegenen Hochlanddorf Titicachi im Rahmen einer Bistumsbegegnungsreise. Den für alle sichtbaren „Grundstein“ legten die sogenannten „Bolivienbäume“ neben der Bleckeder Kirche St. Maria Königin. Deutsche Jugendliche bemalten im August 2005 die 4m hohen Eichenstämme aus dem elbnahen Auwald Vitico gemeinsam mit den ersten beiden bolivianischen Gästen, die zum Weltjugendtag in Köln eingeladen waren. Seitdem erzählen die farbigen, schon mehrmals restaurierten Baumstämme vom Leben an der Elbe, der Landschaft im bolivianischen Hochlanddorf, den traditionellen Mustern der uralten Mollokultur und vom gelebten Glauben.
2006 wurde der Gemeinde St. Maria Königin von P. Max Schiller auch die partnerschaftliche Begleitung des Behinderten- und Sozialprojekts Mosoq Punchay in die Hände gelegt.
Die dann folgenden gegenseitigen Besuche hinterließen, hier wie dort, immer wieder neue Spuren. Es wurden praktische Utensilien für die bolivianische Gruppenarbeit mitgebracht, kleine gemeinsame Theaterstücke aufgeführt und Bäume gepflanzt. Die bolivianischen Freund:innen aus Titicachi beschenkten ihre Partnergemeinde 2007 mit Samen von ihren Feldern und Gärten, die ersten Beete des sich später daraus entwickelnden Schöpfungsgarten entstanden. Im Jahr 2012 bekam die Gemeinde außerdem Kartoffeln, die seitdem – neben den Kartoffeln aus der Elbmarsch – gedeihen. Es fanden viele Gottesdienste zu Themen wie Klimagerechtigkeit, Konfliktmineralien, nachhaltiger Landwirtschaft, Wasserproblemen, Biodiversität und vielem mehr statt. Die Entwicklung eines großen Bewässerungsprojekts in Titicachi mit der Anlage von Agroforstgärten unterhalb der Dörfer profitierte vom gegenseitigen Austausch. Und der vielgestaltige Schöpfungsgarten, welcher die Auseinandersetzung zu Themen wie Biodiversität und Artensterben im Fokus hat, ermöglicht, dass die ganze Gemeinde, Jung und Alt, mit Gottesdiensten, künstlerischen Aktionen, Baumpflanzungen oder Zeltwochenenden der Kinder in ihm leben, beten und feiern kann.
Roswitha Kuhl-Jockel, für die Boliviengruppe aus Bleckede mit Dahlenburg und Neuhaus/Elbe



