Synodaler Weg im Bistum Hildesheim

Synodaler Tag im Bistum Hildesheim – so können Sie mitdiskutieren!

Wie kann die Kirche von morgen aussehen? Um diese Frage zu beantworten, haben die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) im Dezember 2019 den Synodalen Weg angestoßen. Auch im Bistum Hildesheim haben sich Christinnen und Christen vielerorts auf den Weg gemacht, um gemeinsam neue Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen in der katholischen Kirche zu finden.

Doch wie hängen diese Schritte im Bistum mit dem bundesweiten Synodalen Weg zusammen? Wo verlaufen die persönlichen und inhaltlichen Verbindungslinien? Welche Fragen werden in den Synodalen Foren gestellt und wie lauten die Antworten, die wir als Bistum darauf finden können?

Bistum Hildesheim veranstaltet ersten Synodalen Tag

Um diesen Fragen gemeinsam als Kirche von Hildesheim nachzugehen, wird am 29. Mai 2021, von 10:00 bis 16:00 Uhr unter dem Titel „frauenfragen. Neue Wege der Verkündigung im Bistum Hildesheim“ der erste Synodale Tag im Bistum Hildesheim stattfinden. Angesichts der aktuellen Corona-Lage wird die Veranstaltung rein digital stattfinden.

Worum geht es beim Synodalen Tag?

Mit dem Themenfeld „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ greift der Synodale Tag nicht nur den Gegenstand des dritten Forums im Synodalen Weg, sondern vor allem eine Zukunftsfrage der katholischen Kirche auf, die von vielen als besonders drängend empfunden wird.

Der Synodale Tag soll dabei ein Forum bieten, gemeinsam genau hinzusehen:

  • Wo steht das Bistum Hildesheim beim Thema „frauenfragen“?
  • Was ist bereits möglich? Wo braucht es weitere Schritte?
  • Wie sieht der aktuelle Stand des Synodalen Wegs in der Frage?

Dabei geht es vor allem darum, miteinander und nicht übereinander zu reden. Offen, manchmal kontrovers, aber wertschätzend für eine gemeinsame Sache. Dabei soll der Synodale Tag Impulse setzen, aber auch aufnehmen. 

Ziel ist es, im gemeinsamen Austausch Themenfelder und Fragestellungen zu entdecken, die es zu vertiefen gilt – sei es im Rahmen des Synodalen Wegs oder in eigenen Foren und Arbeitsgruppen. Natürlich wird es dabei nicht gelingen, alle Fragen bereits im Rahmen der Veranstaltung abschließend zu beantworten oder entscheiden. Gleichwohl ist es das erklärte Ziel, gemeinsam - aus dem Bistum und für das Bistum – nächste Schritte zu entwickeln.

Ein erster Schritt wird dabei direkt im Anschluss der Veranstaltung liegen. Denn am Ende des Tages erhalten alle Interessierten die Möglichkeit in fünf digitalen Diskussionsräumen direkt in das Gespräch einzusteigen. Die Themen der einzelnen Räume werden sich unmittelbar aus den Impulsen der Veranstaltung ergeben.

Das Rahmenprogramm der Veranstaltung selbst wird gegenwärtig noch bearbeitet und zeitnah an dieser Stelle veröffentlicht werden.

Wie können Sie teilnehmen?

Der Synodale Tag hat das Ziel, möglichst alle Formen und Bereiche des kirchlichen Lebens im Bistum Hildesheim abzubilden. Die Idee ist es, mit dem Kreis der Teilnehmenden ein kleines Abbild des Bistums zusammenzuführen und ins Gespräch zu bringen.

Sie möchten ebenfalls gern dabei sein? Dann tragen Sie sich bitte bis zum 8.Mai 2021 auf dieser Seite für eine Teilnahme ein.

Ein Teil der Plätze ist bewusst für Interessierte aus dem Bistum geöffnet, die sich in die Veranstaltung einbringen und zu „frauenfragen“ engagieren. Aufgrund der begrenzten Plätze setzen wir dabei ein Losverfahren ein.

Sie können sich noch bis zum Datum eintragen und werden einige Tage nach Anmeldeschluss erfahren, ob Sie einen Platz erhalten haben.

Wir freuen uns auf Ihre Gedanken und einen lebendigen Austausch! 

Der Synodale Weg im Bistum Hildesheim

Dr. Thomas Scharf-Wrede, Direktor des Bistumsarchivs Hildesheim, erklärt den Synodalen Weg für das Bistum Hildesheim.

Was ist der Synodale Weg?

Die römisch-katholische Kirche in Deutschland erlebt eine Zeitenwende: Nicht nur strukturelle Veränderungen machen darauf aufmerksam. Die Veröffentlichung der sogenannten MHG Studie im September 2018 und ihre Nachbearbeitung in Bezug auf sexualisierte Gewalt sowie Machtmissbrauch in der Kirche zeigen, wie grundlegend Wege in die Zukunft reflektiert werden müssen. Dazu zeigt sich immer deutlicher die missionarische Herausforderung in der heutigen Gesellschaft.

Im März 2019 haben die deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung in Lingen beschlossen, sich gemeinsam und mit anderen auf einen Synodalen Weg zu begeben und Reformen anzustoßen. Der Synodale Weg wird von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkommitee der deutschen Katholiken (ZdK) getragen und basiert auf einer eigenen Satzung. Gegenüber einer Synode, die kirchenrechtlich klar bestimmt ist, erlaubt der synodale Weg einerseits mehr Freiheiten, zum Beispiel in der Besetzung der Versammlung, die neben Bischöfen nun auch andere Mitglieder kennt. Andererseits muss ein solcher Weg in seiner rechtsbindenden Kraft eine eigene Form finden, denn die Beschlüsse der Synodalversammlung entfalten zunächst von sich aus keine Rechtswirkung. Dies muss der jeweilige Ortsbischof im Rahmen seiner Rechte und Pflichten letztentscheiden.  

Der Synodale Weg in Deutschland hat am ersten Advent 2019 begonnen. Der Gesamtprozess ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Das zentrale Organ des Prozesses ist die Synodalversammlung mit ca. 230 Mitgliedern, die sich zu vier großen Plenarsitzungen in Frankfurt/Main treffen. Die Versammlung setzt sich aus den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und aus Vertreterinnen und Vertretern des Zentralkomitees zusammen. Hinzu kommen weitere Personen- und Berufsgruppen, die in ihrem Wirken an der Sendung der Kirche beteiligt sind oder wichtige Perspektiven zu bestimmten Fragestellungen eintragen können. Die thematische Vorarbeit der Vorlagen geschieht durch vier Synodalforen. Die Themen dieser Foren sind: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“, „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“, „Priesterliche Existenz heute“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“. 


Den Synodalen Weg unterstützen

Zum Zeichen seines Interesses am Synodalen Weg kann sich jede und jeder Interessierte auf der Internetseite zum Synodalen Weg in eine Liste eintragen und mit einem Porträt-Foto seine Unterstützung bezeugen. Auch das Gebet für den Synodalen Weg ist sicherlich hilfreich.

Wer vertritt das Bistum beim Synodalen Weg?

Als Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz nehmen Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (58) und die Weihbischöfe Nikolaus Schwerdtfeger (71) und Heinz-Günter Bongartz (64) an der Synodalversammlung teil. Der Hildesheimer Dechant Wolfgang Voges (63) vertritt den Hildesheimer Priesterrat bei den Beratungen, der hannoversche Lehrer Winfried Quecke (60) den Diözesanrat. Dr. Maria Flachsbarth (56) nimmt als Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes an der Versammlung teil. Andrea Fischer (60) wurde von der Deutschen Bischofskonferenz berufen. 

Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ
Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger
Weihbischof Heinz-Günter Bongartz
Domkapitualar Wolfgang Voges
Winfried Quecke
Dr. Maria Flachsbarth
Andrea Fischer

Welche Erwartungen hat der Diözesanrat der Katholik*innen?

Im Interview der KirchenZeitung betont Winfried Quecke, der für den Diözesanrat im ZdK ist und das Bistum in der Versammlung vertritt, dass die hohe Zahl an Klerikern deutlich mache, dass die Versammlung keine realistische Abbildung der Kirche sei. Gerade über die Diözesanräte seien aber überwiegend Menschen vertreten, die beruflich nicht bei der Kirche beschäftigt, aber engagiert in Pfarrgemeinden, Verbänden oder geistlichen Gemeinschaften sind. 

Auch die Ein-Drittel-Sperrminorität der Bischöfe bei Beschlüssen sieht Quecke kritisch. Wenn daran eine mehrheitlich getragene Vorlage scheitere, sei dies faktisch das Ende des Prozesses. "Alle Bischöfe sollten sich hier ihrer Verantwortung bei der Stimmabgabe sehr bewusst sein", sagt Quecke. 

Winfried Quecke, Miriam Albers und Kathrin Brauner vertreten den Diözesanrat im ZdK. Foto: ZdK