Martin Marahrens hat Bischofsweihe empfangen

Domkapitular hat Amt als Weihbischof für das Bistum Hildesheim angetreten

Vor knapp tausend Gläubigen im Hildesheimer Dom hat Domkapitular Dr. Martin Marahrens heute Vormittag die Bischofsweihe empfangen und sein Amt als Weihbischof für das Bistum Hildesheim angetreten. Der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ und alle weiteren anwesenden Bischöfe weihten ihn per Handauflegung und Gebet.

Während des Weihegebets hielten zwei Diakone das geöffnete Evangelienbuch über Marahrens` Kopf. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass der Bischof unter dem Wort Gottes steht und die Verantwortung trägt, die Botschaft Christi klar und unverfälscht zu verkünden.

Nachdem Martin Marahrens die bischöflichen Insignien Bischofsring, Mitra und Stab erhalten hatte, gab es ein kräftiges „Herzlichen Glückwunsch!“ aus dem Mund von Bischof Wilmer und einen langen Applaus für den neuen Weihbischof von der Gottesdienstgemeinde. Zu Beginn der Weihe hatte Marahrens versprochen, den Glauben treu zu bewahren und seinen Dienst im Sinne Christi und der Kirche auszuüben.

In seiner Ansprache nach der Weihe ging Martin Marahrens auf die aktuelle Situation der Kirche ein, die sich im Wandel befinde: „Es gilt, von einer bestimmten Art von Kirche Abschied zu nehmen, zugleich aber auch der Verheißung zu trauen“, so Marahrens. Er freue sich mit ganzem Herzen darauf, mit den Gläubigen zu entdecken, was es heute heiße, „dass dieser Christus sterben musste und aufersteht“.

Als bischöflichen Wahlspruch hat sich Martin Marahrens einen Satz aus dem Markus-Evangelium ausgewählt: „Du bist der Christus!“ (Mk 8,29) Bischof Wilmer ging darauf in seiner Predigt ein und betonte, dies sei kein theoretischer Lehrsatz, sondern ein Satz, der aus einer Begegnung geboren sei.

Wer so spreche, sage nicht nur etwas über Jesus, sondern auch über sich selbst: „Ich lasse mich ansprechen. Ich lasse mich in Anspruch nehmen. Ich lasse mich hineinziehen in etwas, das größer ist als ich“, so Bischof Wilmer. Der Glaube beginne schließlich nicht beim Ich, sondern beim Du. Er sei Antwort, Beziehung und Dialog. Darin liege seine Wahrheit. An Marahrens gerichtet, sagte er: „Dieser Satz steht heute nicht nur über deinem Amt, sondern über deinem Leben.“

Am Weihegottesdienst nahmen rund zwanzig Bischöfe und Weihbischöfe teil, darunter Bischof Dominicus Meier OSB (Osnabrück), Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) sowie die emeritierten Bischöfe Norbert Trelle (Hildesheim) und Felix Genn (Münster). Ebenso gehörten ranghohe Vertreterinnen und Vertreter aus der Ökumene und dem interreligiösen Dialog zu den Gästen. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Mädchenkantorei, dem Dom- und Kammerchor, der capella martini, von Kantorin Gerda Behnke, Domkantor Michael Culo und Dommusikdirektor Thomas Viezens.

Den feierlichen Gottesdienst verfolgten auch viele Menschen per Internet-Livestream. Ein paar hundert Meter von der Bischofskirche entfernt, in der Kirche Heilig Kreuz, gab es zudem das Angebot, die Bischofsweihe auf einer großen Leinwand zu verfolgen und mitzufeiern.

Im Anschluss an den rund zweieinhalbstündigen Gottesdienst nahm Weihbischof Marahrens während eines Empfangs im Bischöflichen Gymnasium Mariano-Josephinum die zahlreichen Glückwünsche der Gäste entgegen.