Katholische Bischöfe treffen Vorstände der Jüdischen Landesverbände in Niedersachsen

Interreligiöse Begegnung fand im Bischofshaus in Hildesheim statt

Zu einer interreligiösen Begegnung sind am heutigen Donnerstag katholische Bischöfe mit Vertreterinnen und Vertretern der beiden Jüdischen Landesverbände in Niedersachsen im Bischofshaus Hildesheim zusammengekommen. Das Treffen diente dem Austausch über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sowie der weiteren Zusammenarbeit im Einsatz gegen Antisemitismus.

Teilgenommen haben seitens der katholischen Kirche Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ und Weihbischof Wilfried Theising gemeinsam mit den zuständigen Referentinnen und Referenten für den interreligiösen Dialog der Bistümer Hildesheim und Osnabrück sowie des Bischöflichen Offizialats Vechta. Die Jüdischen Landesverbände wurden durch Michael Fürst, Michael Grünberg und Marina Jalowaja (Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen) sowie Dr. Achim Doerfer und Yevgen Bruckmann (Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen) vertreten.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Perspektiven und Erfahrungen von Jüdinnen und Juden in Niedersachsen in der aktuellen gesellschaftlichen Situation. Vor dem Hintergrund eines erstarkenden Antisemitismus in Deutschland ging es insbesondere um konkrete Bedarfe beim Schutz jüdischen Lebens sowie um Möglichkeiten eines noch engeren gemeinsamen Engagements für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein gelingendes Miteinander.

Die katholischen Bischöfe betonen ihre Verantwortung, jüdische Gemeinden sichtbar zu unterstützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Anlässlich dieser Begegnung äußern sie sich wie folgt:

„Seitens der katholischen Kirche in Niedersachsen vertreten wir eine klare Haltung: Hass und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden verurteilen wir auf das Schärfste. Mit Entsetzen und tiefer Trauer blicken wir auf Anschläge gegen jüdische Menschen mitten in unserer Gesellschaft. Die antisemitischen Übergriffe sind erschütternd und dürfen uns nicht schweigen lassen. Unsere jüdischen Schwestern und Brüder stehen nicht allein. Wer Jüdinnen und Juden angreift, greift die Würde des Menschen, unsere Demokratie und den Frieden in unserer Gesellschaft an. Als Christinnen und Christen widersprechen wir jeder Form von Feindseligkeit und stehen fest und solidarisch an der Seite aller Jüdinnen und Juden.“