Synodaler Weg im Bistum Hildesheim

(Ein) Synodaler Tag im Bistum Hildesheim

Der Synodale Tag im Bistum Hildesheim wurde aufgrund der Corona-Krise verschoben und ist nun für den 29.5.2021 geplant. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ und der Vorsitzender des Diözesanrates, Dr. Christian Heimann, haben einen Brief an Interessierte und bereits für den Tag Angemeldete geschrieben: 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

Sie haben sich für den Synodalen Tag im Mai 2020 in Hildesheim angemeldet, oder auf der Website des Bistums Ihr Interesse in Bezug auf den Synodalen Weg in Deutschland bekundet. Im Juni haben wir uns schon einmal auf diesem Weg bei Ihnen gemeldet und auch heute möchten wir Sie kurz informieren.

Der Synodale Weg in Deutschland hat weiter Form angenommen. Bedingt durch die gesellschaftlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie wurden die Diskurse in weiteren, auch regionalisierten Foren fortgesetzt. Informationen und Berichte darüber finden Sie hier auf dieser Seite und auf www.synodalerweg.de.

Mit Blick auf diese Erfahrungen arbeitet in diesen Wochen und Monaten ein Team zusammengesetzt aus Engagierten aus dem Diözesanrat, aus dem Bischofshaus, der Hauptabteilung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Hauptabteilung Pastoral an einer für unsere Situation angemessenen Möglichkeit, auch im Bistum Hildesheim Schritte auf dem Synodalen Weg zu gehen.

Heute können wir Ihnen schon einmal einen Termin dafür nennen: Für unseren (ersten) Synodalen Tag nehmen wir den 29.5.2021 in den Blick. Der Tag wird voraussichtlich mit unterschiedlichen Teilnahmemöglichkeiten, wie kleinere Gruppen an verschiedenen Orten und gemeinsamen digitalen Formen, stattfinden. Wie Sie sicher ahnen können, birgt die Vorbereitung einer solchen Veranstaltung immer noch viele Risiken und Unvorhersagbares. Dennoch bleibt es weiter unser Ziel, den Synodalen Weg und die Erfahrungen im Bistum zu vernetzen und vor Ort zu konkretisieren. Sobald es weitere Informationen dazu gibt, hören Sie wieder von uns.

Einmal mehr bleibt uns, Sie weiterhin zu ermutigen den Austausch zu suchen, und in Ihren Gruppen und Netzwerken an den Themen des Synodalen Weges zu arbeiten und die Zeichen der Zeit auf sich wirken zu lassen – gerade in der Spannung, die sich in diesen Tagen besonders zeigt.

Herzlichen Dank für Ihre Unermüdlichkeit und Ihr Engagement. Mit vielen Grüßen und den besten Wünschen in dieser weiterhin herausfordernden Zeit,

+ Heiner
Bischof von Hildesheim

Dr. Christian Heimann
Vorsitzender des Diözesanrates

Der Synodale Weg im Bistum Hildesheim

Dr. Thomas Scharf-Wrede, Direktor des Bistumsarchivs Hildesheim, erklärt den Synodalen Weg für das Bistum Hildesheim.

Was ist der Synodale Weg?

Die römisch-katholische Kirche in Deutschland erlebt eine Zeitenwende: Nicht nur strukturelle Veränderungen machen darauf aufmerksam. Die Veröffentlichung der sogenannten MHG Studie im September 2018 und ihre Nachbearbeitung in Bezug auf sexualisierte Gewalt sowie Machtmissbrauch in der Kirche zeigen, wie grundlegend Wege in die Zukunft reflektiert werden müssen. Dazu zeigt sich immer deutlicher die missionarische Herausforderung in der heutigen Gesellschaft.

Im März 2019 haben die deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung in Lingen beschlossen, sich gemeinsam und mit anderen auf einen Synodalen Weg zu begeben und Reformen anzustoßen. Der Synodale Weg wird von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkommitee der deutschen Katholiken (ZdK) getragen und basiert auf einer eigenen Satzung. Gegenüber einer Synode, die kirchenrechtlich klar bestimmt ist, erlaubt der synodale Weg einerseits mehr Freiheiten, zum Beispiel in der Besetzung der Versammlung, die neben Bischöfen nun auch andere Mitglieder kennt. Andererseits muss ein solcher Weg in seiner rechtsbindenden Kraft eine eigene Form finden, denn die Beschlüsse der Synodalversammlung entfalten zunächst von sich aus keine Rechtswirkung. Dies muss der jeweilige Ortsbischof im Rahmen seiner Rechte und Pflichten letztentscheiden.  

Der Synodale Weg in Deutschland hat am ersten Advent 2019 begonnen. Der Gesamtprozess ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Das zentrale Organ des Prozesses ist die Synodalversammlung mit ca. 230 Mitgliedern, die sich zu vier großen Plenarsitzungen in Frankfurt/Main treffen. Die Versammlung setzt sich aus den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und aus Vertreterinnen und Vertretern des Zentralkomitees zusammen. Hinzu kommen weitere Personen- und Berufsgruppen, die in ihrem Wirken an der Sendung der Kirche beteiligt sind oder wichtige Perspektiven zu bestimmten Fragestellungen eintragen können. Die thematische Vorarbeit der Vorlagen geschieht durch vier Synodalforen. Die Themen dieser Foren sind: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“, „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“, „Priesterliche Existenz heute“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“. 


Den Synodalen Weg unterstützen

Zum Zeichen seines Interesses am Synodalen Weg kann sich jede und jeder Interessierte auf der Internetseite zum Synodalen Weg in eine Liste eintragen und mit einem Porträt-Foto seine Unterstützung bezeugen. Auch das Gebet für den Synodalen Weg ist sicherlich hilfreich.

Wer vertritt das Bistum beim Synodalen Weg?

Als Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz nehmen Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (58) und die Weihbischöfe Nikolaus Schwerdtfeger (71) und Heinz-Günter Bongartz (64) an der Synodalversammlung teil. Der Hildesheimer Dechant Wolfgang Voges (63) vertritt den Hildesheimer Priesterrat bei den Beratungen, der hannoversche Lehrer Winfried Quecke (60) den Diözesanrat. Dr. Maria Flachsbarth (56) nimmt als Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes an der Versammlung teil. Andrea Fischer (60) wurde von der Deutschen Bischofskonferenz berufen. 

Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ
Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger
Weihbischof Heinz-Günter Bongartz
Domkapitualar Wolfgang Voges
Winfried Quecke
Dr. Maria Flachsbarth
Andrea Fischer

Welche Erwartungen hat der Diözesanrat der Katholik*innen?

Im Interview der KirchenZeitung betont Winfried Quecke, der für den Diözesanrat im ZdK ist und das Bistum in der Versammlung vertritt, dass die hohe Zahl an Klerikern deutlich mache, dass die Versammlung keine realistische Abbildung der Kirche sei. Gerade über die Diözesanräte seien aber überwiegend Menschen vertreten, die beruflich nicht bei der Kirche beschäftigt, aber engagiert in Pfarrgemeinden, Verbänden oder geistlichen Gemeinschaften sind. 

Auch die Ein-Drittel-Sperrminorität der Bischöfe bei Beschlüssen sieht Quecke kritisch. Wenn daran eine mehrheitlich getragene Vorlage scheitere, sei dies faktisch das Ende des Prozesses. "Alle Bischöfe sollten sich hier ihrer Verantwortung bei der Stimmabgabe sehr bewusst sein", sagt Quecke. 

Winfried Quecke, Miriam Albers und Kathrin Brauner vertreten den Diözesanrat im ZdK. Foto: ZdK