missio fordert Einführung eines Handypfands

Handysammeln alleine reicht nicht aus: rein rechnerisch verstauben noch 200 Millionen Handys in Schubladen und somit liegen ca. 6.000 Kilogramm Gold in deutschen Haushalten. Das kirchliche Hilfswerk fordert daher ein gesetzliches Pfandsystem für Mobiltelefone - und lädt dazu ein, diese Forderung an Bundesumweltminister Schneider zu unterstützen. 

Missio erklärt, warum das Hilfswerk ein Handypfand fordert: 

"Das Pfandsystem schafft den finanziellen Anreiz, alte Geräte zurückzugeben und somit die Einhaltung der EU-Sammelquote zu ermöglichen. So übernehmen wir globale Verantwortung und gleichzeitig können verschiedene soziale sowie ökologische Folgen unseres Konsums verhindert werden.

Ein Handypfand trägt dazu bei, illegale Entsorgungen und Exporte zu reduzieren. Unser Elektroschrott darf nicht zu Umweltzerstörung und gesundheitlichen Schäden im globalen Süden führen. Es gilt Brände und austretende giftige Flüssigkeiten, die durch Elektroschrott auf Müllkippen entstehen, nachhaltig zu reduzieren.

Deutschland ist bei vielen Rohstoffen wie seltenen Erden und Edelmetallen stark abhängig von Importen. Dadurch werden in Ländern wie Ghana und in der Demokratischen Republik Kongo Arbeiter in Minen ausgebeutet. Die Rückgewinnung von Rohstoffen trägt somit zur Verhinderung moderner Sklaverei bei.

Indem wir ein Handypfand einführen, können wir die Kreislaufwirtschaft aktiv stärken, damit wertvolle Materialien nicht verloren gehen, sondern zurückgewonnen werden können. So ermöglichen wir einen sinnvollen Umgang mit Ressourcen und schaffen eine solide Basis zur Reduzierung der Abhängigkeit von instabilen Lieferketten, die auch sicherheitspolitisch relevant ist. In den letzten 15 Jahren gab es bereits politische Diskussionen über eine mögliche Pfandhöhe. Die Vorschläge dafür lagen in den meisten Fällen zwischen 10 bis 25 Euro.

Warum Handysammeln nicht reicht

Seit über zehn Jahren werden missio alte Mobiltelefone gespendet, damit diese anschließend zertifiziert recycelt werden können. Trotz dieser Sammelaktion und der Petition zur Recycling­wende konnte missio nicht verhindern, dass sich in den letzten zehn Jahren die Zahl der Handys in den deutschen Schubläden von 100 Millionen auf 200 Millionen verdoppelt haben. Wir benötigen eine politische Lösung, damit die Berge von Elektroschrott nicht weiter wachsen.

Elektroschrott ist nicht nur ein Müllproblem. Es geht auch um Umwelt- und Ressourcenschutz, um strategische Souveränität, Sicherheit und globale Gerechtigkeit."

Die Forderung an Umweltminister Schneider kann hier unterzeichnet werden: Wir fordern ein Handypfand! | missio

 

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